Ergebnisse Deutsche Meisterschaft Voltigieren 2014: Hohe Führung für Neuss-Grimlinghausen

Beide WEG-Pas-de-Deux an der Spitze / Corinna Knauf und Viktor Brüsewitz weiterhin vorn

Elmshorn (fn-press). Im Rahmen der BLEYER Deutschen Meisterschaften Voltigieren im schleswig-holsteinischen Elmshorn sind heute auch die Mannschaften in den Wettbewerb eingestiegen. Nach der Pflicht führt Neuss-Grimlinghausen aus dem Rheinland mit deutlichem Abstand. Im Doppelvoltigieren setzten sich die Kölner Duos, die Deutschland bei den Weltreiterspielen vertreten werden, an die Spitze. Im Einzel bleiben Corinna Knauf (Köln) und Viktor Brüsewitz (Garbsen) vorn.

Die Ticket-Vergabe für die Weltreiterspielen in der Normandie rückt näher. Bei der letzten Qualifikationsstation machte die Mannschaft aus Neuss-Grimlinghausen den nächsten großen Schritt in Richtung ihrer vierter Championatsteilnahme in Folge. Das Team von Trainerin und Longenführerin Jessica Schmitz gewann das Pflichtprogramm mit großem Abstand. Dabei verpassten die Rheinländer mit Delia nur knapp ihre Saisonbestleistung von 7,922 Punkten, die sie in der vergangenen Woche beim CHIO in Aachen aufgestellt hatten. 7,835 Zähler gab es diesmal vom sechsköpfigen Richtergremium. Damit spielen die Voltigierer vom Neusser Nixhof – zumindest national – pflichttechnisch in einer eigenen Liga.

Über sieben Zehntel Punkte Rückstand verbuchten die Zweitplatzierten vom VV Ingelsberg aus Bayern. Die Mannschaft von Alexander Hartl kam mit Lazio auf die Wertnote 7,098. Mainz-Laubenheim (Rheinland-Pfalz) rangiert mit Nabucco – longiert von Hanne Strübel – mit 7,03 Punkten auf Platz drei.

Beim CHIO Aachen in der vergangenen Woche hatten die Neusser einige Patzern im Nationenpreis, wodurch sich das Pferd Delia verunsichern ließ. Schmitz hat nun augenscheinlich das richtige Rezept gefunden, um die neunjährige Fuchsstute wieder in den routinierten Wettkampfmodus zu bringen. „Delia ist ein tolles und nervenstarkes Pferd“, sagte die 33-Jährige. Die Diskussionen nach Aachen seien „nervtötend“ gewesen. „Deutschlands Fußballer haben sich auch mal gegen Ghana oder Algerien schwer getan und am Ende den Pott hochgehalten“, gab sie zu Protokoll. Das Team könne nicht immer bei 100 Prozent sein. „Schön wär das, aber ich glaube, jeder Sportler weiß, dass das Utopie ist“, fügte sie hinzu. Der Fokus liege nun ganz klar auf diesem Wochenende und nicht mehr beim Missgeschick in Aachen. Schmitz: „In der Pflicht hat die Mannschaft gezeigt, dass sie Kampfgeist hat. Sie hat dem großen Druck nach Aachen standgehalten und einen guten Job gemacht.“

Einen hervorragenden Job machte auch Danny Boy. Das Kölner Pferd trug die beiden für die WEG im französischen Caen Anfang September qualifizierten deutschen Pas-de-Deux . Genau diese zwei Duos machten auch in Elmshorn in der ersten Runde des Doppelvoltigierens das Rennen. Die Weltcup-Zweiten Pia Engelberty und Torben Jacobs mussten sich diesmal ihren Vereinskollegen Justin van Gerven und Gera Marie Grün geschlagen geben. Die amtierenden Bundessieger in dieser Disziplin rangieren mit 8,585 Zählern an der Spitze. Engelberty/Jacobs folgen mit 8,505. Beide Pas-de-Deux wurden von Patric Looser vorgestellt. Platz drei ging heute an den Landesverband Westfalen: Timo Gerdes und Jolina Ossenberg-Engels, die schon beim CVI in Krumke mit Rang zwei auf sich aufmerksam machen konnten, kamen mit Dragoner – longiert von Claudia Döller-Ossenberg-Engels – auf 7,47 Punkte.

Bei den Einzelvoltigierern konnten die Führenden ihren ersten Platz verteidigen. Corinna Knauf (Köln) zeigte nach der besten Pflicht vom Vortag auch die beste Kür und erhielt für ihre Vorstellung auf Fabiola (Longe: Alexandra Knauf) 8,716 Punkte. Im Zwischenranking bedeutet das 8,549 – klare Führung vor Kristina Boe aus Hamburg (Kür: 8,583 / Gesamt: 8,313) und Christine Kuhirt aus Bochum (8,309/8,126).

Im Herrenwettbewerb behauptete Viktor Brüsewitz (Garbsen) mit Highlander (Winnie Schlüter) seinen Vorsprung vor seinem Bruder Thomas Brüsewitz, der auf Airbus (Irina Lenkeit) voltigierte. Die Brüder vom Landesverband Hannover erhielten mit 8,48 und 8,399 die höchsten Wertnoten. Viktor führt momentan mit 8,445 vor Thomas (8,366) und Titelverteidiger Erik Oese aus Moritzburg (8,253).

Am morgigen Samstag beginnen die BLEYER Deutschen Meisterschaften Voltigieren, die von den Fachbeiräten in Hamburg und Schleswig-Holstein im Namen des Landesverbandes der Reit- und Fahrvereine Hamburg sowie des Pferdesportverbandes Schleswig Holstein organisiert werden, ab 9 Uhr mit den Gruppenküren. 13.30 Uhr folgt das Technikprogramm der Einzelvoltigierer und ab 17.35 Uhr das Finale im Pas-de-Deux.