Ergebnisse Springen vom Sonntag October Festival Wiener Neustadt 2015 – Woche 02

Konnte den zweiten October Festival-Grand Prix der Lake Arena für sich entscheiden: Kai Schäfer blieb – im Gegensatz zu seinen Kontrahenten – auch im Stechen fehlerfrei

Kompliment!! Kai Schäfer kürte sich in der Lake Arena mit der einzigen Nullrunde im Stechen zum Gewinner im Großen Preis

LAKE ARENA – Anspruchsvoll, an die Endmaße angepasst und als Weltranglistenspringen besonders attraktiv – diesen Attributen wurde der zweite Große Preis beim October Festival gerecht. Die Arrivierten waren also im höchsten Maße gefordert und tüftelten emsig über die verschiedenen Alternativen der tückisch gestellten Distanzen, die erlaubte Zeit und wie viele wohl am Ende fehlerfrei bleiben würden. Die Abwürfe verteilten sich über den gesamten Parcours – manchen wurden die Kombinationen zum Verhängnis, andere hatten mit den rasch aus der Ecke platzierten Sprüngen Probleme. Unterm Strich kristallisierten sich dann doch sechs Starterpaare heraus, die den Anforderungen gewachsen waren und ins Stechen einzogen. War schon der Grundumlauf an Spannung kaum zu überbieten, so bot die Entscheidung noch einmal Nervenkrimi pur.

Keine Frage, dass ein jeder von ihnen mit dem Triumph nach Hause gehen wollte, und dementsprechend risikoreich wurden die Stechrunden angelegt. Wichtig war aber auch, null zu bleiben. Wie das im besten Fall funktionieren sollte, zeigte uns als zweiter Starter in der Entscheidung Kai Schäfer mit „Flight of Ikarus“, einem imposanten, in Hannover gezogenen For Pleasure-Sohn, der heuer im Linzer Frühjahrs-Grand Prix hinter Hugo Simon Zweiter wurde. Seine Vorstellung im Stechen wirkte sehr kontrolliert und sicher, war aber in 47,94 Sekunden auch überaus effektiv und Richtmarke genug, um den Rest unter Druck zu setzen.

Die Rechnung ging auf, denn niemand anderer sonst konnte den verkürzten Kurs strafpunktefrei überwinden. Mit dem schnellsten Vierfehlerpunkteritt hatte Szabolcs Krucsó zwar das Nachsehen, zeigte sich aber alles andere als unzufrieden. Im Gegenteil: Sein vermögender Schimmel „Bubamara“ zählte mit acht Jahren zu den jüngsten Pferden und hatte lediglich einen Flüchtigkeitsfehler zu verbuchen. Beinahe wäre es mit Nina Schäfers Einzug ins Stechen zum Doppelsieg für das Gestüt Drei Eichen gekommen. Die Amazone ging als letzte Starterin ins Rennen, hatte leider beim Einsprung der Kombination Pech und sicherte sich aber hinter dem Ungarn den hervorragenden dritten Rang.

Mit der brillanten Bestzeit bewies Christian Rhomberg, der übrigens einzige rot-weiß-rote Teilnehmer im Stechen, sein Können, verzeichnete jedoch zwei Fehler (5. Rang). Rot-weiß-rote Platzierungen heimsten auch Astrid Kneifel und Rainer Zöger ein, die im Grundumlauf je einen Abwurf bekamen und mit gut gerittenen Zeiten am achten und elften Rang landeten.

Finaltag fängt gut an!

Small Tour-Doppelsieg in rot-weiß-rot

Viel besser hätte aus der Sicht der Gastgeber der Auftakt in den Finaltag nicht ausgehen können, bestachen doch unsere heimischen Reiter gleich zweifach an der Spitze: Zum einen war es Rainer Zöger, der sich am heutigen Vormittag in blendender Form präsentierte und das international aufgestellte Starterfeld hinter sich lassen konnte. Die siegreichen 60,05 Sekunden machte sein Boris-Wallach „Igar van Bijsterveld D´09“ möglich, der ja gestern schon im Stechen mitmischte und eine Spitzenplatzierung ergatterte. Und zum anderen unterstrich Christian Rhomberg den österreichischen Doppeltriumph. Der Vorarlberger sattelte „Lordana RZH“ – der Name lässt darauf schließen: eine Tochter des Lordanos – und brillierte in gut gerittenen 61,16 Sekunden. Die Ergebnisliste verriet, die heimische Fraktion war haarscharf am Dreifacherfolg dran: Julia Bieler-Kohrock entzückte nämlich ebenso mit einer fehlerfreien Runde, die in 61,82 Sekunden auch sehr flott war und lediglich sechs Hundertstel Rückstand auf Rang drei bedeuteten. Platz drei ging mit Zdenek Zila einmal mehr nach Tschechien. Er kam in 61,76 Sekunden über den 1,25 Meter hohen Parcours.

Grandios & gerüstet für kommende Aufgaben!

Youngster Tour Finalsieg für Bianca Babanitz & „Gusti CK“

Nach „Centina Cat“ und „Bella Luna“ reihte sich in die Riege der selbstausgebildeten, mit Finalsiegen prämierten Nachwuchscracks nun auch „Gusti CK“ ein. Der aus der Zucht von Christine Krämer kommende, mit Bayrischem Brand versehene Wallach machte in seiner ersten internationalen Saison schon große Sprünge und meisterte bravourös den Weg zum verlässlichen Schleifensammler. Er stammt ab von Nachwuchsvererber Con Spirit, der ja auf Cornet Obolensky-Acorado-Landsberg zurückgeht, und Aix la Chapelle. Die Tochter des Aquilino-Pavarotti van de Helle ist – das ist Insidern bekannt – auch die Mutter des bildhübschen, um zwei Jahren älteren „Monti 187“, der ja ebenfalls mit enormen Sprungpotential ausgestattet ist. „Gusti CK“ steht nun am Beginn seiner Karriere und durfte sich heute in der Lake Arena mit seinem bisher größten Erfolg auszeichnen. Da war sogar seine Ausbilderin zu Tränen gerührt, als sie noch vor der Siegerehrung die Besitzerin per Telefon informierte, die alles natürlich schon via Live-Scores verfolgt hatte, und sie sich dann gemeinsam über die famose Leistung des Jungspundes freuten. Lange war nicht Zeit zum Feiern, denn nach dem Absatteln ging es für die im Burgenland beheimatete Profireiterin gleich mit dem nächsten Springen der Elite weiter: Hier hatte sie nämlich zwei Schützlinge im Rennen.

Finalsieg bei CSI2*-Premiere:

Michelle Thuy und Wiena-T haben alles richtig gemacht

Ein bisschen nervös waren sie alle. Die aufstrebende Reiterin Michelle Thuy, ihre angereisten Anhänger und Daumendrücker und auch ein wenig die erfahrene und eigentlich sehr taffe Trainerin Natascha Kreutner. Aber man durfte es ihnen allesamt nicht verübeln, denn immerhin war es das gemeinsame internationale Debüt und da gestaltete sich alles schon ein wenig technischer und selektiver. Große Sicherheit gab da die verlässliche Latus-Tochter „Wiena-T“, die bei sämtlichen Aufgabenstellungen alles im Griff behielt und nie die Übersicht verlor. Die routinierte Stute, die man in Österreich schon hocherfolgreich unter Valerie Wick verfolgen konnte, wusste, was zu tun war und zeigte sowohl Grundparcours als auch im Stechen ihre Qualität. Gerührt von der fulminanten Stechrunde wurde aber nicht nur sie berechtigterweise mit viel Lob überhäuft, sondern auch ihre Reiterin. Michelle verfolgte eisern den Plan ihrer Trainerin, die alles gespannt verfolgte und ebenfalls sichtlich gerührt war. Und das auch zu Recht, denn immerhin verwies das Duo die große Favoritin Kathrin Weinberger auf Rang zwei und die kann – das bewies sie schon allzu oft – sehr, sehr schnell sein. Drittplatziert wurde Aneta Urbanova aus Tschechien. Den Einzug in die Entscheidung meisterten darüber hinaus auch Safiyah König mit ihren zwei Pferden sowie Lea Bodingbauer und Stefan Laditsch, beides Schüler von Bianca Babanitz, die allesamt platziert waren. Außerdem holte auch Elisabeth Boor mit einem Zeitfehler im Umlauf eine Prämierung.

Kathrin Müller machte das Rennen in der Good Bye Competition

Ganz schön stark unterwegs war zum krönenden Abschluss des zweiwöchigen October Festivals die deutsche Erfolgsamazone Kathrin Müller. Konnte sie nicht nur mit Schimmelstute „Cornetta 24“, die ehemalige Ostarichi Championesse, auf Platz sieben brillieren, sondern auch mit der geschickten Cormint-Tochter „Carlotta 168“ im höchsten Maße überzeugen: In überragend Manier flogen die beiden förmlich über das 1,40 Meter hohe Standardspringen und verwiesen Jiri Papousek und Kai Schäfer auf die hinteren Ränge. Gestern war das Glück im Derby nicht unbedingt auf ihrer Seite – Abwürfe am ersten und letzten Hindernis verwehrten die Chance auf eine Platzierung – und heute klappte wieder alles wie gewohnt wie an der Schnur: Astrid Kneifel und „Duc de Revel“, der zu Hause auf den zu seiner Haarpracht passenden Namen „Hafi“ hört, punkteten mit einer astreinen Nullrunde und platzierten sich auf Rang vier. Ebenfalls in die Platzierungsränge reihte sich Natascha Kreutner, deren erst sieben Jahre junge Cassini II-Stute „Issini Star“ eine S-Platzierung mehr aufs Erfolgskonto verbuchte.

Ergebnisse Springen vom Sonntag October Festival Wiener Neustadt 2015 – Woche 02:

Small Tour

Int. Jumping Competition - 1,25 m

1.IGOR VAN BIJSTERVELD D'09 / ZÖGER Rainer (AUT / STMK) - 0 / 60.05  

2.LORDANA RZH / RHOMBERG Christian(AUT / STMK) - 0 / 61.16  

3.CALOU/ ZILA Zdenek (CZE) - 0 / 61.76  

4.CURLY CASSINA / BIELER-KOHROCK Julia (AUT / W) - 0 / 61.82  

5.JIM KNOPF 120 / SCHÄFER Kai (GER) - 0 / 62.08  

6.ENRIQUE / PARK Yeonji (KOR) - 0 / 62.25  

7.COLINETTA / VIDA Vojtech (SVK) - 0 / 63.88   

8.SHAQUIDAM / JAKAB Aron (ROU) - 0  / 64.79  

9.BUL BULI B / ZVARA Ondrej (CZE) - 0 / 66.67  

10.TROK K / KIEWREL Agnieszka (POL) - 0 / 68.50  

11.OKTAVIAN 17 / SCHÄFER Nina (GER) - 1 / 71.28  

12.DAMON / ZVARA Ondrej (CZE) - 1 / 72.36

 

Youngster Tour Final – 5 year

Int. Jumping Competition with jump-off - 1,20 m

1.GUSTI CK / BABANITZ Bianca (AUT / NÖ) - 0 / 35.99 / Stechen

2.FULL SWING BH / PAL Frantisek (SVK) - 0 / 37.50 / Stechen

3.CARLO 7 / KOZIAROWSKA Natalia (POL) - 0 / 38.72 / Stechen

4.GRISSOM Z / STEINBERGA Santa (LAT) - 0 / 40.72 / Stechen

5.FLETCHER / PAL Frantisek (SVK) - 8 / 38.34 / Stechen

6.CHAPLIN / KISS Zsolt (HUN) - 8 / 41.69 / Stechen

7.DAYLIGHT 281 / WIDMANN Simon (GER) - 4 / 71.56 / Umlauf

8.FITERO R / JAKAB Aron (ROU) - 4 / 71.66 / Umlauf

9.FALKYRIE / JAKAB Aron (ROU) - 4 / 72.02 / Umlauf

10.FIGURANTA / PAL Frantisek (SVK) - 4 / 72.22 / Umlauf

11.FLORIS / ZAK Michal (SVK( - 4 / 72.99 / Umlauf

12.CANTORO / SAURUGG Markus (AUT / STMK) - 4 / 73.86 / Umlauf

 

Elite Tour Finale

Int. Jumping Competition with jump-off- 1,15 m

1.WIENA - T / THUY Michelle (AUT) - 0 / 30.12 / Stechen

2.FLYING FREYA Z / WEINBERGER Kathrin (AUT) - 0 / 30.55 / Stechen

3.CAVINIA / URBANOVA Aneta (CZE) - 0 / 32.66 / Stechen

4.CARERO / KÖNIG Safiyah (AUT) - 0 / 33.95 / Stechen

5.KING LORDY / KÖNIG Safiyah (AUT) - 0 / 34.80 / Stechen

6.TIGRIS III / HATASOVA Linda (SVK) - 4 / 31.90 / Stechen

7.BELLA LUNA 4 / BODINGBAUER Lea (AUT) - 4 / 37.30 / Stechen

8.GRACIA 5 /  LADITSCH Stefan (AUT) - 8 / 31.49 / Stechen

9.FAUNA / SZARKA Éva (HUN) - 8 / 32 / Stechen

10.EDDIE / MARKÓ Rebeka (HUN) - 8 / 39.02 / Stechen

11.QUEBEC I / BOOR Elisabeth (AUT) - 1 / 80.34 / Umlauf

12.AHLERT / KOZIELSKA Magdalena (POL) - 4 / 66.44 / Umlauf

 

Grand Prix of Wr. Neustadt – Lake Arena

Int. Jumping Competition with jump-off- 1,45 m

1.FLIGHT OF IKARUS / SCHÄFER Kai (GER) - 0 / 47.94 / Stechen

2.BUBAMARA / KRUCSÓ Szabolcs (HUN) - 4 / 46.67 / Stechen

3.COOL-CONCEPT / SCHÄFER Nina (GER) - 4 / 47.52 / Stechen

4.VERONA VON HARY / CANTA Mihai (ROU) - 8 / 42.06 / Stechen

5.SYCEBAY / RHOMBERG Christian (AUT / V) - 8 / 45.53 / Stechen

6.QUANBELL / HADLEY Sven Joseph (IRL) - 15 / 52.44 / Stechen

7.FELITIA DH / MÜLLER Kathrin (GER) - 4 / 68.31 / Umlauf

8.ROYAL DES BISSONS / KNEIFEL Astrid (AUT / OÖ) - 4 / 68.52 / Umlauf

9.CENTISIMO / PAPOUSEK Kamil (CZE) - 4 / 68.86 / Umlauf

10.UPSET DES CINQ CHENES / BELOVA Natalia (RUS) - 4 / 68.92 / Umlauf

11.DUBAI DE REVE / ZÖGER Rainer (AUT / STMK) - 4 / 71.19 / Umlauf

12.GUICK FERRA / HANULAY Juraj (SVK) - 4 / 71.99 / Umlauf

 

Good Bye Competition

Int. Jumping Competition - 1,40 m

1.CARLOTTA 168 / MÜLLER Kathrin (GER) - 0 / 66.03  

2.CAVALLO / PAPOUSEK Jiri (CZE) - 0 / 69.25  

3.CALICO JOE 2 / SCHÄFER Kai (GER) - 0 / 69.90  

4.DUC DE REVEL / KNEIFEL Astrid (AUT / OÖ) - 0 / 70.46  

5.MISTER MOUJIK V H MOLENHOF / SHARMAN Francesca (GER) - 4 / 69.82  

6.QUALITAET 3 / SCHÄFER Kai (GER) - 4 / 71.74  

7.CORNETTA 24 / MÜLLER Kathrin (GER) - 4 / 71.85  

8.ALADIN / KISS Zsolt (HUN) - 4 / 72.19  

9.CASHMAN S SPIRIT / STEINBERGA Santa (LAT) - 5 / 74.44  

10.MONTE CRISTO / ZVARA Ondrej (CZE) - 5 / 75.52  

11.ISSINI STAR / KREUTNER Natascha (AUT / W) - 5 / 76.61  

12.REALT NA CARRAIG / HADLEY Sven Joseph (IRL) - 8 / 63.66

Foto: Konnte den zweiten October Festival-Grand Prix der Lake Arena für sich entscheiden: Kai Schäfer blieb – im Gegensatz zu seinen Kontrahenten – auch im Stechen fehlerfrei © Sibil Slejko