Ergebnisse Dressur Olympia Rio de Janeiro 2016: Deutschland auf Team - Goldkurs

Kristina Bröring Sprehe und Desperados FRH

Kristina Bröring Sprehe und Desperados FRH

Kristina Bröring Sprehe und Desperados FRH

Drei deutsche Reiterinnen zeigen Runden mit über 80 Prozent

Rio de Janeiro/BRA (fn-press). Es ist Halbzeit auf dem Weg zu den olympischen Teammedaillen und Deutschland nimmt Kurs auf Gold. Nach dem Grand Prix führen die schwarz-rot-goldenen Reiter deutlich vor Großbritannien und den USA. In der Einzelwertung führt die britische Titelverteidigerin Charlotte Dujardin vor Kristina Bröring-Sprehe. Die Entscheidung über die Teammedaillen fällt am morgigen Freitag im Grand Prix Special.

Nachdem Sönke Rothenberger mit Cosmo und Dorothee Schneider mit Showtime FRH am gestrigen ersten Tag des olympischen Grand Prix mit 77,329 und 80,986 Prozent bereits gut vorgelegt hatten, musste heute Kristina Bröring-Sprehe als dritte deutsche Reiterin mit ihrem 15-jährigen Hannoveraner Hengst Desperados FRH ins Viereck. Die beiden Weltranglistenersten zeigten sich gewohnt souverän und übernahmen mit 82,257 Prozent die zwischenzeitliche Führung. „Es war der erste Tag und es waren noch ein paar Fehlerchen drin in unserer Vorstellung. In der Piaffe war Despi ein bisschen heiß, da wollte er so ein bisschen raus. Das geht entsprechend noch besser, trotzdem bin ich sehr zufrieden“, zeigte sich Bröring-Sprehe trotz ihrer tollen Leistung nach dem Ritt selbstkritisch. Etwas euphorischer war da schon Bundestrainerin Monica Theodorescu: „Tina und Desperados waren sensationell. Am ersten Tag ist er immer ein bisschen aufgekratzt, das hat man in der ersten Piaffe gesehen. Aber dann hat Tina ihm die Nase vorgelassen und so kam er im Laufe der Prüfung wieder zur Ruhe“, sagte sie.

Schon bevor Isabell Werth mit Weihegold OLD den Grand Prix absolviert hatten, war dem deutschen Team die Halbzeitführung auf dem Weg zur Mannschaftsmedaille nicht mehr zu nehmen. Doch die erfahrenste Reiterin im deutschen Dressurquartett setzte bei ihren fünften olympischen Spielen noch einen drauf, ritt zu 80,643 Prozent und baute damit den Vorsprung des Teams aus. Später sagte sie zu ihrem Ritt: „Es gibt noch ein paar kleine Baustellen, an denen wir arbeiten müssen. Weihe war heute ein bisschen beeindruckt von den Flaggen, die laut im Wind geflattert haben. Da war ich selbst etwas gewarnt, so haben sich ein paar kleine Fehler eingeschlichen. Aber ich bin super zufrieden, es ist insgesamt ein hohes Niveau hier. Wenn es so weitergeht, werden wir hoffentlich unsere Goldmedaille nach Hause holen. Sie war zu lange in britischen Händen, wir wollen unser Gold zurück!“

Und es sieht gut aus bei der Mission „Gold zurück“: Zur Halbzeit führt Team Deutschland mit 81,295 Prozent deutlich vor Großbritannien mit 79,252 Prozent und den USA mit 76,043 Prozent. Etwas überraschend liegen die Niederländer mit 76,043 Prozent im Zwischenstand nur auf dem vierten Platz. Sie hatten das Pech, dass mit Adelinde Cornelissen und Parzival gleich ihr erstes Paar aufgeben musste. Auf dem fünften Platz folgt schon mit einigem Abstand Schweden mit 75,319 Prozent.

In der Einzelwertung liegen alle Deutschen unter den sieben besten Reitern. Hinter den britischen Titelverteidigern Charlotte Dujardin und Valegro mit 85,071 Prozent liegen Kristina Bröring-Sprehe und Desperados FRH auf dem zweiten Platz. Auf Platz drei und vier folgen Dorothee Schneider mit Showtime FRH und 80,986 Prozent sowie Isabell Werth und Weihegold OLD mit 80,643 Prozent. Sönke Rothenberger und Cosmo finden sich mit 77,329 Prozent auf Platz sieben wieder.

Monica Theodorescu zeigte sich angesichts dieses Zwischenstand mehr als zufrieden. „Wir sind insgesamt sehr glücklich mit den ersten Ritten unserer Reiter. Bisher läuft alles nach Plan, wir sind ja auch sehr gut vorbereitet hier nach Rio gekommen. Jetzt müssen wir nur in diesem Flow bleiben“, sagte sie. Im morgigen Grand Prix Special, in dem über die Vergabe der Teammedaillen entschieden wird, sind die besten sechs Mannschaften und die acht bestplatzierten Einzelreiter, die sich noch nicht als Teammitglieder qualifiziert haben, startberechtigt. Für die Medaillenentscheidung werden je Team jeweils die besten drei Ergebnisse aus Grand Prix und Grand Prix Special gewertet. Errechnet wird ein Durchschnittswert. Die Startreihenfolge für den Grand Prix Special wird heute um 22:30 Uhr deutscher Zeit gelost.

Startzeiten der deutschen Dressurreiter

im Grand Prix Special stehen fest

Am heutigen Dienstag geht es mit dem zweiten Teil des Teamwettbwerbs, mit dem Grand Prix Special weiter. Dies sind die Startzeiten (deutsche Zeit) der deutschen Reiterinnen und Reiter:

Sönke Rothenberger (Bad Homburg) und Cosmo: 19:11 Uhr

Dorothee Schneider (Framersheim) und Showtime FRH: 19:38 Uhr

Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage) und Desperados FRH: 20:20 Uhr

 

Isabell Werth (Rheinberg) und Weihegold OLD: 20:47 Uhr

Zwischenstand Dressur Einzelwertung und

Mannschaftswertung nach dem Grand Prix Olympia Rio 2016:

Mannschaftswertung

1. Deutschland; 81,295 Prozent

2. Großbritannien; 79,252 Prozent

3. USA; 76,971 Prozent

4. Niederlande; 76,043 Prozent

5. Schweden; 75,319 Prozent

Einzelwertung

1. Charlotte Dujardin und Valegro (GBR); 85,071 Prozent

2. Kristina Bröring-Sprehe und Desperados FRH (GER); 82,257 Prozent

3. Dorothee Schneider und Showtime FRH (GER); 80,986 Prozent

4. Isabell Werth und Weihegold OLD (GER); 80,643 Prozent

5. Laura Graves und Verdades (USA); 78,071 Prozent

6. Steffen Peters und Legolas (USA); 77,614 Prozent

7. Sönke Rothenberger und Cosmo (GER); 77,329 Prozent

Fotos von Richard Juilliart u. © Hippo Foto - Dirk Caremans: Kristina Bröring Sprehe und Desperados FRH