Ergebnisse Fahren CHIO Aachen 2014: Platz drei für deutsche Vierspänner

Niederländer gewinnen zum achten Mal den Nationenpreis

Aachen (fn-press). Zum achten Mal in Folge hat ein niederländisches Team beim CHIO Aachen den Nationenpreis im Vierspännerfahren gewonnnen. Die deutsche Mannschaft mit Mareike Harm (Negernbötel), Christoph Sandmann (Lähden) und Georg von Stein (Modautal) landete hinter Ungarn auf dem dritten Platz.

„Das ist schon sehr ärgerlich. Wir hatten schon gehofft, wenigstens wieder auf Platz zwei zu fahren“, mache Bundestrainer Karl-Heinz Geiger keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. In der Dressur hatte es noch gut ausgesehen für das deutsche Trio, wenn auch etwas anders als geplant. „Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass Mareike Harm vor ihren beiden Teamkollegen landet“, sagte Geiger. Das klappte allerdings nicht. Die 28-Jährige, die als einzige Frau im Starterfeld während des CHIO besonders unter Beobachtung stand und häufig ein Kamerateam im Schlepptau hatte, lieferte mit 47,55 Minuspunkten das Streichergebnis. Dafür erwies sich das Nachwuchspferd von Georg von Stein in der Dressur als Bereicherung. Er fuhr in der Einzelwertung das beste Ergebnis für Deutschland und landete in der Mannschaftsdressur nur zwei Zehntel hinter dem dreimaligen Mannschaftsweltmeister Christoph Sandmann. Auf der Marathonfahrt machten sich allerdings noch ein paar Ausbildungsdefizite bemerkbar. Von Stein blieb einmal im Hindernis stecken und verlor wertvolle Zeit. Auch Sandmann, der gerade erst das CAI im heimatlichen Lähden für sich entscheiden konnte, fuhr im Aachener Gelände mit Blick auf die Weltmeisterschaften kein volles Risiko. Mareike Harm lieferte mit einer ordentlichen, aber nicht allzu schnellen Runde erwartungsgemäß das Streichergebnis. Damit fiel die deutsche Mannschaft nach zwei Teilprüfungen auf Rang drei hinter den Niederländern und Ungarn zurück. Im abschließenden Kegelfahren konnte sich Holsteinerin mit der einzigen Nullrunde im deutschen Team rehabilitieren, allerdings musste sie trotz kürzester Wege 2,12 Zeitstrafpunkte in Kauf nehmen. Besonderes Pech hatte Georg von Stein. Er war schon fast im Ziel und gut in der Zeit, als im letzten Hindernis noch ein Bällchen fiel: 3 Strafpunkte. Nur eine Nullrunde von Christoph Sandmann hätte danach dem deutschen Team den zweiten Platz noch retten können, denn auch die drei ungarischen Fahrer kamen nicht ohne Strafpunkt ins Ziel. Doch schon am vierten Tor fiel ein Bällchen, zwei weiterer Abwürfe und Zeitfehler kamen hinzu. Mit einem Endstand von 312,36 Minuspunkten landete die deutsche Mannschaft damit hinter den Ungarn (309,82) auf Platz drei. Einmal mehr uneinholbar waren die niederländischen Fahrer – Isjbrand Chardon, Koos de Ronde und Theo Timmermann – in der Soers. Sie lagen am Ende mit 292,85 Minuspunkten unangefochten an der Spitze.

Michael Brauchle Zweiter im Kegelfahren

Für ein versöhnliches Ende sorgte noch einmal Michael Brauchle. Der 24-jährige Sportsoldat, der bereits auf der Marathonfahrt nur knapp den Sieg verpasst hatte, landete auch im Kegelfahren auf Platz zwei. Als zweiter Starter hatte er 199,45 Sekunden für seine fehlerfreie Fahrt gebraucht. Dafür kassierte er zunächst Zeitstrafpunkte, die aber wieder gestrichen wurden, nachdem nach drei Startern die erlaubte Zeit nach oben korrigiert wurde. Das hieß null Strafpunkte und ein Stechen mit Benjamin Allaud, das der Franzose allerdings mit zwei Sekunden Vorsprung für sich entscheiden konnte. Mareike Harm landete mit ihrem Ergebnis auf Platz acht, Georg von Stein wurde Zehnter.

Für die kombinierte Einzelwertung hatte das heutige Kegelfahren keine Bedeutung mehr. Hier war die Entscheidung bereits nach dem gestrigen Marathon gefallen. Aachen-Sieger 2014 ist der US-Amerikaner Chester Weber vor Boyd Exell (Australien) und Koos de Ronde aus den Niederlanden. Als bester Deutscher belegte Christoph Sandmann Platz fünf.