Ergebnisse Dressur und Springen DJM Riesenbeck 2016: Sven Gero Hünicke neuer Meister der Jungen Reiter

Auch Silber geht nach Schleswig-Holstein an Philip Koch / Bronze für Marisa Braig

Riesenbeck (fn-press). Schleswig Holstein stellt mit Sven Gero Hünicke den neuen deutschen Springmeister der Jungen Reiter. In der dritten Wertungsprüfung, einer Springprüfung der Klasse S*** mit zwei Umläufen unter Flutlicht, blieb der Fehmarner mit Sunshine Brown wie in allen Springen zuvor ohne Abwurf und sicherte sich die Goldmedaille.

"Ich wollte eigentlich nur in einem Springen platziert sein. Als das geklappt hat, wollte ich es ins Finale schaffen. Ich bin total begeistert, dass es so gut wird, hätte ich nicht gedacht", freut sich der 19-jährige Sven Gero Hünicke. Er musste alle Springen mit einem Gips antreten, da er sich ein Band am Daumen der rechten Hand gerissen hatte. "Klar hat mich das ein bisschen behindert, aber es ging schon alles", erklärt er nach dem obligatorischen Bad im Wassergraben.

Bereits am Donnerstag hatte der Fehmarner  die erste Zeitspringprüfung für sich entschieden und ist somit mit dem Idealergebnis von null Strafpunkten in die zweite Wertungsprüfung gegangen. Auch hier blieben alle Stangen liegen, so dass er als Führender ins Finale startete. Als letzter Starter behielt er in beiden Umläufen die Nerven und sicherte sich die Goldmedaille. Sein vierbeiniger Partner des Erfolgs: Die zehnjährige Stute Sunshine Brown, Hannoveranerin von Samarant und Calypso II. Schon 2015 waren die beiden gemeinsam bei einer DJM gestartet. Damals noch in der Altersklasse der Junioren landeten sie auf Rang 25. "Dass es in meinem ersten Jahr bei den Jungen Reitern so gut läuft, haben wir wirklich nicht erwartet. Die Anforderungen waren schon hoch."

Silber sicherte sich dank einer Doppelnullrunde im Finale ebenfalls ein Schleswig Holsteiner: Philip Koch aus Tasdorf. Im Juniorenalter gewann er bereits zweimal den Meistertitel, nun kann er seiner Medaillensammlung noch weiteres Edelmetall hinzufügen. Er saß im Sattel des zehnjährigen Schimmels Chees (v.Cesanno II) und beendete die Meisterschaft mit lediglich 4,49 Punkten. Über Bronze freut sich eine junge Dame aus Baden Württemberg: Marisa Braig mit ihrem Fuchs Pablito van Erpekom (v. Pablo v.Berkenbroeck). Am Ende hat sie 8,13 Punkte auf ihrem Meisterschaftskonto.

Jil-Marielle Becks wird Deutsche Meisterin der Jungen Reiter Dressur
Silber und Bronze für Leonie Richter und Anna-Lisa Theile (Weser-Ems)

Der Deutsche Meistertitel bei den Jungen Reitern Dressur geht 2016 nach Westfalen. In den ersten beiden Wertungsprüfungen noch ganz klar auf Goldkurs, wurde es für Jil-Marielle Becks (Senden) in der Kür mit dem achtjährigen Damon’s Satelite am vorletzten DJM-Tag doch noch richtig eng. Am Ende reichte es hauchdünn für die Siegerschärpe. Silber sicherte sich die Kür-Siegerin Leonie Richter (Bad Essen/ WES) mit Don Windsor OLD vor Anna-Lisa Theile (Bühren/ WES).

„Ich hatte eine Linie verloren, und daraus ergaben sich dann Komplikationen“, so Jil-Marielle nach der feierlichen Meisterehrung unter Flutlicht vor großer Kulisse auf dem Springplatz. Richter Martin Plewa erklärte direkt nach der Prüfung, dass die diesjährige EM-Teilnehmerin (Mannschafts-Gold, Einzel-Silber und Kür-Bronze) eine Rechtspirouette nicht gezeigt hatte. Und das gab ordentlich Punktabzug in der Kürnote (Platz neun, 69,900 Prozent). Zur Goldmedaille reichte die Gesamtnote (223,803) Prozent trotzdem aufgrund der beiden „herausragenden ersten Wertungsprüfungen“ (O-Ton Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen). Hier hatte Jil-Marielle Becks die Konkurrenz mit Noten von 76,228 und 77,676 Prozent mit großem Abstand auf die Plätze verwiesen und vor allem eine Galopptour gezeigt, die die Richter verzückte. „Schön bergauf gesprungen, ausdrucksstark und die Nasen-Stirn-Linie immer vor der Senkrechten. So möchte man das sehen“, lobte Richterin und Mitglied der Bundesjugendleitung der FN, Kerstin Holthaus.

Bei Silbermedaillen-Gewinnerin Leonie Richter flossen nach der Prüfung erstmal die Tränen – allerdings vor Freude über ihren Sieg in Kür-Premiere mit ihrem neuen Pferd Don Windsor OLD, der ihr von Florine Kienbaum zur Verfügung gestellt wird. 76,750 Prozent im Kür-Finale und eine Gesamtnote von 223,592 Prozent, die Leonie fast noch an Gold schnuppern ließen, waren der Lohn. Sie könnte sich vor Umarmungen ihres Begleit-Trosses und EM-Teamkolleginnen gar nicht retten. „Alle gönnen Leonie die Silbermedaille von Herzen. Sie ist so eine fleißige, bescheidene und hilfsbereite Reiterin – einfach eine echte Teamplayerin“, freute sich auch der Bundestrainer. Es war übrigens Leonies erste Kür mit dem 14-jährigen Don Windsor OLD, den sie nach einer längeren Verletzungspause ganz in Ruhe wieder aufgebaut und auf den Punkt fit bekommen hat. Bronze ging ebenfalls nach Weser-Ems an Anna-Lisa Theile 223,430 Punkte), die mit ihrem Damon Hill-Sohn Ducati K Platz zwei in der Kür belegte (76,500 Prozent) und sich in den drei Wertungsprüfungen konstant steigern konnte. Die Stimmung in der Eventhalle der Riesenbecker Reitanlage beim Kür-Finale erreichte fast schon „Voltigier-Verhältnisse“. Und die könnten bekanntlich richtig feiern.

Zwischenwertungen Dressur Junioren und Ponyreiter

Den Staffelstab der bisher führenden Rebecca Horstmann (Ganderkesee/ WES) mit Friend of mine übernahm nach der zweiten Wertungsprüfung im Viereck der Junioren Alexa Westendarp (Wallenhorst/WES) mit Der Prinz. Durch ihren heutigen Sieg (73,246 Prozent) liegt sie mit 144,102 Punkten vor Rebecca (144,008), die mit 71,711 Prozent (Platz zwei) bewertete wurde. Die bisher auf dem Bronzerang liegende Anna Casper (Donzdorf) mit der Rockwell-Tochter Rock'n Rose verteidigte den dritten Platz (71,491 Prozent) dicht gefolgt von der Konkurrenz aus Westfalen und Rheinland-Pfalz. Lia Welschof mit Linus K und Christian Alsdorf mit His Heini OLD bleiben mit 139,733 und 138,904 Punkten dicht dran.

Die Ponyreiter traten in ihrer zweiten Wertungsprüfung im Viereck unter freiem Himmel an. Die frische Luft änderte aber nichts an der Reihenfolge des Führungs-Trios in der Meisterschaftswertung. Die Rheinländerin Linda Erbe verteidigte ihren ersten Platz mit Dujardin B durch den zweiten Prüfungssieg mit 73,415 Prozent (145,765 in der Meisterwertung). Dicht auf den Fersen ist ihr nach wie vor Luna Laabs (Ahlen/WEF) mit Carlos WE, die mit 72,683 (Platz drei) weiter auf Silber-Kurs liegt (144,948 Prozent). Lindas Zwillingsschwester Helen Erbe mit White Love B wurde ganz knapp Zweite (73,333 Prozent). Das bedeutete aber immer noch Rang drei in der Zwischenwertung (144,829). Bundestrainerin Cornelia Endres, die in Vilhelmsborg ihr Pony-Team auf den Europameisterschaften betreut und dort ordentlich Medaillen sammelt, wird es freuen, dass es in Riesenbeck so viele Ritte über 70 Prozent gab. Allerdings bestreiten alle drei führenden Reiterinnen 2016 ihr letztes Ponyjahr.