Ergebnisse Deutsche Meisterschaften Dressur Balve 2014: Rekordergebnisse in der Grand Prix Kür

 

Kristia Sprehe gewinnt mit Desperados zweiten Meister-Titel

Balve (fn-press). Ein Rekord jagte den nächsten: Eine so hochklassige Grand Prix Kür hat es bei Deutschen Meisterschaften noch nie gegeben. Kristina Sprehe aus Dinklage erhielt für ihre neue Kür mit dem 13-jährigen Hannoveraner Desperados 90,164 Prozent.

90 Prozent gelten als magische Grenze im Dressursport. In Balve bei der Deutschen Meisterschaft schallte die „90“ (und mehr) gleich neunmal durchs Mikrophon, fünfmal für die neue Deutsche Meisterin Kristina Sprehe, viermal für Isabell Werth. Die B-Noten für die Choreographie, den Schwierigkeitsgrad und die Musikauswahl schossen bei der nationalen Meisterschaft bis 9,5 in die Höhe.

Kristina Sprehes neue Kür wusste wahrlich zu gefallen. Der Hamburger Kürproduzent Rolf Roder hatte eine beschwingte, von Violinen getragene Musikauswahl zusammengestellt. Der Schwierigkeitsgrad wurde im Vergleich zur alten Kür enorm gesteigert. Dass gleich die Premiere so gut klappte, hätte Kristina Sprehe nicht erwartet: „Eigentlich bin ich sprachlos“, sagte sie glücklich und betonte später: „an der Feinabstimmung zwischen Musik und Lektionen muss ich aber noch etwas arbeiten.“ Mit zwei deutschen Meister-Ttiteln (am Vortag hatte sie ihre erste Goldmedaille im Grand Prix Special gewonnen) können sich die hübsche Reiterin und der Hengst Desperados nun eine Verschnaufpause gönnen. Bundestrainerin Monica Theodorescu, die Kristina Sprehe im Training unterstützt, sagte, dass Desperados, wie auch die übrigen Pferde in den Medaillenrängen, bis zum Turnier in Perl-Borg Ende Juni Pause haben sollen. Perl-Borg im Saarland gilt als erste offizielle Sichtung für die Weltreiterspiele, die Ende August in der Normandie ausgetragen werden.

 

Über einen Rekord freute sich auch die neue Vize-Meisterin Isabell Werth. Niemals zuvor hatte sie mit ihrem zwölfjährigen Hannoveraner Wallach Don Johnson 86,634 Prozent erzielt. In der Kür des Paares reiht sich Höchstschwierigkeit an Höchstschwierigkeit. „Das war heute eine runde Sache. Wäre schön, wenn es international jetzt so weitergehen würde“, sagte die 44-Jährige, die gleich zwei Pferde „im Rennen“ hatte. Mit dem 13-jährigen Rheinländer El Santo ritt die Rheinbergerin noch auf den fünften Platz (8,621). In der Meisterschaftswertung zählt aber nur der bessere Don Johnson.

Der Shooting-Star der Dressurszene, Jessica von Bredow-Werndl aus dem oberbayerischen Aubenhausen, griff am letzten Meisterschaftstag in die Medaillenentscheidungen ein. Im Sattel des schicken niederländischen Hengstes Unee B begeisterte sie mit einer hervorragenden Kür, die fehlerfrei gelang. Ihren mit deutlichem Abstand besten Wettbewerb des Balver Wochenendes kommentierte die 28-Jährige mit den Worten: „Einmal war die Galopptour genial, einmal die Trabtour, jetzt in der Kür hat beides super geklappt.“ Bronze und 83,65 Prozent – auch für Jessica von Bredow-Werndl ein Rekord.

Auf Rang vier behaupteten sich die Bronzemedaillengewinner des Specials, Ulla Salzgeber und der Rheinländer Herzruf’s Erbe. Die Kür, die auch zu den allerschwierigsten zählt, wurde mit 82,61 Prozent bewertet. Platz fünf in der Meisterschaftswertung belegt Dorothee Schneider mit der westfälischen Stute Forward Looking (78,461) vor Jenny Lang mit dem Holsteiner Loverboy (77,01) und Christoph Koschel mit dem Westfalen Rostropowitsch (76,11).

Fotos von Reker