Ergebnisse DM Einspänner Luhmühlen 2013: Philipp Faißt übernimmt die Führung

Dennis Schneiders setzt sich bei den Ponys an die Spitze

Luhmühlen (fn-press). Philipp Faißt steuert seinen ersten Deutschen Meistertitel an. Bei der DM der Einspänner, Pony-Einspänner und Para-Fahrer in Luhmühlen hat er nach Platz vier in der Dressur die Führung übernommen. Der 24-Jährige aus Lahr in Baden-Württemberg wurde Dritter in der Geländeprüfung und konnte sich so mit seiner Stute Ann in Time G.W. an die Spitze der Meisterschaftswertung setzten. Die DM findet im Rahmen einer internationalen Prüfung mit 57 Teilnehmern statt – auch hier führt Philipp Faißt mit 98,21 Punkten.

„Insgesamt war es sehr gut, aber Hindernis sieben war schon brutal eng“, sagte er nachher. In diesem Hindernis hatte er dann auch einen kleinen Rumpler und einen Ball, der ihm zwei Strafpunkte einbrachte. „Und das Hindernis zwei war schon sehr ausgefahren, aber das ist dann eben der Nachteil, wenn man ganz am Ende dran ist“. Nach ihm starteten dann nur noch der bis dahin auf Platz zwei liegende Dieter Lauterbach (Dillenburg) mit Dirigent und der Dressursieger und Titelverteidiger Detlef Böhlmann (Otter) mit Diaz – beide amtierende Mannschafts-Weltmeister. Dieter Lauterbach, belegte Platz neun in der Geländeprüfung und ist nun hinter Faißt auf dem Silberrang (99,73). „Wir hatten keine Patzer im Gelände, es lief alles flüssig rund, aber das erste Wasserhindernis hat viel Kraft gekostet, das hat man schon gemerkt“, so das Fazit von Lauterbach. Detlef Böhlmann belegte Platz zwölf im Gelände und rutschte dadurch auf den Bronzerang ab (99,76). „Am Anfang wollte Diaz nicht so richtig, aber dann hat er sich gesteigert“, so Böhlmann.

Aber nicht nur Nachwuchsfahrer Philipp Faißt machte mit einem starken Geländeauftritt auf sich aufmerksam. Überraschend ging der Sieg an die 20-jährige Jessica Wächter (Aschaffenburg) mit Dreamgirl. Die sechsjährige Stute stellte ihr die Besitzerin Marie Tischer (Neu-Isenburg) für die DM zur Verfügung, da die 14-Jährige altersbedingt noch nicht in Luhmühlen starten durfte. Marie Tischer war mit der Stute in diesem Jahr bereits Deutsche Jugendmeisterin geworden. Mit Platz sechs ebenfalls einen tollen Geländeauftritt zeigte auch der 18-jährige Jens Chladek (Viernheim) mit Pablo, der bei seiner ersten DM in der Meisterschaftswertung nun Platz fünf belegt (107,04). Chladek hatte bei der Jugend-DM und der Jugend-EM in dieser Saison bereits beide Male die Bronzemedaille geholt. Hinter den Medaillenrängen auf Platz vier der Meisterschaftswertung liegt Klaus Tebbe (Neuenkirchen) mit Falko (106,42).

DM Pony-Einspänner: Dennis Schneiders übernimmt die Führung

Mit dem schnellsten Auftritt im Gelände hat Dennis Schneiders aus Petershagen nicht nur die Geländeprüfung gewonnen, sondern auch die Führung in der Deutschen Meisterschaft der Pony-Einspänner übernommen. Mit dem Pony Cathy’s Tabor hatte er gestern in der Dressur den zweiten Platz hinter Titelverteidiger Patrick Hanisch belegt. „Leider gab es hier nur drei technische Hindernisse, die anderen waren eher auf Geschwindigkeit angelegt“, sagte Schneiders. „Denn das Technische, also immer eng rum, das kommt Tabor entgegen.“ Genau in diesen eher technischen Hindernissen drei, vier und sieben fuhr er dann auch immer die Bestzeit. Seine Teamkollegin und Besitzerin des Ponys Cathy’s Tabor Jacqueline Walter war zeitgleich mit Pony Maverick in den Hindernissen. Die 21-Jährige lieferte sich einen spannenden Wettstreit um die nächste Bestzeit mit Dennis Schneiders. In den Hindernissen fünf und sechs zeigte sie die schnellsten Runden. Am Ende belegte sie Platz zwei in der Geländeprüfung und verbesserte sich damit von Rang vier nach der Dressur auf Platz zwei der Kombinierten Wertung. „Bis auf ein paar Kleinigkeiten, zum Beispiel bin ich in Hindernis eins gleich mal an Tor F vorbeigefahren und musste eine Volte fahren, war es sehr gut“, so Jacqueline Walter nachher.

Der Dressursieger und Titelverteidiger Patrick Hanisch (Ennigerloh) fiel dagegen mit seinem Haflinger Moses auf den dritten Rang in der Meisterschaftswertung zurück. Er machte im Ziel nach der Geländeprüfung kein allzu glückliches Gesicht: „Irgendwie wollte er heute nicht so, ich habe ihn in den Hindernissen einfach nicht so eng herum bekommen.“ In der Geländeprüfung belegte er am Ende Platz fünf. Hinter den Medaillenrängen auf Platz vier liegt zur Zeit Fabian Gänshirt (Meißenheim) mit Olesja L. Er wurde im Gelände Dritter und konnte somit von Platz fünf nach der Dressur um einen Platz in der Meisterschaftswertung vorrücken. Den fünften Rang belegt nach Platz vier im Gelände und Platz acht in der Dressur die Sandra Schäfer aus Nordwalde mit Nemo von Bergen (63,10). Zurückgefallen auf den 14. Rang ist dagegen Stephan Koch (Hamburg), der mit Rainman in der Dressur noch Platz drei belegt hatte. „Der Hengst ist erst sieben Jahre alt und es ist sein erstes S-Gelände, das war heute alles noch ein bisschen viel für ihn“, erklärte Koch, der eigentlich Pony-Zweispännerfahrer ist. „Außerdem musste ich mich auch umstellen, so ein Einspänner ist doch anders als ein Pony-Zweispänner, aber wir sind hier um Erfahrungen zu sammeln“, so Stephan Koch. „Das ist ein tolles Pony und es war schon super, dass wir in der Dressur ganz vorne mitfahren konnten.“

DM Para-Fahren: Alexandra Röder gewinnt das Gelände

Von Platz sieben in der Dressur bis an die Spitze der Meisterschaftswertung der Para-Fahrer fuhr sich Alexandra Röder aus St. Augustin in Rheinland-Pfalz durch einen starken Auftritt im Gelände. In vier von sechs Hindernissen fuhr sie mit ihrem Pferd Evi die schnellsten Zeiten und gewann diese Prüfung. Die 26-Jährige, die zum dritten Mal an der DM teilnimmt, führt mit 104,07 Punkten. Hinter ihr auf Platz zwei der internationalen Prüfung rangiert der Niederländer und Jan C. Ranzijn (105,30) vor Heiner Lehrter (Mettingen) mit Chabrier (106,98). Titelverteidiger und Weltmeister Lehrter musste die Führung abgeben und belegt nun Rang zwei hinter Alexandra Röder. „Es waren recht schwere Hindernisse und in drei und vier wollte er nicht so richtig anziehen“, analysierte Lehrter nachher, der aber dennoch ganz zufrieden mit dem Verlauf war. Auf dem Bronzerang liegt zur Zeit Stefan Wortmann (Greven) mit Don (111,31) vor Markus Beerhues (Langenberg) mit Dolero B (112,63).

Leider wurde der Geländetag vom Unfall des Norwegers Eivind Davik überschattet. In Hindernis sechs brach das Ortscheit und die Stränge rissen. Das manövrierunfähige Gespann kollidierte mit einem Teil des Hindernisses und geriet ins Straucheln. Das irritierte Pferd schlug mehrfach aus, traf dabei den Fahrer, der zusammen mit dem Beifahrer dann vom Wagen fiel. Der Fahrer kam mit Verdacht auf Knochenbrüche ins Krankenhaus und die Prüfung musste zwischenzeitlich unterbrochen werden. Im Anschluss wurde das Hindernis sechs aus der Prüfung genommen.

Die Deutschen Meisterschaften der Einspänner, Pony-Einspänner und Para-Fahrer entscheiden sich morgen mit dem Hindernisfahren.