Ergebnisse DJM Zeiskam 2014: Die neuen Meister Springen und Dressur sind ermittelt

Zeiskam (fn-press). Die Würfel sind gefallen: Die neuen Deutschen Nachwuchsmeister im Springen heißen Guido Klatte jun. (Junge Reiter) Theresa Ripke (Junioren), Max Haunhorst (Children) sowie Enno Klaphake (Ponys). In der Dressur sicherten sich bei der DJM im rheinland-pfälzischen Zeiskam Sönke Rothenberger (Junge Reiter), Anna-Katharina Abbelen (Junioren) und Maike Mende (Ponys) die DM-Goldmedaille.

Gastgeber der DJM 2014 war das rheinland-pfälzische Zeiskam, wo bereits 1982 und 2005 die nationalen Titelkämpfe ausgetragen wurden. In diesem Jahr hatte der rund 450 Mitglieder starke Verein sein 60-jähriges Jubiläum zum Anlass genommen, sich erneut um die DJM zu bewerben. Geboten wurde ein Turnier der kurzen Wege, kombiniert mit Pfälzer Herzlichkeit und familiärer Atmosphäre. Besonders bewundernswert: nahezu alle Bereiche der Veranstaltung inklusive des traditionellen Länderabends wurden mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer gestemmt.

Als Erstes wurden die Medaillen bei den Ponyspringreitern vergeben. Von vier Paaren, die mit weißer Weste ins Finale eingezogen waren, blieben am Ende die drei Mitglieder des EM-Bronzeteams von Millstreet übrig, die daraufhin ins Stechen einzogen. Die Vierte, Carla Schumacher (Bottrop) war mit High Dream N zwar ebenfalls fehlerfrei, hatte sich jedoch in den beiden Umläufen des Finales Zeitfehler eingehandelt. Als erster Starter im Stechen legte Titelverteidiger Lars Volmer (Legden) mit seinem Schimmel Carrick schon schnell los, kassierte jedoch am letzten Sprung einen Fehler. Daraufhin wollte es Philipp Schulze Topphoff richtig wissen. Er war mit Mentos Junior noch schneller als sein Teamkollege – doch auch bei ihm fiel am letzten Sprung die Stange. Damit hatte es der Jüngste des Trios, der erst 14-jährige Enno Klaphake (Steinfeld) mit einer Nullrunde in der Hand, den Titel zu holen. Auch bei ihm klapperte es am letzten Sprung – doch alles blieb liegen. Mit erhobener Siegerfaust ritt er durchs Ziel. „Damit habe ich nicht gerechnet, ich hätte eher Philipp als Meister gesehen“, sagte er nach seinem Ritt. Dieser wurde wie im vergangenen Jahr in München Zweiter. Lars Volmer wurde Dritter. „Es hat sich hier gezeigt, dass sich die Routine durchsetzt“, sagt Bundestrainer Peter Teeuwen. Für Volmer und Schulze Topphoff, aber auch für die viermalige Preis-der-Besten-Siegerin Justine Tebbel, die in Zeiskam Platz fünf belegte, ist es allerdings das letzte Pony-Jahr. „Wir werden jetzt die Herbstlehrgänge und den Winter dazu nutzen, neue Paare aufzubauen“, sagte Teeuwen. Einzelne Kandidaten hat er in Zeiskam bereits entdeckt. Bis sie soweit sind, in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Vorgänger zu treten, wird es aber eine Weile dauern.

In der Altersklasse Children waren es sogar acht Paare, die die beiden ersten Wertungsprüfungen mit Doppel-Null beenden konnten. Nach zwei Umläufen des Finales blieben genau drei übrig, die wie bei den Ponyreitern um die Medaillen stechen mussten. Max Haunhorst (Hagen a.T.W), der mit Florida Lady Ixes bereits bei den EM in Arezzo seine Qualitäten im Stechen erfolgreich unter Beweis stellen konnte, bewies auch in Zeiskam Nerven. Er blieb fehlerfrei und war auch schneller als Joan Wecke aus Sachsen-Anhalt, die mit der selbst gezogenen Stute Nena ihre DM-Premiere mit der Silbermedaille krönte. Auf dem Bronzerang landete dagegen wieder eine der Favoritinnen der DJM, Beeke Carstensen (Sollwitt) mit Venetzia, der als Einziger ein Fehler im Stechen unterlief. Der Sieg im Finalspringen selbst ging an Calvin Böckmann (Lastrup) mit Carvella Z, der EM-Bronzemedaillengewinner der Ponyvielseitigkeitsreiter, der wegen eines Fehlers im ersten Wertungsspringen allerdings keine Chance auf den Einzug ins Stechen und auf eine Medaille hatte.

„Der sportliche Ablauf und der ganze Rahmen hier waren hervorragend“, sagte Markus Merschformann, der die DJM erstmals als Bundestrainer begleitete. „Alles lief reibungslos und stressfrei ab.“ Besonderes Lob zollte er dem Parcourschef, dem es gelungen war – „Zufall, oder nicht“ – exakt drei Paare bei den Ponys und Children im Stechen zu haben. Bei den Junioren und Jungen Reiter war dies überflüssig, denn durch das Zeitspringen kamen alle Teilnehmer mit unterschiedlicher Punktzahl ins Finale. Dennoch wurde es auch hier noch einmal hochspannend. So verdrängten bei den Junioren am Ende gleich drei Holsteiner die übrigen Starter von den Podestplätzen. Mit Doppel-Null im Finale und einem Endstand von 4,05 Strafpunkten setzte sich Theresa Ripke mit Calmado vor ihre Landsfrau Teike Carstensen mit Cara Mi und Jesse Luther mit Tibro.

Waren es bei den Junioren die Schleswig-Holsteiner, so gaben bei den Jungen Reitern die Reiter aus Weser-Ems den Ton an, allen voran Guido Klatte jun. (Lastrup). Bereits im vergangenen Jahr hatte er mit seinem Hengst Cornet’s Prinz zwei Prüfungen gewonnen, war am Ende aber Zweiter hinter Kaya Lüthi geworden. In diesem Jahr nahm er einen neuen Anlauf, ging mit nur 2,39 Strafpunkten als Führender und Letzter an den Start und sicherte sich trotz eines Abwurfs den Titel. „Ich habe erst gedacht, ich wäre Zweiter. Ich wusste gar nicht, dass ich einen Abwurf gut hatte“, der erst allmählich realisierte, dass er Deutscher Meister geworden war. Auf dem Silberrang landete mit einem Endstand von 7,37 Strafpunkten Mannschafts-Europameister Maurice Tebbel (Emsbüren) mit Cooper. Den Weser-Emser Erfolg komplettierte seine Teamkollegin Laura Klaphake mit Ninfrane de Kreisker, die als Siegerin der ersten Wertungsprüfung die DJM mit acht Strafpunkten beendete.

Für die Dressurprüfungen wurde im Frühjahr ein komplett neues Stadion angelegt, das bereits beim bekannten Zeiskamer Pfingstturnier – als Springplatz - seine Feuertaufe bestand. Eingeweiht wurde es von den Jungen Reiter, die am Freitag den Anfang und am Sonntag den Abschluss bildeten. Den Ton gab in dieser Altersklasse wie schon beim Preis der Besten Sönke Rothenberger mit Cosmo an. Und auch in Zeiskam war er derjenige unter den Teilnehmern, der zwischen beiden Plätzen hin- und hereilte, denn er nahm auch an den Springprüfungen teil, wo er einen zwölften Platz belegte. Auf dem Viereck war er mit einem Gesamtergebnis von 235,025 Punkten uneinholbar. Silber ging mit 221,439 an die Doppel-Silbermedaillengewinnerin der EM Arezzo, Lisa Marie Klössinger (Aicha) mit FBW Daktari. Sie hatte in der ersten Prüfung kleine Probleme mit der „Guckigkeit“ ihres Pferdes. „Das hat er schon einmal, dass er sich daran stört, wenn da einzelne Dinge am Viereckrand stehen. Schade, dass es ausgerechnet bei meinem letzten St. Georges passiert ist“, sagte die Schülerin von Mannschafts-Olympiasiegerin Ulla Salzgeber, deren nächstes Ziel nun Piaff-Förderpreis heißt. Auf dem dritten Platz reihte sich Bianca Nowag (Ostbevern) mit Fair Play RB mit einem Endstand von 219,698 Punkten ein.

Neue Deutsche Meisterin der Ponydressurreiter ist Maike Mende (Nordwalde). Vom ersten Tag an gab die Schülerin von Helen Langehanenberg mit Desert Rose auf dem Viereck den Ton an und erzielte in der Kür sogar 82,575 Punkte. Anders als in Millstreet konnte die 16-Jährige das Potenzial ihrer Stute Desert Rose in Zeiskam voll zur Geltung bringen. „Bei der Euro war sie unheimlich rossig und einfach nicht bei der Sache“, sagte sie. Desert Rose, die dreijährig Bundeschampionesse war und danach zwei Fohlen brachte, wurde ihr zur Verfügung gestellt, ebenso wie vier weitere Ponys, die sie für Züchter und Besitzer auf die DKB-Bundeschampionate vorbereiten soll. „Vor allem jetzt in den Sommerferien geht das gut“, sagt die frisch gebackene Deutsche Meisterin, die ab Herbst die Wirtschaftsschule besucht. Am Ende sammelten sich 236,308 Punkte auf ihrem DM-Konto an. Silber ging an Titelverteidigerin Semmieke Rothenberger, die in Zeiskam allerdings Golden Girl und nicht ihren dreifachen Europameister Deinhard B gesattelt hatte (231,38). Der dritte Platz blieb zur Freude der Gastgeber bei Raphael Netz mit Schierensee’s Don’t do it in Rheinland-Pfalz (217,594). Der einzige Junge im 41 Paare zählenden Starterfeld rückte nach vorn, da überraschend sowohl die zwei Mal drittplatzierte Lea Nehls (Berlin) mit DSP De Long, als auch die bis zur Kür viertplatzierte Celine König mit Daddy’s Daydream einen echten Einbruch erlitten und im Klassement deutlich zurückfielen. Ein etwas enttäuschendes Ende für die beiden, für die ebenso wie für Maike Mende in diesem Jahr die Ponyzeit zu Ende geht. „Im kommenden Jahr werden die Karten völlig neu gemischt, wir werden uns erst wieder ein schlagkräftiges Team aufbauen müssen“, sagte Bundestrainerin Conny Endres.

Für die Überraschung bei den Junioren sorgte Rothenbergers Schwester Semmieke. Parallel zur Ponytour stellte sie in Zeiskam erstmals ihre Neuerwerbung Geisha vor und knüpfte mit der zwölfjährigen Gribaldi-Tochter, die mit der Dänin Victoria Vallentin in diesem Frühjahr noch bei den Future Champions in Hagen siegreich war, nahtlos an ihre Erfolge im Ponylager an. An den ersten beiden Tagen noch jeweils Dritte, wusste sie in der Kür noch so zu punkten, dass es zur zweiten Silbermedaille an diesem Wochenende reichte. Mit 224,381 Punkten verwies sie Jessica Krieg (Heinsberg) mit Revers Side mit 222,945 Punkten auf den Bronzerang. An der Spitze allerdings ließ Anna-Christina Abbelen (Kempen) mit Fürst on Tour nichts anbrennen. Mit 239,789 Punkten krönte die 17-Jährige nach dem Sieg beim Preis der Besten und Triple-Gold bei den Europameisterschaften mit Fürst on Tour ihr letztes und erfolgreichstes Junioren-Jahr auch mit dem nationalen Titel.