Ergebnisse Dressur EM Herning / Dänemark 2013: Silber für Helen Langehanenberg im Grand Prix Special

 

Kuriosum: Alle Medaillengewinner verreiten sich

Herning (fn-press). Helen Langehanenberg hat ihre zweite Medaille bei der Europameisterschaft in Herning gewonnen. Mit Damon Hill erzielte die 31-Jährige im Grand Prix Special 84,330 Prozent und damit Silber. Siegerin wurde die britische Olympiasiegerin Charlotte Dujardin mit Valegro (85,699), die Bronzemedaille sicherte sich die Niederländerin Adelinde Cornelissen mit Parzival (81,548). Kristina Sprehe und Desperados beenden den Special auf Platz fünf (79, 345).

Diese Europameisterschaft wird mit ihrem Spitznamen in die Geschichte eingehen: Die EM des Verreitens. Vier Reiter, darunter alle Medaillengewinner, schlugen auf dem Viereck den falschen Weg ein. Zunächst passierte das Missgeschick Helen Langehanenberg. Die frischgebackene Mannschafts-Europameisterin steuerte den 13-jährigen westfälischen Hengst Damon Hill in beeindruckender Form durch die Lektionen. Auf der Anzeigentafel leuchteten zwischendurch sogar 89 Prozent. Es hagelte Neuen und auch ein paar Zehnen. Doch zum Ende des Grand Prix Special ertönte die Glocke der Richter. Helen Langehanenberg nahm die Zügel in eine Hand, schleuderte ihre Faust in die Luft und gab einige nicht zitierfähige Schimpfworte, wie sie später sagte, von sich. Sie war auf die Diagonale geritten, wie es im Grand Prix verlangt wird, statt an der an der langen Seite zu bleiben, wie es der Special vorsieht – eine Verwechslung, die mit 14 Punkten Abzug, rund einem Prozent, bestraft wird. „Ich war so glücklich, wie toll die Prüfung verlief und so focussiert. Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich auf der falschen Spur war, bis es klingelte.“ Ihr anfänglicher Ärger war allerdings schnell verflogen, als die Britin Charlotte Dujardin auf dem niederländischen Wallach Valegro zehn Minuten später dasselbe Schicksal ereilte. Sie zeigte statt der Galopptraversale Zweierwechsel. Wie Helen Langehanenberg setzte sie ihre Prüfung, die wiederum reich an Höhepunkten war, unbeirrt fort. Als sich dann die letzte Starterin Adelinde Cornelissen auf Parzival auch noch verritt, konnte man sich das Lachen kaum noch verkneifen. Der Vierte im Bunde der „Verreiter“ war der Schwede Patrick Kittel.

Kristina Sprehe hatte allen Grund zu strahlen: Nach ihrem nicht ganz so optimalen Grand Prix am Donnerstag präsentierte sie den Hannoveraner Hengst Desperados im Special in deutlich verbesserter Form. Der zwölfjährige Rappe wirkte frischer und energischer und bekam entsprechend hohe Noten: 79,345 Prozent. Dies bedeutete Platz fünf. „Ich bin sehr erleichtert. Ich glaube, ich habe gestern zu brav abgeritten. Heute hat’s richtig Spaß gemacht mit ihm“, sagte die 26-Jährige aus Dinklage. Einen Hauch besser als Kristina Sprehe schnitt der Niederländer Edward Gal mit Undercover ab. Die Piaffen des schwarzen Wallachs entzückten auch die Richter: 9,8 im Durchschnitt (Gesamtergebnis: 79,497, Platz 4).

Auch Fabienne Lütkemeier freute sich riesig über einen fehlerfreien Grand Prix Special. „Das war einfach riesig. Mein bislang bestes Ergebnis“, jubelte die Studentin aus Paderborn. Bundestrainerin Monica Theodorescu lobte die mit 23 Jahren Jüngste im deutsche EM-Team: „Fabi hat hier viel gelernt und sofort umgesetzt.“ Isabell Werths und Don Johnsons Tag war dieser Freitag gewiss nicht. Der 13-jährige Hannoveraner widersetzte sich in der Piaffe und leistete sich Fehler in den Einerwechseln. 71,89 Prozent bedeuten für Isabell Werth das Ende der Europameisterschaft. Zur Kür der besten 15 Paare ist sie nicht zugelassen. Sie nahm’s gelassen. „Ich habe versucht, volles Risiko zu reiten, das ist heute in die Hose gegangen.“

Die letzte Jagd auf Medaillen beginnt am Sonntag um 13.30 Uhr.