Ergebnisse Deutsche Meisterschaft Einspänner Luhmühlen 2013: Philipp Faißt mit erstem Titel

Dennis Schneiders ist Deutscher Meister der Pony-Einspänner

Luhmühlen (fn-press). Bei der Deutschen Meisterschaft der Einspänner in Luhmühlen hat Philipp Faißt zum ersten Mal den nationalen Titel gewonnen. Der 24-Jährige aus Lahr in Baden-Württemberg hatte nach Dressur und Gelände mit seiner achtjährigen Stute Ann in Time die Führung übernommen und musste somit als letzter Fahrer in den Hindernisparcours. Er behielt die Nerven und kam fehlerfrei ins Ziel, so dass er neben dem Meistertitel auch die internationale Kombinierte Wertung mit insgesamt 57 Teilnehmern gewann. Außerdem fand in Luhmühlen auch die Deutsche Meisterschaft der Pony-Einspänner und der Para-Fahrer statt. Bei den Ponys gewann Dennis Schneiders mit Cathy’s Tabor, bei den Para-Fahrern Alexandra Röder mit Evi.

„Ich wollte schon vorne mitfahren, aber man kommt natürlich nicht hierher und sagt vorher, man wird Deutscher Meister“, sagte Philipp Faißt völlig überwältigt. Für ihn hatte die DM schon mit dem vierten Platz in der Dressur sehr gut begonnen, obwohl die Dressur früher oft die schwächste Teildisziplin war. „Das ist wirklich viel besser geworden und wir haben sehr viel trainiert“, erklärte Faißt. Im Gelände belegte er dann Platz drei und nahm Dressursieger und Titelverteidiger Detlef Böhlmann (Otter) die Führung ab. Somit musste er als letzter Teilnehmer in den Kegelparcours. Zuvor hatte Böhlmann mit 4,70 Fehlerpunkten den Parcours verlassen, so dass Philipp Faißt sich sogar einen Ball hätte erlauben dürfen. Detlef Böhlmann belegte Platz vier im internationalen Teilnehmerfeld und war auch mit dem Vize-Titel glücklich: „Ich freue mich richtig für Philipp“, sage er und kletterte schnell vom Kutschbock, um dem neuen Deutschen Meister als einer der Ersten zu gratulieren.

Auch die Bronzemedaille ging überraschend an einen Nachwuchsfahrer. Der 18-jährige Jens Chladek aus Viernheim blieb bei seiner ersten DM auch im Kegelparcours ganz gelassen und kam lediglich mit 2,14 Zeitstrafpunkten ins Ziel. „Ich war vorher schon nervös, so einen schweren Parcours bin ich schließlich noch nie gefahren und es wurden ja auch einige Fehler gemacht“, sagte er. Insgesamt kamen lediglich neun Fahrer fehlerfrei ins Ziel. Dazu gehörte auch Nachwuchsfahrerin Jana Wehr, die mit ihrem Wallach Zwieber das Kegelfahren gewinnen konnte. „Über den Nachwuchs im Einspännerbereich brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, hier haben viele junge Fahrer mit tollen Leistungen auf sich aufmerksam gemacht“, sagte Wolfgang Lohrer, Bundestrainer der Ein- und Zweispänner. Platz vier ging an Klaus Tebbe (Neuenkirchen) mit Falko, er kam mit drei Strafpunkten im Hindernisfahren ins Ziel. „Über einen Ball darf man sich nicht aufregen, insgesamt liefen hier alle drei Prüfungen sehr gut“, sagte Klaus Tebbe. Platz fünf ging an Dieter Lauterbach (Dillenburg), der vor dem Hindernisfahren noch auf dem Bronzerang gelegen hatte, aber 13,22 Strafpunkte im Kegelparcours kosteten ihn die Medaille. Die Siegerin im Kegelfahren Jana Wehr belegte Platz sechs in der Meisterschaft, Claudia Lauterbach (Dillenburg) kam mit Velten auf Platz sieben.

DM Pony-Einspänner: Dennis Schneiders vor Patrick Hanisch

So richtig freuen konnte sich der Deutsche Meister der Pony-Einspänner nicht. Dennis Schneiders aus Petershagen bei Minden fuhr als letzter Starter in den Kegelparcours ein und zeigte mit Cathy’s Tabor eine souveräne Null-Runde. Damit holte er sich nach Platz zwei in der Dressur und einem Sieg im Gelände auch noch den Sieg im Kegelfahren und nach 2011 zum zweiten Mal den Meistertitel. Vor ihm war seine Teamkollegin Jacqueline Walter, der auch das Pony Cathy‘s Tabor gehört, am Start gewesen. Ihr Pony Maverick war allerdings nicht gut drauf. Mit 16,47 Strafpunkten rutschte sie von Rang zwei auf Platz fünf ab. „Eigentlich ist Tabor Lines Kegelpony, er ist total einfach zu fahren“, sagte Dennis Schneiders, der statt zu feiern, seine Teamkollegin tröstete. „Maverick war es zu rutschig und dann ist er immer sofort total gestresst und schwierig.“ Silber ging somit an den Titelverteidiger Patrick Hanisch (Ennigerloh) mit seinem Haflinger Moses. Nach dem Sieg in der Dressur hatte er im Gelände Platz fünf belegt. Im Kegelfahren kam er mit 4,47 Strafpunkten ins Ziel. „Moses war gut drauf heute, der Ball war meine Schuld“, sagte er. Bronze ging an Fabian Gänshirt aus Meißenheim in Baden-Württemberg. Mit Olesja L hatte er in der Dressur Platz fünf und im Gelände Platz drei belegt. Im Kegelfahren lief es dann überhaupt nicht rund – er und Olesja waren sich nicht immer einig und er kam auf 10,89 Punkte. Er hatte sein Pony schon ausgespannt, als er erfuhr, dass er noch die Bronzemedaille gewonnen hatte. Platz vier ging an Marlena Brenner (Samern), die mit Leonardo wie auch Dennis Schneiders eine Nullrunde im Kegelparcours gezeigt hatte.

DM Para-Fahren: Alexandra Röder ist Deutsche Meisterin

„Das ist das beste Pferd der Welt“, freute sich Alexandra Röder und nahm die zahlreichen Glückwünsche und Umarmungen entgegen. Mit ihrer zehnjährigen Schweren Warmblut-Stute Evi hatte sie zwar drei Bälle im Hindernisparcours von den Kegeln gefahren, aber ihr Vorsprung reichte, um mit 113,07 Punkten Deutsche Meisterin zu werden. „Ich habe das Pferd erst seit einem dreiviertel Jahr und sie ist unheimlich brav und zuverlässig“, lobte die 26-Jährige aus St. Augustin in Rheinland-Pfalz ihre Stute. Ihren Vorsprung hatte sie sich am Vortag durch einen starken Auftritt im Gelände herausgefahren. „Der Marathon war super, aber das Kegelfahren ist nicht so unsere Disziplin“, erklärte sie nachher.

Vize-Meister wurde Markus Beerhues aus Langenfeld im Rheinland mit Dolero B. Durch seinen Sieg im Hindernisfahren konnte er sich mit lediglich drei Strafpunkten noch an Heiner Lehrter (Mettingen), der bis dahin auf Rang zwei lag, vorbeischieben. Markus Beerhues wurde damit zum dritten Mal Deutscher Vize-Meister. „Ich habe vorher gar nicht geschaut, wie knapp die Ergebnisse beieinander liegen, dann wird man nur nervös, wenn ein Ball fällt“, erklärte er. „Die Dressur lief schon gut, das Gelände auch, da hatte ich leider einen Patzer und ein Ball war gefallen, aber das Hindernisfahren ist die Stärke von Dolero.“ Bronze ging an die Titelverteidiger und amtierenden Weltmeister Heiner Lehrter mit Chabrier WE. Er hatte die Dressur gewonnen, aber nach dem Gelände die Führung an Alexandra Röder abgeben müssen. „Ich ärgere mich schon, so einen Titel gibt man ja nicht so gerne wieder ab“, sagte Lehrter. Bei ihm waren gleich drei Bälle im Kegelparcours gefallen, so dass er mit insgesamt 115,98 Punkten ganz knapp hinter Markus Beerhues mit 115,63 Punkten lag. Platz vier ging an Hubert Markett (Haldern) mit Jesko (124,99) vor Stefan Wortmann (Greven) mit Don (125,15).