Ergebnisse Dressur Weltcup-Finale Lyon 2014: Dujardin vor Helen Langehanenberg

Isabell Werth und Jessica von Bredow-Werndl auf den Plätzen fünf und sieben

Lyon (fn-press). Helen Langehanenberg und Damon Hill konnten ihren Titel nicht verteidigen. Die 31-Jährige musste sich beim Weltcup-Finale in Lyon ihrer britischen Rivalin Charlotte Dujardin und dem Wallach Valegro geschlagen geben.

Es hätte bei dem niederländischen Wallach Valegro und Olympiasiegerin Charlotte Dujardin (28) schon viel schief gehen müssen, um den Sieg beim Weltcup-Finale zu verspielen. So souverän sich das Paar schon am Vortag im Grand Prix präsentiert hatte, so überragend agierten die Beiden in ihrer neuen Kür. 92,179 Prozent lautete das Ergebnis der sieben Richter, die zwar alle das britische Paar an Position eins gesetzt hatten, aber in ihrer Beurteilung zwischen 89 und 95 Prozent schwankten. Titelverteidigerin Helen Langehanenberg startete mit entsprechend gedämpften Erwartungen in den Wettbewerb. Ihr 14-jähriger westfälischer Hengst Damon Hill punktete mit exzellenten Verstärkungen, einer Traum-Passage und viel Athletik und Ausdruckskraft. Bis auf kleine Macken – er zögerte in der ersten Piaffe und stoppte einmal kurz vor der Mittellinie zur Grußaufstellung – zeigte der Donnerhall-Sohn eine beeindruckende Kür (87,339). „Wir haben auf der Mittellinie nicht richtig zusammengefunden, ich weiß nicht warum. Es war wohl ein klassisches Missverständnis“, sagte die 31-jährige Helen und fügte hinzu: „Wir haben jetzt lange keinen Fehler gemacht, schade, dass es heute passiert ist. Aber ich werde natürlich nicht aufgeben.“ Womit sie auf das nächste Zusammentreffen mit Carlotte Dujardin und Valegro anspielte. Spätestens im August bei den Weltreiterspielen in der Normandie werden die beiden weltbesten Dressurpaare zum erneuten Kräftemessen antreten.

Den dritten Platz belegte, wie im Grand Prix, der Niederländer Edward Gal, dessen Wallach Undercover zwar eine gewohnt fehlerfreie und in der Piaffe-Passage-Tour äußerst präzise Kür zeigte, dem es aber an Vorwärtstendenz und Schub aus der Hinterhand mangelt. 83,696 Prozent lautete das Jury-Urteil. Hinter der Schwedin Tinne Vilhelmsin Silfven mit dem Hannoveraner Don Auriello (80,946) reihte sich Isabell Werth als Fünfte ein. Sie zeigte mit dem rheinischen Wallach El Santo eine gelungene Kür mit hohem Schwierigkeitsgrad (79,009). Die Vorstellung fiel sogar besonders in der Piaffe besser aus als der Grand Prix. „Ich bin sehr zufrieden, bin heute volles Risiko geritten“, sagte Isabell Werth, die in Lyon ihr 13. Weltcup-Finale bestritt.

Ihre Premiere bei einem Weltcup-Finale schlossen die 28-jährige Jessica von Bredow-Werndl und der niederländische Hengst Unee BB mit Platz sieben ab (77,768). Das Paar präsentierte eine technisch anspruchsvolle Kür mit der Galopptour gleich zu Beginn: Unmittelbar nach der Grußaufstellung folgt die erste Pirouette, gleich daran anschließend die Einerwechsel. Diese Choreographie ist allerdings bald Geschichte. Derzeit wird eine neue Kür erstellt. Die Lektionsfolge „steht“ schon, die Musikauswahl ist in Arbeit. Jessicas Trainer Jonny Hilberath zollte seiner Schülerin ein dickes Lob: „Jessica und der Hengst haben sich die ganze Weltcup-Saison übder stetig verbessert. Das Pferd bekommt immer mehr Ausdruck, Kraft und Energie. Jetzt müssen wir noch an ein paar Kleinigkeiten arbeiten.“ Einmal im Monat für mehrere Tage fährt Jonny Hilberath zu Familie Wendl ins oberbayerische Aubenhausen, um seinem Schützling den letzten Feinschliff zu verpassen. Apropos Familie: Jessicas Weltcup-Debüt wollte keiner der Werndls verpassen. Vater Klaus filmte, Mutter Micaela fieberte mit, Bruder Benjamin agierte als Co-Trainer und natürlich war auch Jessicas Ehemann Max von Bredow mit von der Partie.

Dass die Franzosen keine ausgesprochene Dressurnation sind, ist hinlänglich bekannt. Dass aber zu einem Weltcup-Finale die Halle nicht einmal zur Hälfte besetzt war, enttäuschte doch sehr. Im kommenden Jahr kürt der Weltcup seine Hallen-Champions übrigens in Las Vegas.