Ergebnisse Fahrturnier CAIOP Minden 2015: Zwei Mannschaftssiege für Deutschland

Sieg und Top-Platzierungen auch in den Einzelwertungen

Minden (fn-press). Fünf Mal erklang beim Internationalen Offiziellen Pony-Fahrturnier (CAIOP) im westfälischen Minden die deutsche Nationalhymne. Zwei Mannschaftssiege, ein Sieg in der Kombinierten Wertung, dazu Siege und viele Top-Platzierungen in den Einzelwertungen, das stimmt hoffnungsvoll für die anstehenden Weltmeisterschaften der Ponyfahrer Anfang September im niederländischen Breda.

„Wir sind gut zufrieden. Vor allem bei den Pony-Einspännern scheint die Durststrecke der vergangenen Jahre überwunden.“, zog der deutsche Fahrsportkoordinator Fritz Otto-Erley (Warendorf) Bilanz. Doch nicht nur das: „Minden war ein fantastisches Turnier. Organisation top! Stimmung top! Sport mehr als top“. Die Pferdesportgemeinschaft GEWE Minden hatte an diesem Wochenende in dem kleinen Ortsteil Kutenhausen das weltweit einzige Nationenpreis-Turnier für Pony-Fahrer ausgerichtet. „Einfach sensationell, was das Team Weihe hier auf die Beine gestellt hat“, so Otto-Erley.

Pony-Einspänner

Einen Start-Ziel-Sieg landete das deutsche Pony-Einspännerteam und der Mannschaftssieg fiel ausgesprochen deutlich aus. 296,21 Punkte standen am Ende auf dem Konto von Sandra Schäfer (Nordwalde), Fabian Gänshirt (Lahr) und Patrick Hanisch (Ennigerloh). 318,60 Punkte schlugen für das Team aus Frankreich zu Buche, auf Platz drei beendeten die Niederländer (323,46) den Nationenpreis. Die Einzelwertung gewannen Fabian Gänshirt und David L mit 148,46 Punkten vor Kristina Klindt aus Dänemark (151,80) und dem Ungarn Martin Hölle (151,93). Patrick Hanisch wurde Zehnter, Sandra Schäfer Elfte. Zweitbester Deutscher auf Platz acht war Herbert Rietzler (Rettenberg) mit Nakuri.

Der 26-jährige Fabian Gänshirt und sein FS Don’t Worry-Sohn David L sind derzeit in bestechender Form: Nach Platz drei beim internationalen Vergleich in Dillenburg nun Platz eins in Minden. Schon in der Dressur war das Gespann eine Klasse für sich: 40,45 Punkte bedeuteten den deutlichen Sieg vor den beiden Zweitplatzierten Robert Buck (GBR) und Martin Hölle, die auf 45,89 Punkte kamen. Herbert Rietzler und Nakuri waren Fünfte, Marlena Brenner (Schüttorf) und Leonardo Sechste. Im 47-köpfigen Teilnehmerfeld aus zwölf Nationen fuhren auch Katja Helpertz (Nettetal) und Nordstern’s Stoertebecker noch in die Platzierung (Rang elf). Im Gelände lieferten sich die Französin Claire Lefort und Sandra Schäfer mit ihrem Carino S (v. Cyriac WE) ein Kopf-an-Kopf Rennen. Mit 95,21 Punkten kam Lefort ins Ziel, für Schäfer wurden 95,72 Punkte notiert. Mit 97,28 Punkten war der Schweizer Mannschaftsfahrer Cedric Scherrer Dritter. Knapp fünfte Punkte hinter der Siegerin belegte Fabian Gänshirt Platz sechs, Marlena Brenner wurde Achte. Beste Deutsche im Kegelparcours waren Patrick Hanisch und sein Haflinger Moses. Ohne Abwurf, lediglich mit 2,88 Zeitfehlern kamen die Beiden, die in Dillenburg Platz zwei der Gesamtwertung belegt hatten, ins Ziel. Auch bei Herbert Rietzler und Katja Helpertz fiel kein Kegel, beide waren aber deutlich zu langsam unterwegs und belegten die Plätze neun und zehn. Mit zwei Abwürfen in der Zeit fuhr Sandra Schäfer auf Platz sieben. Den Sieg in dieser Teilprüfung holte sich Kristina Klindt. Mit ihrem Pluto Callisto fuhr sie als Einzige ohne Abwurf und ohne Zeitfehler ins Ziel.

Pony-Zweispänner

Auch die Pony-Zweispännerfahrer waren in der Mannschaftswertung von Beginn an auf Siegeskurs. Nahezu triumphal das Ergebnis der Dressur: Platz eins für Dieter Baackmann (Emsdetten/41,98 Punkte), Platz zwei für „Hausherrn“ Christof Weihe (42,62), Platz drei für Jan-Felix Pfeffer (Henstedt-Ulzburg/42,88). Lediglich die Britin Anna Grayston konnte mit 43,01 Punkten noch mit der Leistung des deutschen Trios mithalten, alle ab Rang fünf Platzierten hatten nach der Dressur schon mehr als 50 Punkte auf ihrem Konto. Dass der Sieg im Preis der Nationen dann nicht so eindeutig ausfiel wie bei den Pony-Einspännern, lag am Ausscheiden Baackmanns im Marathon. Es „erwischte“ den Doppelweltmeister von 2011 und Mannschafts-Weltmeister von 2013 im letzten der acht Hindernisse, seine Kutsche kippte um, er musste ausscheiden und sein Dressurergebnis zählte nicht mehr für die Mannschaftswertung. So waren es am Ende 321,99 Punkte, die für das deutsche Team zählten, auf 323,54 Punkte kamen die zweitplatzierte Briten, die Eidgenossen wurden mit 358,88 Punkten Dritte.

Die Einzelwertung gewann Anna Grayston mit nur 1,83 Punkten Vorsprung vor Jan-Felix Pfeffer, Dritter wurde Christof Weihe. Einzelfahrerin Birgit Kohlweiß aus Weil der Stadt belegte Platz sieben. Bester Deutscher im Marathon war Thomas Tischer (Neu-Isenburg) auf dem fünften Platz. Auch Hubert Häringer (Freiburg/Platz sieben), Rene Jeurink (Hoogstede/Platz acht) und Christof Weihe (Platz zehn) holten sich „eine Schleife ab“. Der Sieg aber ging an den Briten Roger Champell, gefolgt von den beiden Niederländern Dirk Neerincx und Woutera van de Kamp-Roozendaal. Für ihre Platzierung unter den Top-Ten der Einzelwertung machte Birgit Kohlweiß wichtige Punkte im Hindernisfahren gut. Ohne Kegelfehler (lediglich ein paar Zeitfehler) war sie beste Teilnehmerin aus deutscher Sicht (Platz drei). Mit zwei Abwürfen und Zeitfehlern belegte Jan-Felix Pfeffer Platz acht, Neunter wurde Niels Kneifel (Wunstorf). Den Sieg in dieser Prüfung holte sich Christof König aus der Schweiz.

Pony-Vierspänner

Mit Platz drei in der Nationenwertung mussten sich die Pony-Vierspännerfahrer begnügen. Während das niederländische Team als eindeutige Sieger (306,47 Punkte) aus dem Wettbewerb hervorging, betrug der Unterschied zwischen Belgien und Deutschland gerade mal 0,04 Punkte. 358,14 Punkte zählten für Belgien, 358,18 für die Mannschaft aus Deutschland, zu der Dieter Höfs (Weil der Stadt), Tobias Bücker (Emsdetten) und Steffen Brauchle (Lauchheim-Hülen) gehörten. „Im Hindernisfahren haben wir die Silbermedaille verloren“, kommentierte Fritz Otto-Erley. Lediglich Steffen Brauchle konnte sich mit einem Abwurf (aber doch etlichen Zeitfehlern) an achter Stelle gerade noch in die Platzierung fahren. Besser lief’s da für den deutschen Einzelfahrer Thomas Bär (Mühltroff/Platz drei) und auch Jaqueline Walter (Petershagen) war als Siebte noch etwas besser als Brauchle. Für den gerade 27 Jahre alt gewordenen mehrfachen WM-Medaillengewinner sprang aber dennoch nach Platz drei in der Dressur und Platz vier im Marathon Platz drei in der Einzelwertung heraus. Dominierender  Fahrer dieser Anspannung war der Niederländer Bram Chardon, Sohn des mehrfachen Weltmeisters der „großen“ Vierspänner, Ysbrand Chardon. 21,36 Punkte betrug sein Vorsprung vor der Zweitplatzierten, Tinne Bax aus Belgien. Chardon gewann alle Teilprüfungen mit Bravour. Tobias Bücker kam nach Platz vier in der Dressur, Rang 17 im Marathon und Rang neun im Hindernisfahren auf Platz sieben der Gesamtwertung. Dieter Höfs war Siebter in der Dressur, 19. im Marathon und 24. im Kegelfahren. Eine gute Leistung im Gelände zeigte auch Michael Bügener (Gronau-Epe), als Zweitbester Deutscher belegte der 25-jährige Platz sechs.

DM der Fahrer mit Behinderung

Nationenpreisturnier – das ist noch nicht genug, so dachten wohl die Veranstalter. Parallel zu den Ponyprüfungen trugen die Fahrer mit Handicap ihre Deutsche Meisterschaft aus. Und zwar zum 15. Mal. Gold gewann mit deutlichem Vorsprung Hubert Markett (Rees) mit seinem in Westfalen gezogenen Pony Jesko. Alter und neuer Vize-Meister ist Markus Beerhues (Langenberg) mit der Alicante B (v. Arpeggio), Bronze holte sich Herbert Düpmann (Oelde) mit Silva (v. Show Star).