Ergebnisse EM Voltigieren Ebreichsdorf / Österreich 2013: Starke Pflichten der deutschen Teams

 

Voltigieren: Neusser Gruppen überzeugen / Miriam Esch und Julian Wilfling weiter auf Medaillenkurs

Ebreichsdorf/AUT (fn-press). Auch der zweite Championatstag der deutschen Voltigierer verlief erfolgreich: Beide Teams brachten sich bei den Europameisterschaften im österreichischen Ebreichsdorf mit ihrer Pflicht in aussichtsreiche Positionen.

In ihrem jeweils ersten Umlauf haben die Teams des RSV Neuss-Grimlinghausen nur wenige Fehler gezeigt. Das Seniorteam erkämpfte sich nach dem ersten von drei Umläufen die Führung. Die Junioren mussten sich – wie schon im vergangenen Jahr – den Gastgebern aus Österreich geschlagen geben und setzen nun auf ihre Kürstärke, die ihnen im Vorjahr zum Titel verhalf. „Wir liegen voll im Plan“, sagte Bundestrainerin Ulla Ramge.

Im Seniorenwettbewerb entwickelte sich das erwartet spannende Duell zwischen dem Weltmeister aus der Schweiz und der klaren deutschen Nummer eins aus dem Rheinland. Am Ende setzte sich – im Gegensatz zur WM 2012 – die Mannschaft von Trainerin Jessica Schmitz durch. Die 31-Jährige war im Anschluss an den souveränen Auftritt auf Pferd Arkansas so gelassen wie selten. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte die Meistertrainerin. „Die Ausstrahlung war spitze“, resümierte sie über den Gesamteindruck ihrer Schützlinge. Einige der Plichtelemente hätte sie zwar im Training schon besser gesehen. „Allerdings war auch schon sehr viel schlechter im Training.“ Das sechsköpfige Richtergremium vergab eine Gesamtnote von 7,667 Punkten und damit fast zwei Zehntel mehr als der Schweiz und als auf die Pflicht im Vorjahr bei der WM in Le Mans. Die Eidegenössinnen um Trainerin Monika Winkler-Bischofberger kamen auf 7,479 Punkte. Dicht auf den Fersen sind dem Führungsduo die Gastgeber aus Österreich, die 7,354 Zähler erturnten.

Etwas weniger souverän als die Senioren meisterten die U18-Schützlinge ihre Aufgabe. Kleinere Unsicherheiten zu Beginn zogen sich durch das gesamte Programm. „Sie haben sich mit ihrer Nervosität gegenseitig angesteckt. Man merkt, dass einigen Voltigierern noch die nötige Erfahrung in solch wichtigen Wettbewerben fehlt“, schätzte Schmitz ein. Die Deutschen verbuchten auf ihrem Pferd Remake – longiert von Simone Lang-Wiegele – 6,599 Punkte. Die Vertreter aus der Alpenrepublik stehen aktuell bei 6,824 Punkten. Der Vorsprung ist groß, jedoch nicht unaufholbar. Schon im vergangenen Jahr war den Neussern das Meisterstück gelungen, als sie mit ihrem Kürprogramm noch auf die Überholspur wechseln konnten.

Die Senioren haben am heutigen Freitag eine Pause und starten am Samstag mit ihrer ersten Kür. Die Junioren gehen heute ab 17.15 Uhr in die erste Kür. Die U18-Entscheidungen fallen am Samstag, die Meister bei den Senioren werden am Sonntag gekürt.

Nach der ersten Kür befinden sich Miriam Esch (Münsterschwarzach) und Julian Wilfling weiter auf Medaillenkurs. Die Pferdeakrobatin vom Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach musste sich auf Robbie Naish der Lokalmatadorin Daniela Fritz in der Kür nur hauchdünn geschlagen geben (Esch: 8,195/Fritz: 8,197) und untermauerte damit ihren zweiten Platz sowie ihre Ambitionen auf das Podest. Fritz führt vor dem finalen Durchgang mit 8,045 Punkten. Esch folgt mit 7,849 Zählern vor der Vorjahres-Siegerin Anais Kristofics-Binder (AUT/7,635) und Mannschaftskollegin Gianna Meier aus Lünen (7,336). Sohie Hofmann aus Kemmenau folgt auf Rang sieben (7,034).

Bei den Herren musste der bis dato drittplatzierte Johannes Kay (Sörup) nach einem Sturz von Rockard H seine Medaillenhoffnungen begraben. Besser machte es Julian Wilfling aus Untermeitingen auf Luino (Longe: Alexander Zebrak), der die viertbeste Kür zeigte, aber souverän auf Platz zwei blieb. Nur der Titelverteidiger Ramin Simon Rahimi konnte seinen Vorsprung noch ein wenig ausbauen und liegt nun im Gesamtklassement mit 7,897 Punkten vor Wilfling (7,68). Miro Rengel rangiert auf Platz sechs (7,264), Kay auf zwölf (6,891).

Im Pas-de-Deux liegen die Vorjahres-Vizemeister Justin van Gerven und Gera Grün aus Köln auf ihrem Pferd Weltoni RS von der Wintermühle auf Platz drei (7,284). In Führung befinden sich Sandrine Flicker und Heike Hulla (7,807) aus Österreich vor den Vorjahressiegern Andrew McLachlan und Rebecca Norval aus Großbritannien (7,494).

Die Wettkämpfe am Freitag starten mit den Senior-Einzelvoltigierern (Damen und Herren), ehe die zweite Pflicht der U18-Solisten, das Senior-Pas-de-Deux sowie die Küren der Juniorteams anstehen. FN/Daniel Kaiser