Ergebnisse Dressur aus Stuttgart: Isabell Werth zum zwölften Mal „German Master“

Sieg in Grand Prix und Special mit Emilio, Schürmann starke Zweite

Stuttgart (fn-press). Zum dritten Mal in Folge hat Isabell Werth (Rheinberg) den Grand Prix Special beim internationalen Stuttgarter Hallenreitturnier gewonnen und sich damit auch den Titel „German Master“ gesichert. Diesmal siegte sie mit ihrem erst neunjährigen Westfalen Emilio. Die beiden erreichten 77.824 Prozent. Auf Rang zwei folgten Perspektivgruppenmitglied Charlott-Maria Schürmann (Gehrde) und Burlington FRH mit 74.392 Prozent.

Ganz cool blieb Emilio, so als wäre der Grand Prix Special in der fast vollbesetzten Schleyer-Halle für ihn das Normalste auf der Welt. Zwar schlichen sich zwei kleine Wackler in seine Vorstellung ein, doch die nahm seine Reiterin Isabell Werth auf ihre Kappe. „Er ist sehr clever und will immer alles richtig machen. In diesen beiden Momenten habe ich selbst einfach ein bisschen geschlafen.“ Mit seinen neun Jahren löste der Ehrenpreis-Cacir AA-Sohn die Aufgaben souveräner als einige erfahrene Grand-Prix-Pferde. „Viele Pferde haben hier in Stuttgart Probleme mit der Atmosphäre und den Werbebanden, deshalb war ich schon etwas gewarnt und bin nicht mit vollem Risiko geritten“, erklärte Werth. „Trotzdem war alles im Fluss und sehr dynamisch. Ich bin hochbegeistert von diesem Pferd.“

Glückselig war auch die erst 23-jährige Charlott-Maria Schürmann. Im vergangenen Jahr war sie mit ihrem Burlington FRH noch in der Nachwuchsserie Piaff-Förderpreis unterwegs und gewann in Stuttgart das Finale. Diesmal durften die beiden in der Großen Tour mitreiten und zeigten zwei absolut souveräne, fehlerfreie Runden in Grand Prix und Special. „Ich war selbst nervös vorher, aber Burlington hat mir die Nervosität genommen. Seit sechseinhalb Jahren reite ich ihn nun und das hier war der erste Special vor einer solchen Kulisse. Aber Burlington hat sehr für mich gekämpft.“ Mit ihrem Hannoveraner von Breitling W-Rohdiamant verzeichnete Schürmann bisher zahlreiche Erfolge. 2009 belegten die beiden Platz sieben beim Bundeschampionat der sechsjährigen Dressurpferde, 2012 gewannen sie neben Teamgold auch zwei Silbermedaillen bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter und siegten im gleichen Jahr im Finale des Nürnberger-Burg-Pokals.

Mit Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) und Zaire (72.627 Prozent) auf Rang vier sowie Dorothee Schneider (Framersheim) und Showtime (72.431 Prozent) auf Rang sechs reihten sich zwei weitere starke deutsche Paare vorne ein. Jenny Lang (Karlsruhe) und Loverboy kamen mit 69.020 Prozent auf Rang zehn. Zudem waren neben Schürmann in Stuttgart noch zwei weitere Mitglieder der Perspektivgruppe Dressur erfolgreich unterwegs: Sanneke Rothenberger hatte am Freitag bereits das Finale des Piaff-Förderpreises gewonnen und startete nun zum ersten Mal mit Deveraux OLD in der Großen Tour. Und das mit Erfolg: 72.549 Prozent erreichten die beiden im Special und wurden Fünfte. Victoria Michalke belegte mit Dance On OLD Rang elf (68.706 Prozent). „Toll, dass so viele unserer jungen Reiterinnen bei einem solchen Turnier so weit vorne liegen“, sagte Oliver Oelrich, der zusammen mit Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen die deutschen Nachwuchsreiter betreut.