Ergebnisse DJM Voltigieren Krumke 2015: U18-Titel für Ingelsberg, Chiara Congia und Tim Andrich

Krumke (fn-press). Der alte Meister ist auch der neue Champion: Die bayrische Mannschaft des Voltigiervereins Ingelsberg hat bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im sachsen-anhaltinischen Krumke mit drei Siegen in drei Teilprüfungen souverän den Titel im Mannschaftswettbewerb gewonnen. In den Einzel-Kategorien bei den U18-Titelkämpfen in der Altmark setzten sich Chiara Congia (Rheinland-Pfalz) und Tim Andrich (Berlin-Brandenburg) durch.

Es war ein Start-Ziel-Sieg für die Bayern vom Voltigierverein Ingelsberg: Zum Auftakt hatte die Mannschaft von Trainer und Longenführer Alexander Hartl in der Pflicht gewonnen. Es folgten zwei Siege in den Küren. Auch am Finaltag standen die Freistaatler mit ihrem Pferd Lazio am Ende ganz oben in der Ergebnisliste. Mit 8,342 Punkten gewannen sie den letzten Durchgang vor dem Juniorteam Brakel (Westfalen/8,316), dem RSV Neuss-Grimlinghausen (Rheinland/8,252), Mainz-Laubenheim (Rheinland-Pfalz/8,219), Franken-Junior (Bayern/7,991) und Schenkenberg (Sachsen/7,864).

Auch in der Meisterschaftswertung machten die Ingelsberger das Rennen. Mit 7,904 Punkten verteidigten die Vorjahressieger damit ihren Titel, gefolgt vom RSV Neuss-Grimlinghausen (7,727). Das Team von Simone Lang-Wiegele voltigierte auf dem Rücken von Auxerre zu 7,727 Punkten. Über Bronze freute sich das Juniorteam aus Brakel. Die amtierenden Vize-Europameister aus dem Landesverband Westfalen verbuchten mit Dachico und Longenführerin Anna Brinkmann 7,595 Punkte im Endergebnis. Die weiteren Plätze gingen an Mainz-Laubenheim (7,501), Franken-Junior (7,261), Mainz-Ebersheim (7,231) und Schenkenberg (7,057).

Bei den Herren kam es zur wohl knappsten Entscheidungen in der Geschichte der Deutschen Jugendmeisterschaften: Am Ende trennten die beiden Führenden des Herren-Gesamtklassements lediglich drei Tausendstel Punkte. Über das bessere Ende – mit 7,363 Punkten – freute sich Tim Andrich. Der Favorit vom Landesverband Berlin-Brandenburg, der mit seinem Pferd Polan und Longenführerin Claudia Westerheide zuvor die ersten drei Umläufe gewinnen konnte, beendete das Championat zwar mit dem dritten Platz in der Finalkür. Der Vorsprung jedoch reichte – wenn auch hauchdünn – für seinen ersten Titel. Gemeinsam mit seiner Longenführerin lag sich der 17-Jährige, der von der ehemaligen österreichischen Spitzenvoltigiererin Jasmin Gipperich trainiert wird, nach der Ergebnisverkündung in den Armen. „Aufgrund seiner Erfahrung hat er dem Druck standhalten können, das ist ein gutes Signal“, sagte Bundestrainerin Ulla Ramge und blickte da wohl auch schon in Richtung Weltmeisterschaft Anfang August in Ermelo (NED).

Rang zwei in Krumke blieb für Gregor Klehe. Der 14-Jährige vom Voltigierverein Ingelsberg holte mit seiner Schlusskür auf Adlon fast vier Zehntel auf den Führenden auf, kam in der Totalen aber „nur“ auf 7,36 Punkte. Enttäuschung war bei den Bayern nicht zu spüren. Im Gegenteil. „Gregor konzentriert sich in diesem Jahr hauptsächlich auf die Gruppe und ist eigentlich kein Einzelspezialist. Das Einzeltraining war zweitrangig. Deshalb sind wir mit dem Ergebnis extrem überrascht und zufrieden“, sagte Trainer und Longenführer Alexander Hartl. „Er hat mit seiner unbefangenen Art ein tolles Bild hinterlassen“, pflichtete Ramge bei. Der Trost für Klehe, der in diesem Jahr die internationalen Wettkämpfe in Portogruaro (ITA), Ebreichsdorf (AUT) und in Südafrika sowie den Preis der Besten in Warendorf gewinnen konnte: Immerhin hatte er mit dem Team den Sieg im Mannschaftswettbewerb geholt.

Den Herren-Tagessieg in Krumke sicherte sich Konstantin Näser. Der junge Mann vom PSV Roseck-Unterjesingen erhielt für seine freie Darbietung auf Cyrano vom sechsköpfigen Richtergremium 8,016 Punkte – und durfte mit seiner Longenführerin Doris Marquart am Ende des Tages das Bronze-Edelmetall (gesamt: 7,182) entgegennehmen. „Konstantin hat sich für die kommende Saison empfohlen“, sagte Ramge. Auffällig gut zeigte sich auch Jannik Liersch, der das nationale Championat auf Rang vier beendete (6,536). Der 13-Jährige aus dem bayrischen Gilching glänzte mit hervorragend athletischer Ausstrahlung und schwierigen akrobatischen Elementen. „Ein absolutes Talent für die Zukunft“, sagte Ramge.

Im Damenwettbewerb blieb Chiara Congia auch nach dem vierten Durchgang souverän an der Spitze und stellte mit einem Abstand von fast drei Zehnteln ihre aktuelle Dominanz im Bundesvergleich unter Beweis. Lediglich die abschließende Kür konnte die 17-jährige Rheinland-Pfälzerin mit ihrem Pferd Celebration (der im Übrigen aus Krumke kommt) und Longenführerin Alexandra Dietrich nicht gewinnen. Hier blieb das Nachwuchstalent vom Voltigier- und Förderzentrum Mainz-Ebersheim mit 8,12 Punkten hinter Sophia Stangl aus Bayern (8,329). Im Gesamtklassement verbuchte Congia 7,79 Punkte, holte sich nach dem Vize-Titel im Vorjahr ihre erste Meisterschärpe – und verwies Stangl damit deutlich auf Rang zwei (7,508). Der Ingelsbergerin gelang am Finaltag ein wahres Meisterstück. Bis dato auf Platz fünf liegend zog der Schützling von Trainer und Longenführer Alexander Hartl auf dem Rücken von Adlon an der versammelten Konkurrenz vorbei auf den Silberrang. Auf Bronze rutschte ihre Landesverbandskollegin Franziska Wagenhäuser ab. Die junge Frau vom Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach stürzte unmittelbar vor ihrem Abgang von ihrem Pferd Robbie Naish und kam im Gesamtranking auf 7,485 Zähler. Caroline Reckordt aus Westfalen verteidigte auf dem Rücken von Elidano Rang vier vor Kathrin Meyer aus Schleswig-Holstein. Einen Rückschlag musste Hannah Steverding hinnehmen. Die Rheinland-Pfälzerin, die bis zum Finaldurchgang auf Bronzekurs gelegen hatte, rutschte auf Platz sechs ab.

Bei den Doppelvoltigierern stand bereits gestern die Entscheidung an. Der Sieg – und damit der Titel des U18-Bundessiegers – ging an Natascha van der Schelde und Mia Görbing vom Landesverband Hessen. Sie voltigierten auf Corporaal, longiert von Michaela Kittel und erhielten auf die finale Vorstellung 7,631 Punkte. Im Gesamtranking landeten sie bei 7,524 Zählern. Das war der klare Sieg vor Luisa Horn und Gwendolyn Gröller vom Landesverband Bayern, die auf dem Rücken von Bram zu 7,26 Punkten voltigierten. Rang drei ging nach Rheinland-Pfalz: Lara Thiel und Elisa Metz kassierten für ihre Darbietungen auf Pik Einstein 7,234 Punkte.