Ergebnisse Reitertag beim LRV Fürstenwalde 2014: Viel los im Landkreis Oder-Sonne-Spree

 

Wer als LRV seinen Reitertag immer am Tag der Deutschen Einheit veranstaltet, hatte in den letzten Jahren meistens Glück. Das Wetter spielte mit. Petrus hatte den deutschen Pass in der Tasche. Soll heißen: Es schien den ganzen Tag die Sonne mit sommerlicher Intensität. Besser kann Wetter im oktober nicht sein.

 

Wenn Klärchen scheint, zieht es auch die Zuschauer in Mengen zum Reitsport. Und das waren beileibe nicht nur die mitgereisten TTs und elterlichen Ultras, die da am Platzrand saßen. Die Tribüne war bestuhlt, direkt neben der Versorgung und so etwa in Augenhöhe mit den Großpferden - allerbeste Aussichten also.

 

Die Anreise ist in Fürstenwalde am Tag der Deutschen Einheit unproblematisch gewesen. Das Parken gestaltete sich dagegen nicht ganz so einfach. Es war schlichtweg zu wenig Platz da, um alle Gespanne unterzubringen. Wahrscheinlich rechneten die Fürstenwalder nicht mit so einem Ansturm. Es war aber trotzdem schön mitanzusehen, wie man sich gegenseitig beim Ein- und Ausparken half. Am Ende ging alles gut.

 

In Sachen Programm ist man ein wenig eingeschränkt, denn der Zuspruch der Reiter ist groß. Mehr als siebzig Starts mussten organisiert und durch Richterin Claudia Herrmann bewertet werden. Man geriet am Ende ein wenig in Zeitverzug - so ist das, wenn man beliebt und wohlgelitten ist im Osten Brandenburgs. Da kann man nicht sonderlich viele verschiedene Prüfungen ausschreiben und macht das, was man an einem Tag schaffen kann.

 

Großes Kino und Anziehungspunkt für viele Zuschauer war die Bespaßung für Kinder. Schminken, Hüpfburg und Ponyreiten, Kutschfahrten und Minipony-Streichelzoo sowie Reitartikel-Flohmarkt für die günstige, reiterliche Erstausstattung - was will man mehr und es ist schon besser als auf so manchem großen Turnier. Wenn das nicht bald mal flächendeckend Schule macht, muss sich kein Veranstalter wegen schrumpfender Zuschauerzahlen wundern. Und so ein Kontakt mit dem Pony könnte schließlich eine Investition in die Zukunft sein, wenn man es sich recht überlegen würde…

Das Außenherum stimmt also und der LRV Fürstenwalde kann sich ein dickes Bienchen auf die Vereinsfahne malen. Nicht ganz unclever: Eintritt musste für all das nicht gezahlt werden, man durfte aber bei der Energieversorgung eine Spende hinterlassen. Das brachte ebenfalls noch ein wenig Zaster in die Vereinskasse.

 

Zum Reitsport in Fürstenwalde - Wie gesagt, es waren mehr als siebzig Starts. Und an dieser Stelle darf einer erwähnt werden, der sich mit seinen vier Jahren als einziger Mann und als einer der jüngsten Teilnehmer obendrein gegen das Amazonenheer zur Wehr setzen musste: Leon Pascal Pöschke vom Hohenwalder Pferd- und Reiter e.V. ging auf Alchan in die Führzügelklasse und stürzte sich der weiblichen Übermacht entgegen. Die Platzierung im Wettbewerb war nicht so entscheidend wie das Kostüm, welches er in Einklang mit Alchan und Mutter Silke als Führerin trug. Nach Meinung der Richterin Claudia Herrmann war es das schönste Kostüm des Tages. Und dass man sich als einziger Kerl inmitten lauter Weiber als Teufel in der Hölle fühlen muss, liegt ja wohl auf der Hand.

 

In der E-Dressur gingen satte 24 Paare in 2er-Abteilungen ins Viereck. Als Siegerin kam Preussenhof´s Golden Level unter Ava Nelkowski vom 1. Berliner Kleinpferdeverein heraus. Für den Sieg gab es eine 7,2. Luna Lee Arndt und Alchan belegten mit einer 6,9 Platz zwei vor Sylvia Fickert/Rubichamp (6,8).

 

Es folgte die A-Dressur mit siebzehn Teilnehmern. Ganz vorne konnte sich Patricia Meißner auf Fero vom Briesener Reitverein e.V. mit einer 6,8 in Szene setzen. Die Silberne Schleife ging an die Siegerin der E-Dressur Ana Nelkowski mit Preussenhof´s Golden Level (6,6). Platz drei für die Weiße Schleife holten sich wiederum Sylvia Fickert/Rubichamp (6,5).

 

Im einfachen Reiterwettbewerb mussten zwei Abteilungen mit jeweils vier Paaren in das Viereck. Hier wusste Angelina Henning auf Scarlet von der VSG 1990 Bestensee e.V. mit einer 7,5 zu überzeugen. Auf dem zweiten Platz folgten ihr Elina Stolp vom BSV AdW e.V., Abt. Pferdesport und Zora (7,2). Weiß ging mit einer 7,0 nach Hohenwalde an Alchan zwischen den Eisen von Estelle Hoffmann (7,0).

 

Vorletzter Wettbewerb des Reitertages in Fürstenwalde war der Führzügelwettbewerb mit Kostüm. Zehn bunt geschmückte Paare stellten sich der Jury. Das Zittern der Eltern und Großeltern am Platzrand nahm zu; wahrscheinlich stieg parallel dazu auch der jeweilige Adrenalinspiegel. Immerhin ging es um die Olympiateilnehmer von übermorgen, die da unterwegs waren. Mit der höchsten Wertnote 7,6 bedeutete das den Sieg für Alisa Ziesche und Farockh. Lara Ventzke und Gina retteten die Ehre des LRV Fürstenwalde und holten sich Silber (7,4). Und auch Platz drei blieb beim Gastgeber. Dolly unter Michele Hein erhielten eine 7,0.

 

Highlight des Reitertages und krönender Abschluss mit zwölf Konkurrenten war der Caprilli-Test. Vorher musste noch ein wenig umgebaut werden, während gleichzeitig die Siegerehrung neben dem Platz lief. So ein Umlauf mit Dressur- und Springelementen inklusive Beurteilung durch die Richterin dauert so seine Zeit. Claudia Herrmann ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen und nahm sich an Minuten, was sie brauchte. Das kam den Reiterinnen zugute, die meist dankbar waren für die Anmerkungen zur erbrachten Leistung. Eine 7,3 war die höchste, vergebene Wertnote in dieser Prüfung. Die erreichte Judith Block auf ihrem Pferd Sommerliebe III. Die Silberne Schleife und eine Wertnote von 7,0 gab es für Maria Schweder vom Briesener Reitverein e.V. auf Sambuca vor Julia Fritz vom Gastgeber auf Dolly (6,8), die allerdings nebenbei noch alle Hände voll mit der Organisation zu tun hatte.

Das Gelände vom LRV Fürstenwalde ist ein tolles Pflaster für den Reitsport und nachweislich beliebt. Ende Oktober wird in ein neues Domizil umgezogen. Es bleibt zu hoffen, dass es so weitergeht. Ein Reitertag soll im nächsten Jahr am 03. Oktober wieder stattfinden. Darauf darf man sich freuen.

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©

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Ergebnisse Reitertag LRV Fürstenwalde 2014: