Ergebnisse Springen, Fahren und Dressur in Hannover 2013: Championatssieg für den "deutschen Dänen"

 

(Hannover) "Wenn ich gut reite, dann kann die Stute auch gewinnen!" Ein guter Ritt ist Sören Pedersen beim Championat von Hannover, beim Preis der ISC Financial Group Limited, auf jeden Fall gelungen. Ein Siegesritt! Der Däne, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, war der einzige, der im Stechen eine fehlerfreie Runde in Hannovers Messehalle 2 zauberte. Nur fünf der 54 Starter hatten überhaupt den Sprung ins Stechen geschafft.

Pedersen saß im Sattel der zehnjährigen Careful-Tochter Tailormade Cavetta. Gezogen hat die Stute übrigens kein anderer als German Classics Veranstalter Paul Schockemöhle. "Wir haben die Stute sechsjährig gekauft", erzählt Pedersen. "Dann habe ich sie weiter ausgebildet und in diesem Jahr hat sie schon viele, schnelle Stechen bestritten."

Sehr flink, aber mit einem Abwurf, war Katrin Eckermann dem Sieger am dichtesten auf den Fersen. Mit 31,51 Sekunden war sie auf dem belgischen Wallach Nabab de Revel mehr als sieben Sekunden schneller als Pedersen. John Whitaker hatte sich von Sohn Robert vor dem Stechen noch einmal die Gamaschen bei Lord of Arabia festschnallen lassen und letzte Tipps ausgetauscht. Der Ritt des 58-jährigen Briten sah sehr gut aus, bis auch er einen Abwurf notieren musste und mit 35,10 Sekunden Dritter wurde. Die 7.000 Zuschauer in der ausverkauften Messehalle litten mit ihm.

Das Championat von Hannover war wiederum ein Spiegel der Internationalität bei den German Classics in diesem Jahr. Die ersten zehn Plätze belegten Reiter aus acht Nationen. Und die deutschen Reiter müssen weiter ihren internationalen Konkurrenten beim Siegen den Vortritt lassen.

Erste Runde für die Vierspänner - mehr ging nicht!

Am späten Abend waren sie dran, die internationalen Vierspännerfahrer. Die Einlaufprüfung für die Weltcup-Prüfung stand an, präsentiert von Paul Schockemöhle Logistics - und Hannovers Messehalle 2 rockte mit Hochdruck. Die German Classics Zuschauer hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen als die sechs Gespanne kurz vor Mitternacht ihre Siegerehrung zelebrierten: Sie fuhren herrliche Formationen, fast wie eine einstudierte Choreographie, dann ließen sie Sponsoren und Funktionäre aufsteigen, auf jede Kutschen eine Person. Der Sieger in Hannovers Einlaufprüfung hieß Ysbrand Chardon. Der zweimalige Weltcup-Sieger aus den Niederlanden nahm die Schirmherrin der German Classics, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr.. Ursula von der Leyen, als Begleitfahrerin auf seine Kutsche. Nach imposanten Wendemanövern gab er Gas, stehend, mit seiner Kappe winkend und mit einer mächtig konzentrierten, aber mutigen Ministerin 'im Gepäck'. Vier PS im Endspeed, mehr ging nicht! Auch der Zweitplatzierte kam aus den Niederlanden, es war Koos de Ronde. Und der Titelverteidiger im Weltcup, Boyd Exell aus Australien, musste sich in der Einlaufprüfung mit Platz drei zufrieden geben. Bester Deutscher wurde der Vorjahressieger dieser Prüfung, Daniel Schneiders.

Am Sonntagnachmittag wird die Weltcup-Wertungsprüfung im Rahmen der German Classics ausgetragen. Hannover ist die erste von den neun Weltcup-Stationen dieser Saison.

Olympiareiterin siegt im Hannover Grand Prix

Im Grand Prix, im Preis von Madeleine Winter-Schulze, siegte Anabel Balkenhol mit ihrem eleganten elfjährigen Depardieu-Sohn Diamonds Forever. Die beiden konnten die 70 Prozentmarke knacken: 70,284 war ihr Endergebnis. "Ich war super zufrieden mit Diamonds Forever", erklärte die Olympiateilnehmerin von London mit heiser Stimme, weil sie mit einer Grippe kämpfte. "Das ist nicht einfach in dieser Hallenatmosphäre und es waren noch ein paar Kleinigkeiten drin, aber keine größeren Fehler. Ich finde, er hat das super gemacht."

Bei den Dressurreitern ging es, obwohl national ausgeschrieben, international zu. Zweiter wurde Borja Carrascosa Martinez, der Spanier, der auf dem Hof Kasselmann in Hagen zum Bereiterteam gehört. Er saß im Sattel von Famous Boy und erhielt 69,043 Prozent. Und der dritte Platz ging an die schon seit vielen Jahren in Deutschland lebende Australierin Kristy Oatley auf Louisa mit 67,553 Prozent und - mit exakt gleicher Punktzahl - an den Berufsreiter Johannes Augustin auf seinem bewährten, inzwischen 18-jährigen Norblin. Auch die zweifache Mannschafts-Olympiasiegerin Heike Kemmer hatte für die German Classics gesattelt. Auf dem 14-jährigen Oldenburger Quantico landete sie mit 66,525 Prozent auf dem sechsten Platz.

Heute steht für die Dressurreiter die Grand Prix Kür in Hannovers Messehalle 2 auf dem Programm. Die Siegerin Anabel Balkenhol wird dann zu einer Komposition von U2 ihren Depardieu-Sohn vorstellen.

Foto von Thomas Hellmann: Ijsbrand Chardon und Ursula von der Leyen