Ergebnisse EM Reining Givrins 2016: Junge Reiter gewinnen Gold

Junioren mit Pech: Team geplatzt

Givrins/SUI (fn-press). Nach Silber 2015 hat es jetzt mit Gold geklappt. Das deutsche Team der Jungen Reiter holte sich bei den Europameisterschaften Reining in Givrins/Schweiz den Titel (651 Punkte). Damit blieb den Titelverteidigern aus Italien diesmal nur der zweite Platz auf dem Treppchen. Die Bronzemedaille ging an die Jungen Reiter aus Belgien (629). Ohne Medaille blieb das Juniorenteam aus Deutschland. Mit dem Titel Europameister schmückt sich Italien (638,5), Vize-Europameister wurde Frankreich (626,5) und die Bronzemedaille sicherten sich die Junioren aus Belgien (608,5).

„Ich bin sehr stolz auf unser Team“, sagte Equipechef Dr. Matthias Gräber am Ende eines langen Tages. „Wir haben unser Championatskonzept optimiert. Von der Teamführung bis zum Pferdemanagement.“ Für Bundestrainer Nico Hörmann ist der bisherige Verlauf der EM und auch der Weltmeisterschaft Senioren, die gemeinsam in der Schweiz ausgetragen werden, eine Bestätigung dieses Konzeptes. „Man erkennt, dass unser System jetzt greift. Und die Reiter gehen unseren Weg mit: Vom ausgewählten Einsatz der Pferde bis zum ganzen Pferdemanagement. Sie halten sich an alle Absprachen und das wird dann auch mit dem Erfolg hier belohnt.“ Dass er am Ende das Fazit ziehen konnte „Ziel erreicht“, war vor allen den Jungen Reitern zu verdanken. Aber von Anfang an...

Der Tag des Teamwettbewerbs des Reining-Nachwuchses wurde für die deutsche Delegation zu einem Wechselbad der Gefühle. Zuerst waren die Junioren dran. Deutschland war als Titelverteidiger in dieser Altersklasse angereist. Allerdings nur mit drei Reitern im Alter von 16 bis 18 Jahren. Das bedeutete: Es gibt keine Luft für ein Streichergebnis. Keiner darf patzen, sonst platzt die Mannschaft. Als erster deutscher Teamreiter ritt Johannes Heil (Lindenfels) mit der achtjährigen Stute FR Gunner B Sisi ein: 210 Punkte gab es von den Richtern. Als Zweite war Franziska Wallner (Bad Abbach) mit der zwölfjährigen Quarter Horse-Stute Prosecco Enterprise dran. Nachdem sie einen Score von 212 geliefert hatte, war Silber mit der Mannschaft zum Greifen nah. Und das stärkste Juniorenpaar sollte noch kommen. Die EM-Vierte von 2015 Lena Marie Maas (St. Ingbert) mit dem achtjährigen QH-Wallach Pop Gun Cash BB. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Gerade eingeritten, bei X gehalten, stockte Lena Maries Pferd auf dem ersten Galoppzirkel. Der Galopp fiel aus. Es ging kurz weiter, doch die Reiterin gab auf: Team geplatzt, Medaille weg und auch Lena Maries Einzug ins Einzelfinale morgen war storniert. Jeder der 21 Junioren, der diese Prüfung ohne Nullscore absolviert, kann um den Einzeltitel kämpfen. Das gelang 19 Teilnehmern.

Für die Teamführung hieß das Trösten, kurz schütteln und volle Konzentration auf die Jungen Reiter, die nun folgen sollten. Hier sah es von vornherein besser aus: Vier Teamreiter und ein Einzelreiter. Da sollte doch was gehen. Und es ging. Schon der erste Ritt von Franziska Eufinger (Reichweiler) mit dem achtjährigen QH-Hengst Smoking in Starlight brachte 212,5 Punkte. Als zweite Teamreiterin scorte Anna Voss (Uetze), die mit ihrem zehnjährigen QH-Wallach Mandys Little Magnum letztes Jahr schon im Einzel EM-Fünfte wurde, 212 Punkte. Die Reaktionen des euphorischen italienischen Publikums ließen ahnen, dass der dritte deutsche Mannschaftsbeitrag gelungen war: Jakob Behringer (Kirchardt) scorte mit seinem achtjährige Quarter Horse-Wallach Rascal Sensation 217 Punkte und machte damit Silber sicher. Silber mit dem Team gab es für das Paar, dass vom frischgebackenen Mannschafts-Vize-Europameister Grischa Ludwig trainiert wird, schon bei der Euro 2015. Und Einzelbronze. Dass es diesmal Gold wurde, dafür sorgte die letzte deutsche Starterin: Gina Maria Schumacher (Givrins/Schweiz) mit dem siebenjährigen Quarter Horse-Wallach Arc Gun M Oaks. In ihrem ersten Jahr als Junge Reiterin kann sie ihrer EM-Goldmedaillen Kollektion – Junioren-Doppel-Europameisterin von 2015 und Europameisterin von 2013 – das vierte Edelmetall hinzufügen. Und am Samstag vielleicht noch eine weitere Medaille. Mit dem Highscore von 222,5 führt Gina das Feld ihrer 18-köpfigen Konkurrenz an. Darunter neben den drei Teammitgliedern auch Einzelreiterin Katharina Ramm (Hamburg) mit Scarlet Sugar Jac (209,5). Der Junge Reiter-Bronzemedaillengewinner von 2015, Enrico Sciulli (Italien) mit Snips Gotta Bud, kam ihr allerdings mit 220 Punkten am nächsten. Der Samstag verspricht also spannend zu werden.