Ergebnisse DKB - Bundeschampionate Warendorf 2016: Da Vincy GB dominiert Finale der Fahrpferde

Qualität und Quantität der Fahrpferde steigt im Vergleich zum Vorjahr deutlich an

Warendorf (fn-press). Da Vincy GB heißt der neue Bundeschampion der vier- und fünfjährigen Fahrpferde. Der vierjährige Wallach von Decurio aus einer Mutter von Rich Charly I setzte sich an den Leinen von Bettina Winkler (Greiz) gegen den Lokalmatador Baldessarini mit Fahrer Christian Koller (Warendorf) und den von Siegfried Töpfer (Mertendorf) vorgestellten Vorjahressieger Fortino durch.

Die Letzten werden die Ersten sein, dieser Spruch bewahrheitete sich im Finale der vier- und fünfjährigen Fahrpferde. Hier nämlich rollte Da Vincy GB als letzte Starter das Feld von hinten auf und sicherte sich mit klarem Vorsprung Sieg und Titel. Das erst vierjährige Deutsche Sportpferd beeindruckte während seines gesamten Auftritts mit energischem Fleiß, toller Aufrichtung und ganz großer Mechanik. Gefahren von Bettina Winkler, die trotz lädiertem Ellenbogen gleich drei Pferde durch das Finale pilotierte, zeigte sich der vom Gestüt Bretmühle Strauß und Winkler GbR (Greiz) gezogene Braune locker und voll bei der Sache und kassierte für den Gebrauchstrab die Tageshöchstnote von 9,5 (Schritt: 8,5; Trabverstärkung: 8,0; Ausbildung: 8,5; Hindernisfahren: 8,0). Da Vincy GB, dessen Onkel mütterlicherseits, FST Royal Speed, 2012 den Titel des Bundeschampions der Fahrpferde gewann, überzeugte auch Fremdfahrer Dieter Lauterbach (Dillenburg): „Ich habe selten ein Pferd mit so einem feinfühligen Maul gefahren, ein Pferd, das so fein an den Hilfen steht“, schwärmte der amtierende Weltmeister der Einspänner und belohnte den Wallach mit einer satten 9,5. Da Vincy GB, der am Ende 26,5 Punkte als Resultat aus den Finalteilen A und B erzielte, steht auch im Besitzer seiner Züchter vom Gestüt Bretmühle.

Starker Lokalmatador

Als Lokalmatador ging mit Baldessarini ein rein springbetont gezogener Warendorfer Landbeschäler an den Start. Der vierjährige Sohn des Balous Bellini aus einer Mutter von Ratinho, der bereits ganz früh im Jahr das Ticket für das DKB-Bundeschampionat gelöst hatte, stiefelte mit Siebenmeilenstiefeln durch das Fahrviereck und überzeugte neben den herausragenden Grundgangarten auch mit ausgesprochener Nervenstärke. Der braune Hengst, der eigentlich schon für die Deutsche Reitschule vorgesehen war, fand in Christian Koller genau den Fahrer, der sein Talent frühzeitig erkannte, es förderte und auf dem Championat eindrucksvoll präsentierte. Eine tolle 9,0 erhielt der kalibrige Westfale für den Gebrauchstrab und auch die Noten für Trabverstärkung und Hindernisfahren (je 8,5) sowie für die Ausbildung (8,0) lagen deutlich über dem Notendurchschnitt. Auch Fremdfahrer Lauterbach lobte den Vize-Bundeschampion für dessen Coolness und hob die energische Hinterhand und die schwungvolle Bewegungsmechanik hervor. Er vergab die Wertnote 8,5, so dass sich letztlich 25,16 Punkte auf dem Konto des von Richard Dengler (Werne) gezogenen und im Besitz der Deutschen Reitschule des NRW Landgestüts (Warendorf) stehenden Baldessarini summierten.

Pech im Kegelparcours

Mit toller Aufrichtung und eindrucksvoller Dynamik präsentierte sich der Bundeschampion des vergangenen Jahres, Fortino, an den Leinen von Siegfried Töpfer. „Er tanzt förmlich durch das Fahrviereck“, schwärmte Kommentator Rudolf Temporini über den Auftritt des Fidertanz-Sohnes aus einer Mutter von De Niro. Gleich zweimal bedachte das Richtergremium ihn mit einer 9,0. Die erhielt der von seinem Besitzer Andreas Ohar (Weimar) selbst gezogene Wallach für Gebrauchstrab und Trabverstärkung. Hinzu kamen für Schritt und Ausbildung jeweils die 8,0. Leider fielen im Kegelparcours gleich zwei Bälle, so dass der als Favorit und Qualifikationssieger ins Finale gestartete Fortino seinen Titel aus dem Vorjahr knapp nicht verteidigen konnte. Dennoch attestierte Dieter Lauterbach Fortino eine „vielversprechende Zukunft im ganz großen Sport“ und belohnte die Leistung des Deutschen Sportpferdes mit 9,0. 25,04 Punkte und somit den Bronze-Rang gab es für Fortino.

Tolles Niveau bei den Fahrpferden

Insgesamt bewarben sich 19 Fahrpferde um den Titel des DKB-Bundeschampions, fünf vierjährige und 14 fünfjährige, „das ist ein tolles Ergebnis“, zeigte sich Richterin Astrid-Auguste Botterbrodt-Weilage (Osterholz-Scharmbeck) von der Größe des diesjährigen Starterfeldes ausgesprochen angetan. Und nicht nur die Anzahl der Gespanne, auch deren Qualität zeigte im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Steigerung: „Wir haben hier ausgesprochen vielversprechende Fahr-Talente gesehen“ resümiert Botterbrodt-Weilage beim Blick auf die jungen Fahrpferde, die, so die Richterin, von ihren Fahrern allesamt sehr gut in Szene gesetzt wurden. Die besten Fünf der 19 Finalisten konnten ihre Leistungsstärke im Fremdfahrtest noch einmal unter Beweis stellen. Dazu gehörten neben den drei am Ende Erstplatzierten auch die beiden Stuten Hot Black Girl (fünfjähriges Deutsches Sportpferd von Hot Spirit – French Kiss, Züchterin: Babett Bischoff (Bobritzsch)) an den Leinen ihres Besitzers Klaus Seifert (Kesselsdorf) sowie die von Ulrich Hengemühl (Tecklenburg) gefahrene Fiderella (fünfjährige Westfälin von Fiderstep – Rubinstein, Züchter: Heinz Schütte (Spelle), Besitzerin: Brigitte Weeke-Therling (Lienen)). Die beiden Stuten landeten mit 23,84 bzw. 23,56 Punkten auf den Plätzen vier und fünf.