Ergebnisse Preis der Besten Dressur 2014: Sieg für Geschwister Rothenberger in Warendorf

Anna-Christina Abbelen gewinnt bei den Junioren

Warendorf (fn-press). Doppelt hält besser: Beim Preis der Besten in Warendorf steht in diesem Jahr gleich zwei Mal der Name Rothenberger auf der Sieger-Liste. Bei den Ponyreitern setzte sich Semmieke Rothenberger durch, ihr älterer Bruder Sönke hatte bei den Jungen Reitern die Nase vorn.

Wie im Vorjahr hatte die 14-jährige Semmieke Rothenberger (Bad Homburg) ihre beiden Erfolgsponys für die Titelverteidigung im Preis der Besten gesattelt. Die Mannschafts- und Kür-Europameisterin 2013 legte vor allem mit ihrem Ponyhengst Deinhard B die Messlatte für ihre Konkurrenz hoch. Sie konnte ihr Top-Ergebnis vom Samstag (77,991 Prozent) am Finaltag sogar noch einmal steigern auf 78,699 Prozent. Mit Stute Golden Girl rangierte sie auf Rang zwei der Gesamtwertung (73,590 Prozent/ 75,976 Prozent). „Semmie hat Deinhard B jetzt schon super gut in Schuss, und natürlich auch mit Golden Girl zwei klasse Runden gedreht. Die Noten sagen ja im Grunde alles“, freute sich Bundestrainerin Cornelia Endres über die Leistung. Silber ging an die Rheinländerin Celine König (15, Duisburg) mit dem siebenjährigen Daddy’s Daydream, die sich in der ersten Wertung Rang vier sicherte (72,991 Prozent) und diese Leistung am Sonntag nochmal richtig steigerte (Platz drei, 75,081 Prozent). Mit der achtjährigen bewegungsstarken FS Don’t Worry-Tochter Desert Rose sprang für Maike Mende (16, Nordwalde) aus Westfalen am Ende die Bronzemedaille heraus (Platz drei/ 72,991 Prozent und Platz vier (73,008 Prozent). „Meike und Celine haben beide sehr souveräne Ritte gezeigt“, so Endres. „Vor allem die Prozentzahlen gingen dieses Jahr insgesamt sehr hoch. Die Richter waren begeistert, wie technisch gut die teilweise erst zwölf und 13 Jahren alten Kinder hier reiten und haben das entsprechend honoriert.“ Insgesamt 22 Reiter hatten ihr Dressurponys im Warendorfer Viereck gesammelt, um sich in den Prüfungen, die gleichzeitig als erste Europameisterschaftssichtung fungierten, eine gute Visitenkarte abzugeben. 15 Paare werden nun für die zweite Euro-Sichtung nach Wiesbaden eingeladen. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, gibt sich die Ponydressur-Bundestrainerin gewohnt siegessicher.

„Fürstlicher“ Sieg bei den Junioren

„Der Fürst war echt gut drauf“, brachte Anna-Christina Abbelen (17, Kerpen) die Leistungen ihres neunjährigen Fürst-Heinrich-Sohnes Fürst on Tour bei der Siegerehrung auf den Punkt. Mit mehr als drei Prozentpunkten Abstand verwies die Abiturientin ihre Konkurrenz in beiden Wertungsprüfungen (76,486 Prozent/ 76,816 Prozent) auf die Plätze. „Es fühlt sich einfach toll an, ein Pferd zu reiten, das so schön bergauf geht und dem Reiter entgegenkommt. Fürst on Tour hat einfach unheimlich Kraft und Kondition, so dass er die Prüfungen ganz spielerisch leicht absolvierte. Er hat heute alles gegeben“, so die Team-Europameisterin, die im Vorjahr auch EM-Silber in der Kür gewann. Nur lobende Worte hatte auch der Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter, Hans-Heinrich Meyer zu Strohen (Verden) für Anna-Christina übrig: „Sie betreibt den Leistungssport mit ganz viel Freude und Disziplin. Das Überragende ist die Sicherheit mit der sie hier die Punkte abräumt. Anna-Christina hat einfach einen Plan für den Ablauf einer Prüfung.“ Beritten ist die Rheinländerin gleich mit zwei Top-Pferden. Für die Leistungen mit achtjährigen First Lady v. Florencio sprang einmal Rang sieben und Rang fünf beim diesjährigen Preis der Besten heraus. Auf den Silberrang ritt Ellen Richter vom Landesverband Weser-Ems (18, Bad Essen) mit der neunjährigen Stute Fontane v. Florestan I. Sie platzierte sich in beiden Wertungsprüfungen auf Rang zwei (73,622 Prozent/ 73,447 Prozent). Sie fiel vor allem durch ihre feine reiterliche Einwirkung auf: „Ellen hat sich mit diesem jungen Pferd sehr erfolgreich und Schritt für Schritt in Ruhe nach vorne gearbeitet und müsste eigentlich ein Fleiß-Kärtchen bekommen. Man sollte hier vor allem die vorbildliche Anlehnung hervorheben, ihre hohe Konzentration und natürlich auch die guten Grundgangarten“, so der Bundestrainer. Mit dem neunjährigen Hannoveraner Special Edition scheint Jesssica Krieg (17, Heinsberg) an ihre extrem erfolgreiche Ponyzeit anzuknüpfen. Sie sicherte sich in ihrer neuen Altersklasse gleich die Silbermedaille mit zwei dritten Plätzen in den Wertungsprüfungen (72,919 Prozent/ 71,947 Prozent). „Jessica hat sich vor allem im Wintertraining sehr stark gesteigert und eine ganz konstante Leistung in Warendorf gezeigt“, lobte der Bundestrainer, der sich auch bei den Richtern bedankte: „Sie sind dieses Jahr mit über 76 Prozent deutlich an die guten Noten herangegangen.“ Der Preis der Besten war für die Junioren und Jungen Reiter die erste Sichtung für die Europameisterschaften. In Hagen steht jetzt die zweite Euro-Sichtung an. „Es hat sich bewährt, dass die Kaderreiter und Talente auf den Sichtungsturnieren im Vorfeld schon zusammen trafen. So war es für die neuen Reiter hier in Warendorf etwas einfacher. Die Aufgabe am zweiten Tag lief insgesamt flüssiger und entspannter“, zog Meyer zu Strohen sein Fazit.

Junge Reiter: Rothenberger zum Zweiten

In den letzten Jahren machten die Damen das Junge-Reiter-Finale beim Preis der Besten immer unter sich aus. Das sollte sich 2014 schlagartig ändern. Mit Sönke Rothenberger (19, Bad Homburg) rollte ein ehemals sehr erfolgreicher Ponydressurreiter das Feld als „Shootingstar“ (O-Ton Hans-Heinrich Meyer zu Strohen) auf. Mit dem siebenjährigen holländisch gezogenen Wallach Cosmo katapultierte er sich in beiden Wertungsprüfungen unangefochten an die Spitze (74,421 Prozent/ 74,158 Prozent). „Sönke ist wirklich ein phänomenaler Nachwuchsreiter, der wohl mit diesem besonderen Pferd eine Partnerschaft gefunden hat. Die Galopparbeit war hervorragend“, so der Bundestrainer. Das Außergewöhnliche: Nach seiner Ponyzeit war Sönke Rothenberger eigentlich ins Springlager gewechselt und startete auch jetzt in Warendorf parallel mit seiner Stute Liza Minelli erfolgreich im Parcours der Jungen Reiter (Platz 21). Silber und Bronze gingen an die beiden erfolgreichen Vize-Europameisterinnen (Team) Vivien Niemann (20, Mannheim) und Juliette Piotrowski (20, Kaarst). Viviens zweiter und dritter Platz in den Wertungsprüfungen mit Erfolgspferd Wirsol’s Cipollini (71,605 Prozent/ 73,132 Prozent) bescherten der Baden-Württembergerin am Ende Silber. „Eine sehr konstante Leistung“, befand Hans-Heinrich Meyer zu Strohen. Für die Bronzemedaille reichten der Rheinländerin Juliette Piotrowski mit dem Sandro Hit-Sohn Sir Diamond (9) Platz fünf in der ersten Wertung (71,342 Prozent) und Platz drei im Finale (73,132 Prozent). „Das war punktgenaues Reiten mit einer starken Schritt-Tour“. Am Samstag hatte noch Florine Kienbaum (Lohmar) mit Don Windsor OLD gut im Rennen gelegen (Platz drei/ 71,579 Prozent). Doch die Rheinländerin, die 2013 ebenfalls im Euro-Silberteam ritt, musste das Turnier auf ärztlichen Rat hin wegen einer Mandelentzündung abbrechen. Dafür ritt die Westfälin Bianca Nowag (Ostbevern), die in der ersten Wertung mit Fair Play noch Rang sieben belegte, auf den zweiten Platz (73,605 Prozent). „Am ersten Tag traten auch bei den Jungen Reitern einige Fehler auf, am zweiten Tag haben alle ihre Leistungen gesteigert“, so Meyer zu Strohen.