Ergebnisse Dressur Luhmühlen 2016: Claas Hermann Romeike und Stephanie Böhe beste Deutsche

Nach der ersten Hälfte der Dressur führen Julien Despontin im CCI4* und Andrew Hoy im CIC3*

Luhmühlen (fn-press). Seit heute steht der Heideort Luhmühlen wieder im Zeichen der Vielseitigkeit. Sowohl in der internationalen Vier-Sterne-Prüfung als auch der Drei-Sterne-Kurzprüfung ging die erste Hälfte der Teilnehmer an den Start. Die Rolle der „Overnightleader“ übernahmen der Belgier Julien Despontin mit Waldano und der Australier Andrew Hoy mit Cheeky Calimbo

Mit seiner vorläufigen Führung im CCI4* wiederholte Julien Despontin seinen Vorjahreserfolg. Auch 2015 hatte er das beste Ergebnis auf dem Viereck abgelegt und war insgesamt 20ster geworden. In diesem Jahr machte er an 40,2 Minuspunkten die Messlatte fest und verwies Emma Dougal aus Australien mit Belcam Bear (40,6) und deren Landsmann William Levett mit Improvise (45,5) auf die Plätze zwei und drei. Bester Deutscher am ersten Tag war Claas Hermann Romeike (Nübbel) mit Cato mit 46,0 Minuspunkten. Zwei misslungene Galoppwechsel kosteten ihn ein noch besseres Ergebnis. „Schade, die Wechsel sind an sich seine sicherste Lektion“, sagte Romeike. Er gehört zu den fünf Deutschen in dem 30 Teilnehmer zählenden Starterfeld des CCI4*. „Es ist toll, dass wir eine Vier-Sterne-Prüfung in Deutschland haben. Die will ich nicht ausfallen lassen, um auf demselben Turnier eine Drei-Sterne-Prüfung zu reiten“, sagte er. „Ich bin noch jung. Ich denke, dass ich die Chance nutzen sollte, wenn sich mein Pferd gut anfühlt und fit ist.“

Die meisten Deutschen sind allerdings im CIC3* anzutreffen, in dem es auch um den Titel des Deutschen Meisters 2016 geht. Am ersten Tag übernahm auch in dieser Prüfung ein internationaler Gast die Führung: Andrew Hoy mit Cheeky Calimbo kam auf lediglich 35,3 Minuspunkte und setzte sich damit an die Spitze vor Stephanie Böhe (41,7) Minuspunkten und Karen Donckers aus Belgien mit Lamicell Unique (45,3). Für Böhe sind es die ersten Deutschen Meisterschaften. „Es war für mich immer ein Traum, hier einmal selbst zu reiten“, sagte die 23-Jährige, die im Ausbildungszentrum Luhmühlen ihre Ausbildung zur Pferdewirtin gemacht hat und heute in Döhle auf der Anlage von Mannschaftsolympiasieger einen eigenen Stall betreibt. Über ihren Erfolg freute sie sich nicht allein, sondern auch die in Salzhausen beheimatete Züchterin ihres Pferdes Haytom, Tina Dietrich, sowie dessen Besitzerin Insa-Kristina Horstmann, geborene Weddige. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes gab sie Haytom 2014 an Stephanie Böhe ab, in den Wintermonaten kehrt der Holsteiner von Heraldik xx – Contender allerdings immer wieder zu ihr nach Warendorf zurück.

Zweitbeste Deutsche im CIC3* war am ersten Tag mit 53,5 Minuspunkten und Platz zehn Flora Reemtsma (Groß Walmstorf), die gerade erst von einem dreieinhalbmonatigen Trainingsaufenthalt bei Bundestrainer Chris Bartle in Großbritannien zurückgekehrt ist. „Das hat mir unheimlich viel gebracht, vor allem fürs Geländereiten“, schwärmte die 18-jährige Mannschaftsvizeeuropameisterin der Jungen Reiter. „Man kann viel früher im Jahr anfangen als hier. Es gibt viel mehr Turniere und alle sind alle viel größer – zum Teil Dressur auf acht Vierecken gleichzeitig – und irgendwie ist alles entspannter“, berichtete sie. Vor allem habe sie es genossen, dass sie nie alleine trainieren musste. Nach ihre ersten Drei-Sterne-Start in Houghton Hall, bei der sie das Gelände fehlerfrei in der erlaubten Zeit beendete, erhielt sie die Startgenehmigung für Luhmühlen. Für die Meisterschaft spielt sie allerdings keine Rolle, denn noch gehört sie zu den Jungen Reitern. Die Position zwei in der vorläufigen Meisterschaftswertung nimmt daher ihre Mutter ein, die aus dem nahe gelegenen Amelinghausen stammende Dr. Martina Reemtsma. Sie verließ das Viereck mit Löwenstein mit 54,8 Minuspunkten und rangiert damit in der CIC3*-Wertung auf Platz zwölf.

Ob das so bleibt, wird sich am morgigen Freitag entscheiden. Dann werden u.a. die deutschen Stars der Szene am Start erwartet, unter ihnen die Vorjahres-Vier-Sterne-Siegerin Ingrid Klimke (Münster), Doppelweltmeisterin Sandra Auffarth und Titelverteidiger Andreas Ostholt. Nicht dabei ist jedoch Michael Jung (Horb). Er plant fürs kommende Wochenende den Start im polnischen Strzegom. „Wir haben seit Jahren einen individuellen Sichtungsweg, daher haben ihm die Entscheidung über seinen Vorbereitungsweg Richtung Rio überlassen. In Strzegom hat er mehr Möglichkeiten, seine jungen Pferde an den Start zu bringen. Pflichttermin für alle ist allerdings Aachen“, sagte Bundestrainer Hans Melzer.