Ergebnisse EM Voltigieren Ebreichsdorf 2013: Deutsches Team holt auf

 

Voltigieren: Neusser U18-Gruppe verringert Rückstand auf Österreich

Ebreichsdorf/AUT (fn-press). Vor den beiden Finaltagen der Voltigier-Europameisterschaften im österreichischen Ebreichsdorf hat sich das Juniorteam vom RSV Neuss-Grimlinghausen mit der ersten Kür näher an die führenden Gastgeber herangearbeitet. Die Fans im Pferdesportpark Magna Racino erwarten ein Herzschlagfinale.

Die Mission Aufholjagd ist erfolgreich in seine erste Runde gegangen. Die erste Kür konnten die Junioren des RSV Neuss-Grimlinghausen im österreichischen Ebreichsdorf auf ihrem Pferd Remake gewinnen. Die Rheinländerinnen haben damit vor dem Finale am Samstag noch Chancen auf die Titelverteidigung. Bei höchstsommerlichen Temperaturen glänzte das Gespann um die Trainerinnen Simone-Lang Wiege und Antje Hill in gewohnter Form mit nahezu perfekter Bewegungsausführung ohne größere Patzer und holte damit einen Teil des Vorsprungs, den die Österreicher vom Club 43 nach der Pflicht hatten, auf. Ulla Ramge war zufrieden. „Die Neusser haben mich heute einmal mehr überzeugt. Sie waren auf den Punkt fit und haben auch dem mentalen Druck gut standgehalten“, sagte die Bundestrainerin. Die 50-Jährige geht fest davon aus, dass die deutsche Mannschaft mit dem finalen Kürumlauf auch den Rest des verbleibenden Rückstandes noch aufholen kann. „Wir befinden uns in einer guten Ausgangslage. Wenn alles optimal läuft, ist hier alles drin.“ Österreich führt aktuell mit 7,569 Punkten. Die Deutschen verbuchen 7,488 Zähler. Auf Rang drei rangiert leicht abgeschlagen die Schweiz (7,263). Das Seniorteam – ebenfalls gestellt vom RSV Neuss-Grimlinghausen – nutze den freien Tag zur Regeneration, um am Samstag in den ersten Kürdurchgang zu starten.

In eine gute Ausgangsposition hat sich auch Erik Oese geschoben. Der Sachse liegt weiterhin auf Medaillenkurs: Dem Voltigierer vom RFV Moritzburg gelang eine ausgezeichnete Kür, mit der er den Österreicher Stefan Csandl überholte und sich vom dritten auf den zweiten Rang vorarbeitete. Oese zeigte mit 8,502 Punkten die drittbeste Kür des Tages. Lediglich Weltmeister Nicolas Andreani (8,569) und Jacques Ferrari (8,587) erhielten wenige Hundertstel mehr. Nach den ersten beiden der vier Umläufe verbucht der 25-Jährige 8,213 Punkte, Ferrari thront mit 8,309 Zählern an der Spitze des Feldes. „Abgerechnet wird am Ende“, sagte Ulla Ramge und verwies auf das noch anstehende Technikprogramm, Oeses absolute Spezialität. „Ich freue mich total auf die beiden letzten Umläufe“, sagte Oese, der nach eigenen Angaben in den vergangenen Trainingswochen insbesondere den Felgaufsprung stark verbessern konnte.

Bei den Damen blieb Kristina Boe aus Hamburg unter den Vorleistungen in dieser Saison. Auf Don de la Mar (Longe: Winnie Schlüter), der trotz der hitzigen Atmosphäre keine Nerven zeigte, schaffte sie mit ihrer Vogelfänger-Kür dennoch den Sprung vom siebten Platz auf Rang sechs. Sogar zwei Plätze verbessern konnte sich Corinna Knauf aus Köln, die auf Fabiola (Alexandra Knauf) die drittbeste Kür des Tages turnte und nun sogar auf Platz vier steht. Mit 8,025 Punkten im Gesamtergebnis rangiert sie sogar nur wenige Tausendstel hinter der amtierenden Welt- und Europameisterin Joanne Eccles (8,062). In Führung liegen die Dänin Rikke Laumann (8,456) und die Italienerin Anna Cavallaro (8,227).

Bei den Junioren-Einzelvoltigierern stand die zweite Pflicht auf dem Programm. Hier konnte Miriam Esch (Münsterschwarzach) auf Robbie Naish (Longe: Annette Müller-Kaler) mit Rang drei (7,625) erneut überzeugen und hat die besten Chancen auf Platz zwei im Endklassement. „Miriam zeigt in diesem Jahr nicht nur tolle turnerische Qualitäten, sondern auch die Nervenstärke, die nötig ist“, schätzte Ramge ein. Auch Championats-Debütant Julian Wilfling liegt auf Silberkurs. Der 17-Jährige ausUntermeitingen schaffte es auf Luino (Alexander Zebrak) mit seiner Pflicht erneut auf Rang zwei. „Julian ist sehr nervenstark und hat eine fantastische Kür. Dass er auf seinem ersten Championat schon so gut mitmischen kann, habe ich nach seinen hervorragenden Ergebnissen in der Saison kommen sehen“, sagte Ramge und blickt optimistisch auf das Finale.

Beim Auftakt der Pas-de-Deux-Senioren landete das deutsche Paar Pia Engelberty/Torben Jacobs (Köln) mit Weltoni RS von der Wintermühle (Longe: Alexandra Knauf) auf Platz drei (7,803). Die Weltmeister aus Österreich, Lukas Wacha und Jasmin Lindner, führen mit 8,289 Punkten vor den Geschwistern Joanne und Hannah Eccles aus Großbritannien (8,096). "Auch hier ist noch alles drin", stellte die Bundestrainerin fest.

Am Samstag stehen die Entscheidungen bei den Junioren auf dem Programm. Die Herren machen ab 9 Uhr den Auftakt, die Damen folgen ab 10.15 Uhr. Im Anschluss steht das Technikprogramm der Senioren (Damen: 11.30 Uhr/Herren: 13.30 Uhr) auf dem Plan. 14.30 Uhr steigt das Finale im Junioren-Pas-de-Deux, ehe am Nachmittag die Teamküren folgen (15.30 Uhr: Junioren/17.15 Uhr: Senioren). FN/Daniel Kaiser