Ergebnisse Reitponys Bundeschampionate Warendorf 2014: Golden West und Tropensonne glänzen

 

Dreijährige Reitponys

Warendorf (fn-press). Das war eine ganz knappe Kiste im Warendorfer Viereck bei den dreijährigen Reitponyhengsten. Mit dem gleichen Punktestand (62,5) rangierten am Ende zwei absolute Hingucker ganz vorne bei den DKB-Bundeschampionaten. Die höhere Fremdreiternote gab dann allerdings den Ausschlag für den neuen westfälisch gezogenen Bundeschampion Golden West von Hesselteich’s Golden Dream-FS Golden Moonlight (Züchterin: Bianca Weidner, Besitzerin: Melissa Rose Mulchahey), der von Wibke Hartmann-Stommel vorgestellt wurde. Eine Stunde zuvor hatte sie auch bei den dreijährigen Reitponys (Stuten und Wallache) die Schärpe mit der Stute Tropensonne von Totilas-Top Non Stop II (ZfdP) geholt.

Mit dem Vize-Titel zufrieden geben musste im Feld der 17 Reitponyhengste der bildschöne FS Coconut Dream von FS Coco Jambo-FS Don’t Worry (Züchter: Josef Wilbers, Besitzer: Hengstation Ferienhof Stücker). Jana Freund steuerte den rheinisch gezogenen Falbhengst in der Qualifikation noch souverän auf Platz eins (9,3). Ihm dicht auf den Fersen war hier der zweite Reservesieger der westfälischen Körung, Golden West (8,9). Er avancierte aber am Ende nicht nur durch seine besondere Farbe (Cremello mit eisblauen Augen) zum Publikumsliebling. „Es war wirklich überraschend, dass Golden West den ausdrucksstarken Strahlemann FS Coconut Dream noch überflügeln konnte. Aber der Cremello überzeugte einfach durch seine unglaubliche Balance und die sehr gute innere Einstellung. Er ist schon weit entwickelt“, so Richter Peter Olsson, der die Prüfung gemeinsam mit Dr. Carsten Munk und Peter Holler richtete. „Wer das Exotische liebt, und dann noch gute Bewegungsqualität haben möchte, ist bei diesem Hengst genau richtig“, lautete dann auch der Richterspruch für den Bundeschampion, der im Finale für Trab, Galopp und die Skala der Ausbildung Neunen kassierte (8,7). Die Fremdreiterinnen Iris Borchers und Jessica Süss gaben dem Westfalen insgesamt 19 Punkte und katapultierten ihn damit aufs Siegerpodest. Seine Reiterin Wibke Hartmann-Stommel bescheinigt dem neuen Bundeschampion absolute Kinderpony-Qualitäten. „Das ist fast so einfach wie Fahrradfahren bei Golden West: Draufsetzen und Losreiten. Er ist ultra kinderlieb und müsste für den Charakter eigentlich eine Zwölf bekommen“, lobt sie den Siegerhengst.

Aber auch auf Silbermedaillen-Gewinner FS Coconut Dream fühlten sich die Fremdreiterinnen wohl (18 Punkte). Der FS Coco Jambo Sohn, der die Richter vor allem „mit seinem Strahlen und der Elastizität“ für sich einnahm, war durch die Siege in der Qualifikation und im Finale Teil A eigentlich in der Favoriten-Rolle. „Ein geschlossenes Pferd mit sehr schönem Oberhals, der mit aktiver Hand bergauf trabt und viel Erhabenheit auf geraden und gebogenen Linien zeigte. Im Schritt schwingt er durch den ganzen Körper und ist immer sicher im Takt.“ Neben vier Neunen für Trab, Schritt, Ausbildung und Gebäude, lautete seine „schlechteste“ Note 8,5 für den Galopp.

Auf den Bronzerang ritt Jaqueline Schurf den Dance Star AT-Dreamdancer Sohn Drei D AT (Züchter und Besitzer: Adolf-Theo Schurf). Der Westfale verteidigte auch im Finale seinen dritten Platz der Qualifikation (8,8). „Wir sind uns einig: Das ist ein toller Typ mit viel Ausdruck, der herrlich bergauf konstruiert ist“, fanden die Richter und vergaben die Höchstnote (9,0) für das Gebäude. Mit den 17,5 Punkten der beiden Fremdreiterinnen kam der Dunkelfuchs auf insgesamt 60 Punkte.

Dreijährige Reitponys (Stuten und Wallache)

Die erste Bundeschampionesse auf dem Warendorfer Reitpferdeplatz kam, sah und siegte sowohl in der Qualifikation als auch im Finale. Die dreijährige Fuchsstute Tropensonne vom Ponyvererber Totilas aus einer Top Non Stop II-Mutter gewann das Klassement der dreijährigen Reitponys (Stuten und Wallache). Wibke Hartmann-Stommel stellte die schicke ZfdP-Stute vor, Züchter und Besitzer ist Sascha Hahn.

Versilbert wurden im Finale die Leistungen der rheinisch gezogenen Stute FS Daddy’s Starlight von FS Don’t Worry-FS Champion de Luxe (Züchter und Besitzer: Ferienhof Stücker), die sich mit Jana Freund im Sattel noch von Rang drei in der Qualifikation auf den zweiten Platz vorschieben konnte. Sie tauschte die Plätze mit der holsteinisch gezogenen Palomino Stute Tackmann’s Baiser von FS Golden Highlight-Barrichello, die von Hans-Jürgen Tackmann gezogen wurde, im Besitz der Familie Tackmann ist, und nun mit der Bronzemedaille im Gepäck den Heimweg antreten kann.

Am wohlsten fühlten sich die beiden Fremdreiterinnen bei hohen spätsommerlichen Temperaturen im Viereck auf der rittigen Tropensonne und vergaben im Feld der besten drei Stuten 17,5 Punkte für die Totilas-Tochter. Auch das Richter-Trio, Peter Holler, Dr. Carsten Munk und Peter Olsson, war angetan von der neuen Reitpony-Championesse im Feld der dreijährigen Stuten und Wallache. „Wir sehen hier eine sehr hochbeinige Stute, die vor allem mit hervorragenden Grundgangarten überzeugt.“ So heimste Tropensonne für alle Gangarten die 9,0 ein. Für das Gerittensein stand eine 8,5 im Protokoll. Die Exterieurnote der noch in der Entwicklung stehenden Ponydame lautete 8,0. Ihre Führung der Qualifikation (8,8) gab die elegante Stute auch im Finale nicht ab (Endergebnis: 61). „Ich bin einfach happy. Bei Tropensonne vereinen sich Charakter und Qualität“, so Reiterin Wibke Hartmann-Stommel, die die Stute seit zwei Monaten unter dem Sattel hat. Sowohl für die zweit- als auch die drittplatzierte Stute vergaben die Fremdreiterinnen jeweils 16,5 Punkte. So lautete das Endergebnis für die Vize-Bundeschampionesse FS Daddy’s Starlight in der Endabrechnung 59,5 Punkte („Ein modernes Sportpony mit vielen Vorzügen.“). Sie verbuchte ihre höchste Einzelnote mit einer 9,0 für die Skala der Ausbildung. Auf 58,5 Punkte summierten sich die Noten für Tackmann’s Baiser, die ihre Höhepunkte in den Gangarten Schritt und Galopp (jeweils 9,0) hatte.

„Wir haben hier eine gute Gesamtqualität gesehen, wobei uns vor allem die Reiteigenschaften der Ponys überzeugten. Das sind Ponys, die auch für Kinder zu bedienen sind. Um den Sportpony-Nachwuchs müssen wir uns definitiv keine Sorgen machen“, lautete das Fazit von Peter Holler und seinen Kollegen, die in diesem Jahrgang insgesamt 20 gestartete Reitponys bewerteten.