Ergebnisse EM Voltigieren Ebreichsdorf 2013: Doppelgold für Neuss, Silber für Oese, Bronze für Pas-de-Deux

 

Voltigieren: Neuss verteidigt den Titel im Pferdesportpark Magna Racino

Ebreichsdorf/AUT (fn-press). Die Mannschaften des RSV Neuss-Grimlinghausen haben im Pferdesportpark Magna Racino in Ebreichsdorf bei Wien einen historischen Triumph eingefahren. Nach dem Sieg des Juniorteams gewann nun auch das Team der altersoffenen Klasse den EM-Titel. Es war das erste Mal in der Geschichte des Voltigiersports, dass ein Verein bei einem Championat am selben Ort einen Doppelsieg erringen konnte. Erik Oese (Radebeul) holte Silber im Herren-Einzel, Pia Engelberty und Torben Jacobs (Köln) Bronze im Pas-de-Deux.

In beiden Königsdisziplinen konnte sich die Voltigiernation Deutschland gegen starke internationale Konkurrenz behaupten. Entsprechend groß war die Freude bei den Aktiven und den zahlreich mitgereisten Fans. Gänzlich reibungslos war den RSV-Pferdeakrobatinnen der außergewöhnliche Erfolg jedoch nicht geglückt. Im ersten Kürdurchgang am Samstag verbuchte die Mannschaft von Trainerin Jessica Schmitz einen Sturz und verlor dadurch fast den gesamten Vorsprung aus der Pflicht. Erst am Finaltag kehrten die Rheinländerinnen auf Arkansas zu alter Stärke zurück. Erinnerungen an die EM 2011 im französischen Le Mans wurden wach, als der Mannschaft im ersten Kürdurchgang ein ähnliches Missgeschick unterlief. Bundestrainerin Ulla Ramge blieb aber optimistisch. „Wenn im zweiten Durchgang kein Fehler passiert, wird es reichen“, prophezeite sie – und behielt Recht.

Eine abendliche Videoanalyse brachte Klarheit in die Angelegenheit. Mit kleineren Umstellungen und neuem Selbstvertrauen gingen die Deutschen in den finalen Umlauf und konnten auf ganzer Linie überzeugen. Mit der klar besten Saisonleistung kassierte das Team für seine Kür mit 8,928 die Höchstnote aller Wettbewerbe und kam im Endergebnis auf 8,291 Punkte. Österreich landete auf Platz zwei (8,164), gefolgt von Frankreich (7,949) und der Schweiz (7,584), die diesmal mit zwei schweren Stürzen im Finale weit zurückfielen. „Neuss ist mit einem unglaublichen Teamgeist aufgetreten und hat hier alle Kräfte gebündelt“, sagte Ramge.

Knapp geschlagen geben musste sich Erik Oese. Der Radebeuler war auf Calvador (Longe: Andreas Bäßler) mit Goldchancen in den abschließenden Umlauf gegangen. Eine sehr gute Kürleistung reichte allerdings nicht aus, um an dem überragenden Jacques Ferrari vorbeizukommen. Der Franzose gewann die abschließende Kür mit 8,839 Punkten und verbuchte damit im Endergebnis 8,272 Punkte. Erik Oese rangierte mit 8,23 Zählern (Kür: 8,601) nur knapp dahinter, freute sich aber dennoch über sein zweites Silber bei seinem zweiten Championat. „Die Entscheidung geht in Ordnung. Jacques hat großartigen Sport gezeigt“, sagte der 25-Jährige. „Erik hatte vier tolle Umläufe. Damit kann man ganz vorne mitmischen“, analysierte Ramge. Für das Projekt Gold müsse Oese nun noch den Sieg im Pflichtprogramm sowie einen spektakuläreren Abgang anstreben, sagte die 50-Jährige.

Bei den Damen holte die Dänin Rikke Laumann ihren ersten Titel (8,307), gefolgt von der Weltcup-Gesamtsiegerin Anna Cavallaro aus Italien (8,294) und Joanne Eccles (8,089). Die Hamburgerin Kristina Boe landete auf Don de la Mar (Winnie Schlüter) auf Platz fünf (7,892), Corinna Knauf aus Köln auf Fabiola (Alexandra Knauf) auf Rang sechs (7,832). Beide deutschen Vertreterinnen konnten in vereinzelten Durchgängen ganz vorne mitmischen. „Beide haben das Potenzial für die Spitze, müssen aber konsequenter ihre Leistung abrufen“, sagte Ramge.

Im Pas-de-Deux-Wettbewerb reichte es für das deutsche Duo Pia Engelberty und Torben Jacobs (Köln) auf Weltoni RS von der Wintermühle zu Bronze (7,914). Herausragend mit 8,605 Zählern siegten die Weltmeister aus Österreich, Jasmin Lindner und Lukas Wacha. „Das Paar vereint alle Stärken, die nötig sind. Es ist künstlerisch toll, gestalterisch kreativ und sportlich hochwertig. In dieser Form sind sie nicht zu schlagen und an diesen Eigenschaften müssen wir uns orientieren“, sagte Ramge. Platz zwei ging an die Geschwister Joanne und Hannah Eccles (Großbritannien/8,123). FN/Daniel Kaiser