Ergebnisse Springen vom Samstag Deutsches Derby Hamburg 2014

 

Hamburg – Sie ist 23 Jahre jung und hat eine Devise: „Ich reite im Stechen immer schnell, sonst wird es ja nix“. Wohl wahr - das sie allerdings so schnell mit Firth of Lorne sein würde, hatte Katrin Eckermann nicht erwartet. Die Springreiterin aus Münster, die für den RV Kranenburg startet und bei Hendrik Snoek auf dem Gut Berl beschäftigt ist, gewann in Hamburg sensationell die Longines Global Champions Tour, Grand Prix of Hamburg und zwar vor der Nummer eins und zwei der Springreiterweltrangliste.

„Ich habe alles versucht, nachdem ich Katrin gesehen habe,“ räumte der Brite Ben Maher verschmitzt lächelnd ein, „aber da war nichts zu machen. Katrin hat einen guten Job gemacht.“ Immerhin saß der Mannschaftsolympiasieger und WRL-Zweite im Sattel der grossartigen Stute Cella, einer Tochter von Otto Beckers Olympiapferd Dobel`s Cento und der drittplatzierte Scott Brash (Grossbritannien) – aktuell die Nummer eins der Springreiterwelt und ebenfalls Mannschaftsolympiasieger - hatte gar auf Olympiapferd Hello Sanctos gesetzt. Rings um den Parcours gerieten die Zuschauer völlig aus dem Häuschen angesichts der mutig reitenden jungen Amazone. Papa Eckermann umarmte seine Tochter innig, innerhalb kürzester Zeit prasselten Fragen auf die Reiterin ein und die strahlte über das ganze Gesicht. Schon 2012 beeindruckte sie als Dritte der Global Champions Tour Etappe in Hamburg mit ihrem Schimmel Carlsson. Den Hannoveraner Firth of Lorne hat Katrin Eckermann ausgebildet, in der

Youngster-Tour geritten und schließlich in den großen Sport gebracht. Er ist ein Nachkomme von Marcus Ehnings Erfolgspferd For Pleasure und Enkel des Hengstes Stakkato – hat also eine überaus prominente Ahnengalerie und einen sehr stolzen Besitzer in Meinolf Rölleke, der den Hengst Katrin eckermann anvertraute.

„Incredible“ – unglaublich – ist das Wort, dass Ben Maher und Scott Brash hauptsächlich für Hamburg gebrauchten. „Das ist eines der besten Turniere überhaupt und die Pferde mögen diesen großen Grasplatz,“ fasste Scott Brash zusammen. Das Wachstum betonten Jan Tops, Chef der Longines Global Champions Tour, und Volker Wulff, Veranstalter des Deutschen Spring- und Dressur-Derbys unisono. „Wir registrieren jedes Jahr mehr Besucher, mehr Follower bei Facebook, Twitter und Youtube, für den Livestream. Wir haben Fernsehen und Anfragen von überall aus der Welt, u.a. vom chinesischen TV – Hamburg ist eine traditionsreiche und grossartige Etappe der Longines Global Champions Tour,“ so Jan Tops. Für Volker Wulff barg der Tag im Derby-Park erneut eine Bestmarke: „Zwischen 20.000 und 21.000 Zuschauern hatten wir heute hier,“ so Wulff, „das bestätigt auch, das die beiden Serien hier funktionieren – die Longines Global Champions Tour mit dem spektakulären Großen Preis am Samstag und am Sonntag das Deutsche Spring-Derby mit dem ungewöhnlichsten Parcours der Welt.“

Die Zuschauer lieben jedoch noch mehr am Deutschen Spring- und Dressur-Derby, zum Beispiel das Speed-Derby. Das gewann Andre Platz von der Insel Poel mit dem Mecklenburger Chacco. Plath gönnte sich, dem Publikum und seinem Pferd eine temperamentvolle Ehrenrunde als Dank an die Zuschauer, die die schnelle Variante des Derbys temperamentvoll begleiteten.

Bye Bye Lambrasco

„Er ist mein Held,“ das war alles, was Janne Friederike Meyer mit tränenerstickter Stimme hervorbrachte. Die Mannschaftsweltmeisterin verabschiedete in Hamburg während des Großen Preises ihr Championatspferd Cellagon Lambrasco und die Tränen rollten unaufhörlich. Auch bei Pflegerin Patricia „Patti“ Otto und etlichen Zuschauern. „Mops“ wie der große, kleine Holsteiner Wallach nur genannt wird, der Meyer u.a. Mannschaftsgold bei EM und WM und den Sieg im Großen Preis von Aachen bescherte, verletzte sich in Dublin im Sommer 2013. Inzwischen ist die Sehne verheilt und Mops ist umgezogen auf den Hof von Meyers Eltern in Nottfeld. „Er würde auch jetzt immer alles versuchen und über sich hinaus wachsen,“ so Meyer, die ihrem Top-Pferd jedoch lieber einen gesunden Ruhestand auf grünen Weiden gönnt. Derbychef Volker Wulff reichte ein schmackhaftes Geschenk für Lambrasco – Möhren – denn für Essbares interessiert sich Mops am meisten. Zehntausende Zuschauer bereiteten Mops ein liebevoll

es „Farewell“, schwenkten weiße Taschentücher und sangen mit bei „In Hamburg sagt man Tschüss“….

Ergebnisse Springen vom Samstag Deutsches Derby Hamburg 2014:

16 SPOOKS-Amateur Trophy - CSI Amateure:

Small Tour - Qualifikation zur SPOOKS-Amateur Trophy 2014/2015,

Zwei-Phasen-Springprüfung, Höhe: 1.15 m

1. Lilli Kremer (Kaarst), Quite Classic, 0 SP/26.72 sec; 2. Emilie Aust (Armstorf), Condoleezza, 0/26.78; 3. Pia-Luise Distel (Wächtersbach), Charlotte, 0/26.94; 4. Clarissa Forkert (Wiesenbach), Con La Capri, 0/28.49; 5. Manfred Villmann (Wietze), Charisma B, 0/28.71; 6. Friederike Eggersmann (Auetal-Borstel), Angelina, 0/29.29

22 SPOOKS-Amateur Trophy - CSI Amateure:

Large Tour - Qualifikation zur SPOOKS-Amateur Trophy 2014/2015,

Zwei-Phasen-Springprüfung, Höhe: 1.40 m

1. Kathrin Leibold (Wismar), Checker, 0 SP/28.27 sec; 2. Esther Forkert (Bremen), Esperanza, 0/28.96; 3. Yvonne Dude (Tangstedt), Leonardo, 0/29.21; 4. Tess Carmichael (Großbritannien), Deja V., 0/30.49; 5. Kathrin Leibold (Wismar), Queb, 0/32.13; 6. Esther Forkert (Bremen), Miss Cortina, 4/29.39

13 Poresta Youngster-Cup - CSIYH1*:

Springprüfung mit Stechen,Finale 7 u. 8j. Pferde ,

Höhe: 1.40 m

1. Christian Ahlmann (Marl), Barco, 0 SP/41.29 sec; 2. Katrin Eckermann (Kranenburg), Que Sera, 0/41.41; 3. Marcus Ehning (Borken), Singular LS La Silla, 0/44.04; 4. Cameron Hanley (Irland), Cas 2, 0/44.65; 5. Gudrun Patteet (Belgien), Sea Coast Atlantic, 0/46.05; 6. Eric Lamaze (Kanada), Check Picobello Z, 4/42.04

06 LONGINES GLOBAL CHAMPIONS TOUR

Großer Preis von Hamburg - CSI5*:

Springprüfung mit 2 Umläufen und Stechen,

Höhe: 1.60 m (2. Umlauf)

1. Katrin Eckermann (Kranenburg), Firth of Lorne, 0 SP/36.16 sec; 2. Ben Maher (Großbritannien), Cella, 0/36.68; 3. Scott Brash (Großbritannien), Hello Sanctos, 0/37.52; 4. Ludger Beerbaum (Hörstel), Chaman, 0/37.57; 5. Luciana Diniz (Portugal), Fit For Fun 13, 4/38.90; 6. Doda de Miranda (Brasilien), AD Uutje, 4/39.62

07 Speed-Derby - CSI3*:

Zeitspringprüfung, Höhe: 1.40 m

1. Andre Plath (Insel Poel), Chacco, 99.74 sec; 2. Max-Hilmar Borchert (Stechlin), Alcoy Z, 100.89 (96.89); 3. Hendrik Sosath (Lemwerder), Balouba, 100.96 (96.96); 4. Jade Hooke (Südafrika), A New Era, 101.91 (97.91); 5. John Walther (Hetlingen), Chicassino, 103.00; 6. Jan-Philipp Weichert (Menslage), Spar Colt, 105.96 (101.96)

Foto von Stefan Lafrentz: Katrin Eckermann mit Firth of Lorne