Ergebnisse DKB - Bundeschampionate Warendorf 2015: Der Freitag

Warendorf (fn-press). Tag 3 bei den DKB-Bundeschampionaten: Auf dem Programm standen heute viele kleine Finals, in denen sich weitere Reiter-Pferd-Paare durch gute Leistungen Finaltickets sichern und so die Chance auf die Siegesschärpe und den Titel des Bundeschampions wahren konnten. Zudem griffen mit den Dressur- und Vielseitigkeitsponys auch die letzten Titelaspiranten in die Wettkämpfe ein. 7,500 Zuschauer fieberten mit.

Bereits früh am Morgen lieferten sich 41 siebenjährige Springpferde in der zweiten Qualifikation des Warendorfer Youngster Championats, einer Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S*, einen spannenden Wettstreit. Null Fehler in 39,98 Sekunden nach Phase 2 lautete das Ergebnis des siegreichen Westfälischen Schimmelwallachs Quantador (von Quinta Real-Cornet Obolensky, Züchter: Georg Kaiser (Salzkotten), Besitzer: Paul Schockemöhle) und seinem Reiter Bastian Freese (Mühlen). Als einziges Paar durchbrachen die beiden damit die Schallmauer von 40 Sekunden und sicherten sich eine der Fahrkarten für das Finale am morgigen Samstag. Dort werden dann die 30 punktbesten Pferde nach beiden Qualifikationen in einer Springprüfung Klasse S** mit Stechen aufeinandertreffen und den Titel des Warendorfer Youngster Champions unter sich ausmachen. Punkbestes Pferd nach beiden Qualifikationen war die Holsteiner Stute Afrah (von Coriano-Lord Inci Pit, Züchter: Winfried Krautwald (Emsdetten), Besitzerin: Edeltraud Krautwald), Siegerin des gestrigen Tages mit Reiterin Jana Wargers (Emsdetten).

Auch bei den fünfjährigen Springpferden stand heute die zweite Qualifikation an. 96 Starter stellten sich dem Parcours, einer Springpferdeprüfung der Klasse M*. Die Tageshöchstnote 9,2 gab es für Chap II (von Cellestial-Contender) und Johannes Holzeder (Malching): der Sieg in Abteilung eins. Der Oldenburger Schimmelhengst stammt aus der Zucht und dem Besitz der Schmidt/Schmidt GbR (Neu Benthen). Die zweite Abteilung sicherten sich Cadberry (von Coronas-Carpaccio) und Philipp Schulze-Topphoff (Havixbeck) mit der Note 8,8. Gezüchtet wurde die Westfalenstute von Ludger Schulze-Topphoff (Telgte), Besitzerin ist Viola Schulze-Topphoff. In Abteilung drei ging die Siegesschleife an den Holsteiner Hengst Oak Grove’s Connected und Harm Lahde (Sassenholz). Die Richter belohnten die Vorstellung des Conterder-Corofino I-Sohns, der von Tim Sievers (Witzwort) gezüchtet wurde und im Besitz des Gestüts Eichenhain steht, mit der Wertnote 8,7. Oak Grove’s Connected war auch das Pferd, das über beide Qualifikationen hinweg die meisten Punkte sammelte und somit sein Finalticket sicher hat – ebenso wie 29 weitere Parcourstalente. Für die anderen bleibt nur noch der Weg über das kleine Finale am Samstagnachmittag.

Um Finaltickets ging es am heutigen Nachmittag auch bei den sechsjährigen Springponys. Hier siegte in einem Starterfeld von 22 Ponys und nahm somit Kurs auf die Titelverteidigung der Bundeschampion des letzten Jahres, High Noon (von Halifax-Chico) mit Reiter Lars Volmer (Legden). 9,3 lautete die Wertnote. Züchterin des Hengstes ist Gisela Jung (Rittersheim), Besitzer Helmut Ewenz. Insgesamt zogen 15 Springponys in das Finale ein. Noch nicht um Finaltickets springen mussten hingegen die fünfjährigen Springponys. Für sie ging es in einer Einlaufprüfung darum, sich gut auf dem Championatsgelände in Warendorf zu akklimatisieren. Am besten gelang dies Cha Cha (von Campino-Losander) mit Reiterin Kathrin Stolmeijer (Emsbüren). Für ihre Runde über den Parcours zückten die Richter die Wertnote 8,7. Gezogen wurde die Stute von Hans Huster-Klatte (Lastrup), Besitzerin ist Victoria Klatte.

Nachdem gestern bereits die ein Jahr jüngeren am Start waren, griffen heute auch die vierjährigen Reitponys in das Wettkampfgeschehen ein. Den Sieg im 30-köpfigen Starterfeld bei den Stuten und Wallachen sicherte sich mit der Wertnote 8,3 die Stute Daddy’s Chanel mit Reiterin und Besitzerin Lisa Albers (Neuenkirchen). Reiner Bockholt (Steinfurt) ist Züchter des braunen Nachwuchstalents von FS Daddy Cool aus einer Mutter von Chantre B. Mit der Siegerin sowie acht weiteren Ponys gibt es ein Wiedersehen im Finale am Sonntag. Dort zu sehen sein wird auch der Sieger der vierjährigen Reitponyhengste, Drei D AT mit seiner Reiterin Jaqueline Schurf (Bedburg), die bereits gestern mit der Stute Damenwahl K WE die Qualifikationssiegerin bei den dreijährigen Reitponys stellte. Der von Adolf-Theo Schurf (Bedburg) gezogene und noch in dessen Besitz stehende Sohn des Dance Star AT aus einer Mutter von Dreamdancer setzte sich mit einer Wertnote von 8,8 gegen seine 17 Konkurrenten durch. Fünf von ihnen wird er im Finale am Sonntag wiedertreffen.

Quizmaster heißt der Sieger bei den dreijährigen Stuten und Wallachen. Mit der Wertnote 8,8 setzte sich der Sohn des Quasar de Charry aus einer Mutter von Velten Third, vorgestellt von Jessica Lynn Andersson (Wettringen) in der Reitpferdeprüfung gegen seine 20 Konkurrenten durch. Züchter des Hannoveraner Wallachs ist Klaus Küver (Lamstedt), Besitzer Mathieu Beckmann. Im Finale am Sonntag treten die Top neun dieser Prüfung erneut an, dann mit dem Ziel Bundeschampion zu werden. Viele Zuschauer waren am frühen Abend am Reitpferdeplatz, um sich die gleichaltrigen Hengste anzusehen. Hier siegte ein Sohn des Fürst Wilhelm aus einer Mutter von Lord Sinclair I: Fürst William HC, präsentiert von Anna-Sophie Fiebelkorn (Ottersberg). Der dreijährige Oldenburger aus der Zucht von Monika Stärk (Merzen) und im Besitz der HC Stables erhielt für seine Vorstellung die Wertnote 9,2. Insgesamt zogen hier sechs der 19 Hengste in das Finale ein, wobei die Meinungen von Publikum und Jury zu einigen Pferden weit auseinandergingen und letztere für ihre Bewertungen zum TeiPfiffe erntete.

Ernst wurde es heute für die Dressurponys auf dem Dressurplatz II. Für sie ging es um die direkte Qualifikation für die Finals am Sonntagvormittag. Bester der 44 Starter bei den fünfjährigen Ponys war Carleo Go WE, vorgestellt von der Dritten der diesjährigen Junioren-EM, Paulina Holzknecht (Solingen). 8,2 lautete die Wertnote für den Wallach von Constantin aus einer Mutter von Weltmeyer, der von Maria Brocks (Ahaus) gezogen wurde und sich im Besitz des Hofs am Eifgen befindet. Insgesamt schafften acht Ponys den direkten Einzug ins Finale, an vier weitere werden morgen im kleinen Finale noch Startplätze verteilt. Genau halb so viele Teilnehmer wie bei den fünfjährigen, nämlich 22, waren bei den sechsjährigen Dressurponys am Start. Hier setzten sich Tackmann’s Don Alonso (von Der feiner Lord AT-Black Boy) und Laetitia Terberger (Geilenkirchen) mit der Wertnote 8,3 in Front. Züchter des Westfälischen Ponyhengstes ist Karl-Heinz Minnerop (Werl), Besitzerin Christina Schankat. Ins Finale zogen die besten acht Ponys der Prüfung ein, dies bedeutete heute eine Wertnote von 7,5 und besser.

Einen Startplatz im Finale sichern konnte sich Zalando (von Zack-Sunny-Boy) mit Nicole Casper (Donzdorf). Der vom Gestüt ERA in Dänemark gezogene und im Besitz von Thomas Casper stehende Oldenburger Hengst siegte im kleinen Finale der fünfjährigen Dressurpferde mit der Wertnote 8,3. Neben ihm schafften noch fünf weitere Pferde als „Nachzügler“ den Weg ins Finale. Bei den sechsjährigen Dressurpferden ging der Sieg im kleinen Finale mit der Wertnote 8,7 und deutlichem Abstand zum Rest des Feldes an die Stute Fasine und Reiterin Isabel Bache (Mühlen). Die Tochter des Fürst Romancier aus einer Mutter von Sir Donnerhall I wurde auf dem Gestüt Lewitz geboren, als Besitzer wird die Paul Schockemöhle Pferdehaltung GmbH geführt. Des Weiteren schafften noch sechs andere Pferde mit Wertnoten von 7,8 bzw. 7,7 den Sprung ins Finale am Samstagmittag.

Auf dem Geländeplatz waren heute erstmals auch die Ponys los. Es siegte im 19 Paare starken Starterfeld der Finalqualifikation der sechsjährige Wallach Mama’s Liebling mit Reiterin Johanna Schulze Thier (Ascheberg) und der Wertnote 8,9. Gezogen wurde der Sohn des ehemaligen Bundeschampions Mr. Hale Bob aus einer Bolero-Mutter von seiner Besitzerin Elke Stegemann (Westbevern). Er zog gemeinsam mit zehn weiteren vielseitig begabten Ponys ins Finale ein. Bei den Vielseitigkeitspferden hingegen gab es in den kleinen Finals die letzte Chance, sich doch noch für das große Finale zu qualifizieren. Bei den fünfjährigen Pferden nutzte diese Chance Kontessa M (von Royal Dream-Machandel) mit Reiterin Rebecca-Juana Gerken (Rümpel). Die Oldenburger Stute aus Zucht und Besitz von Sybille Michalski (Borstel) erhielt für ihre Runde über die Geländesprünge eine glatte 9,0. Das kleine Finale der ein Jahr älteren, sechsjährigen Vielseitigkeitspferde wurde zur Beute von Hulingshof's Jogi und Reiterin Christin Tidow (Springe). Der Oldenburger Schimmelwallach stammt aus der Zucht und dem Besitz von Johannes Baumann (Kempen), für seine Vorstellung gab es von den Richtern eine 9,2. Insgesamt schafften über die kleinen Finals sieben fünf- und sechs sechsjährige Pferde noch den Einzug in das Finale. Weiter geht es dort am Samstag mit den Teilprüfungen Dressur und Springen, ehe am Sonntag auf dem Vielseitigkeitsplatz der Ritt über Geländehindernisse über die Titelvergabe entscheidet.

Morgen stehen bei den DKB-Bundeschampionaten die ersten Finals auf dem Programm. Unter anderem wird es dann bei den sechsjährigen Dressurpferden einen neuen Bundeschampion geben. Zudem werden in weiteren Prüfungen letzte Tickets für die Finals am Sonntag verteilt.  

Fortino fährt aufs Siegerpodest - Erster Bundeschampion bei den Fahrpferden

Warendorf (fn-press). Selbstbewusst, energisch und hervorragend an den Hilfen seines Fahrers Siegfried Töpfer stehend, so präsentierte sich Fortino im Finale der vier- und fünfjährigen Fahrpferde. War die Vorstellung des vierjährigen Deutschen Sportpferdehengstes in der Finalqualifikation noch von deutlicher Spannung geprägt, fand sich der Sohn des Fidertanz (M. v. De Niro) im Finale deutlich besser mit der quirligen Situation auf dem Fahrpferdeplatz zurecht und konnte seine Aufgabe locker und mit viel Ausstrahlung bewältigen.

Der Dunkelbraune aus der Zucht von Andreas Ohar – in dessen Besitz er auch steht – sammelte in der Dressur eine 7,0 für den Schritt, eine 8,0 für den Gebrauchstrab, eine 8,5 fürs Tritteverlängern und eine 7,5 für die Ausbildung. Für das flüssige und sportliche Kegelfahren gab es sogar eine 9,0, die nur durch die Benotung des Fremdfahrers, Dieter Lauterbach, noch getoppt wurde. Der Jugend-Bundestrainer und international erfolgreiche Einspännerfahrer war von Fortino restlos begeistert und erklärte seine 9,5 so: „Das ist ein Hengst, wie man ihn sich im Sport wünscht. Immer bergauf, immer an den Hilfen und absolut leistungsbereit. Unterm Strich standen für Fortino und seinen Fahrer Siegfried satte 25,34 Punkte auf dem Papier. Ein klarer Sieg!

Der überlegene Sieger der Finalqualifikation Vitaly aus der Zucht der Zuchtgemeinschaft Stuhldreyer war auch am Finaltag gut – aber eben nicht überragend: Der Sohn des Vitalis (M.v. Fürst Piccolo), der im Besitz des Westfälischen Landgestütes steht, wirkte etwas kraftlos, absolvierte die Prüfung an den Leinen von Christian Koller allerdings solide und mit der besten Note für den Ausbildungsstand. Für den Schritt zückte das Richtergremium Wilfried Gehrmann und Dr. Klaus Christ eine 6,5. Alle weiteren Kriterien wurden mit jeweils 8,0 bewertet – Endergebnis: 24 Punkte. Fremdfahrer Lauterbach attestierte dem vierjährigen Fuchs viel Qualität und eine sportliche Zukunft.

Ein Novum gab es bei Rang drei: Gleich zwei Gespanne fuhren punktegleich auf den Bronzerang: Der vierjährige Deutsches Sportpferdewallach Frederic (Z.: Erhard Reiche), der im Besitz des Sachsen- Anhaltinischen Landgestüts steht und von Tino Bode pilotiert wurde, zeigte sich sportlich, dynamisch, mitunter etwas eilig. Das drückte die Schrittnote (6,0) des vierjährigen Sohnes des Fürst Wettin (M. v. Festival Westfalia). Ebenfalls mit Schrittschwierigkeiten kämpfte sein Mit-Medaillist Feinbrand P. Der von Jörg Plate gezogene und vorgestellte Rheinländer Wallach (v. Floribot, M.v. Feiner Ludwig) zackelte gar mehrfach an und kam über eine 5,0 hier nicht hinaus. Allerdings begeisterte der hoch durchlässige Dunkelfuchs Fremdfahrer Lauterbach, der ihn mit einer 8,4 bedachte und letztlich mit auf den Bronze-Rang hob, der mit 22,40 Zählern erreicht wurde.

 

„Sicher hätten wir uns mehr Teilnehmer gewünscht, bilanziert Wilfried Gehrmann, die Kategorie der vier- und fünfjährigen Fahrpferde, zu der insgesamt nur acht Gespanne antraten. Der Wettbewerb der sechs-und siebenjährigen Fahrpferde musste wegen mangelnder Nennungen abgesagt werden.