Ergebnisse Reining WM Frankreich 2014: Deutsche Reiter auf Platz vier

 

 

Grischa Ludwig und Volker Schmitt direkt fürs Finale qualifiziert

Caen/FRA (fn-press). Im vergangenen Jahren waren sie Doppel-Europameister – bei Weltreiterspielen fehlt den deutschen Reinern jedoch regelmäßig das letzte Quäntchen Glück. Auch 2014 in Caen verpasste die Mannschaft von Bundestrainer Kay Wienrich knapp einen Platz auf dem Treppchen. „Eigentlich wollten wir genau das verhindern, wieder Vierte zu werden. Wir hatten das Ziel, hier eine Medaille zu gewinnen und hätten es auch verdient gehabt“, sagte Equipechef Nico Hörmann, vor vier Jahren selbst Mitglied des deutschen Teams. „Drei Ausfälle im Vorfeld konnten wir allerdings nicht kompensieren. Unter diesen Umständen können wir sagen, dass wir nicht Bronze verloren haben, sondern uns trotz allem Platz vier erkämpft haben.“

Zunächst hatte es auch noch gut ausgesehen fürs deutsche Team. Am ersten Wettkampftag legten Volker Schmitt (Prichsenstadt) mit Smokin Milfilenna und Grischa Ludwig (Bitz), der nach dem Ausfall seines Toppferdes Custom del Cielo auf Zweitpferd Ruf Tuf Juice zurückgreifen musste, den Grundstock für eine Medaille und sicherten sich auf direktem Weg einen Platz im Finale. Eng wurde es allerdings nach dem Ritt von Nina Lill (Börsborn), deren Fuchsstute Gr Hug A Jewel besonders zu Beginn überhaupt nicht mit der Wettkampfhalle klarkam. "Die Leute und das Licht, die niedrigen Decken, das hat sie alles gestört", sagte die Reiterin. Nach mißglückten Drehungen ("Turns") fing sich die Stute aber allmählich. "Die Stopps waren echt mega, so gut waren sie noch nie“, lobte sie. Leider reichte es aber nicht mehr, um auf den gewohnten Score zu kommen. Mit 210 Punkten fiel sie weit in der Rangierung zurück. "Es muss halt immer alles passen. Ein Pferd ist eben keine Maschine", sagte sie.

Damit lag alles an Schlussreiter Alexander Ripper. Wie Grischa Ludwig hatte auch der Doppel-Europameister von 2013 kurzfristig auf sein Spitzenpferd Wild At the Bar verzichten müssen, der nach der Anreise in Frankreich eine Kolik erlitt. Wie alle seine Teamkollegen gab er sein Bestes mit Zweitpferd Awesome Paleboy. Der Score von 217,5 reichte nicht aus, um seinem Team noch aufs Treppchen zu verhelfen. "Ich hätte für Bronze 222 Punkte haben müssen. Mit meinem ausgefallenen Pferd hätte ich das schaffen können. Mit Awesome Paleboy vielleicht auch. Aber wir konnten ja nur einmal vorher in die Arena", sagte Ripper. Als 16ter im Einzelranking verpasste er knapp den direkten Einzug ins Finale und wird nun versuchen, sich über den „Consolation Run“ noch für den Kampf um die Einzelmedaillen zu empfehlen.

Neue und alte Weltmeister sind die Reiner aus den USA mit einem Gesamt-Score von 677,5. Als beste Europäer gewannen das belgische Team die Silbermedaille (663,0). Erstmals erzielten die „Cowboys“ aus Österreich eine Medaille. Mit einem Score von 658,5 holten sie Bronze. Ihr stärkster Reiter war der in den USA lebende Martin Mühlstätter, der mit Wimpys Little Buddy einen Score von 224 erzielte und sich damit in der Mannschaftsprüfung den zweiten Platz mit den beiden US-Amerikanern Andreas Fappani mit Custom Cash Advance und Titelverteidiger Tom McCutchon mit Yellow Jersey teilte. Das beste Ergebnis erzielte mit Ex-Weltmeister Shawn Flarida mit Spooks Gotta Whiz ebenfalls ein Reiner aus dem siegreichen US-Team.

Foto von Dirk Caremans/FEI: Das Podium Reining