Ergebnisse Dressur WM Frankreich 2014: Deutschland erobert Gold zurück

 

Silber sichert sich Großbritannien, Bronze für die Niederlande

Caen (fn-press). Nach den Europameisterschaften 2013 eroberte das deutsche Dressurteam auch bei den Weltreiterspielen in Caen die Mannschafts-Goldmedaille zurück – die nunmehr elfte bei Weltmeisterschaften seit deren Premiere 1966. Ein Erfolg, auf den Bundestrainerin Monica Theodorescu (Sassenberg) wahrlich stolz sein kann. Das Quartett, bestehend aus Isabell Werth (Rheinberg) mit Bella Rose, Helen Langehanenberg (Billerbeck) mit Damon Hill NRW, Kristina Sprehe (Dinklage) mit Desperados FRH und Fabienne Lütkemeier (Paderborn) mit D’Agostino FRH, beendete den Grand Prix mit 241,7 Prozent souverän und verwies die Briten auf den Silberrang (231,334), Bronze gewannen die  Niederländer (227,4).

Mannschafts-Gold und drei Teammitglieder unter den Top 5 – besser hätten die Weltreiterspiele in der Normandie für das deutsche Team kaum laufen können. Vor vier Jahren in Kentucky war nicht mehr als Bronze machbar. Bundestrainerin Monica Theodorescu sagte zwar lachend, „Gold, ja das war der Plan“, aber dass der Abstand zu den britischen Silbermedaillengewinnern über zehn Prozent betragen würde, hätte sie sich nicht träumen lassen. Die deutsche Dressurequipe wuchs über sich selbst hinaus. Isabell Werth sagte in der Pressekonferenz: „Das war, glaube ich, das stärkste Team, das wir je auf einer Weltmeisterschaft hatten.“ Und sie muss es wissen, denn die 45-Jährige feiert gewissermaßen silbernes „Dienstjubiläum“. Vor 25 Jahren bestritt sie ihr erstes Seniorenchampionat, und seitdem fehlt sie höchst selten auf der großen internationalen Bühne. Auch Dr. Dennis Peiler, Chef de Mission in Caen und Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), lobte: „Alle vier Reiterinnen haben super Leistungen gezeigt und den kurzfristigen Ausfall von Totilas und Matthias Alexander Rath gut kompensieren können.“

Die Briten freuten sich über Platz zwei. Eigentlich hatten sie sich nur Bronze ausgerechnet, verriet ihr Equipechef Ric Waygood, aber da auch das niederländische Team von Ausfällen geschwächt an den Start ging, konnte die Mannschaft Großbritanniens zu Silber reiten. Ihre Superstars verzauberten auch in der Normandie das Publikum: Olympiasieger und Europameister Valegro und seine Reiterin Charlotte Dujardin zeigten eine fehlerfreie Prüfung mit zahlreichen Höhepunkten: 85,271 Prozent.

In der Einzelrangierung folgt ihr Isabell Werth mit Bella Rose (81,529), vor Helen Langehanenberg mit Damon Hill (81,357). Auf dem vierten Platz behauptet sich die Niederländerin Adelinde Cornelissen, die einen frischen, bewegungsstarken und fehlerfreien Parzival präsentierte (79,629). Immerhin: Der Jazz-Sohn ist bereits 17 Jahre alt. Position fünf belegt Kristina Sprehe mit Desperados (78,814), Fabienne Lütkemeier und D’Agostino sind auf Platz 17 (siehe auch „aktuelle Meldungen“).

Die 30 besten Reiter messen sich am morgigen Mittwoch im Grand Prix Special. Am Donnerstag haben die nach dem Special an erster bis 15. Stelle rangierenden Dressurpferde Pause, um neue Kräfte für die abschließende Grand Prix-Kür am Freitag zu sammeln (ab 13.30 Uhr).

Foto von Dirk Caremans/FEI: Das deutsche Team mit Chef d’Equipe Klaus Roeser, Kristina Sprehe, Helen Langehanenberg, Isabell Werth und Fabienne Luetkemeier