Ergebnisse CHIO Aachen: Doppelte Führung für deutsche Voltigierer

 

 Neuss-Grimlinghausen und Erik Oese in Front / Seriensiegerin Joanne Eccles auf Titelkurs

 Zum Auftakt der Voltigierwettkämpfe haben sich die Favoriten beim CHIO Aachen im Preis der Sparkasse durchgesetzt. Der RSV Neuss-Grimlinghausen thront nach der Pflicht mit einer haushohen Führung an der Spitze. Im Einzel-Wettbewerb liegt der Moritzburger Erik Oese mit Calvador auf Siegkurs. Bei den Damen behauptete sich CHIO-Seriensiegerin Joanne Eccles aus Großbritannien nach zwei von drei Durchgängen in der Albert-Vahle-Halle.

 Vor allem die Neusser konnten sich schon zum Auftakt des Weltfestes des Pferdesports vom Rest des Feldes absetzen. Die Pferdeakrobaten aus dem Rheinland scheiterten mit Delia nur hauchdünn an der magischen Grenze von acht Punkten. 7,922 Zähler vergaben die vier Wertungsrichter. Zum Vergleich: Die Zweitplatzierten – die Landesverbandskollegen aus Köln-Dünnwald – kamen mit Holday On Ice (Longe: Alexandra Knauf) auf 7,114 Zähler, die Italiener vom Team Cim mit Andokan auf 6,921.

 So herausragend wie das Resultat, so glücklich zeigten sich die Pferdeakrobaten vom Neusser Nixhof nach ihrem Auftritt in der Soers. „Wir sind total zufrieden“, sagte die akribische Trainerin und Longenführerin Jessica Schmitz. Nach Einschätzung der 33-Jährigen komme das Team, das als heißer deutscher Kandidat für die Teilnahme an den Weltreiterspielen gehandelt wird, seiner Bestform in dieser Saison Stück für Stück näher. „Wir hatten heute noch minimale Fehler, die passiert sind. Aber auf der anderen Seite gab es aber wesentlich mehr Aspekte, die sehr erfreulich waren“, analysierte die Perfektionistin den Auftritt der amtierenden Europameister. Vor allem in den technisch komplexen Übungen Aufsprung, Schere und Flanke gab es eine Steigerung zu vorangegangenen Wettkämpfen. Aber auch im Stehen leistete sich keiner der RSV-Athleten einen Wackler. Wichtiger Garant für den Erfolg war einmal mehr die neunjährige Fuchsstute Delia, die mit der Mannschaft ihre allererste Wettkampf-Saison bestreitet. Der Vierbeiner erhielt 8,2 Punkte in der Pferdenote und war damit mit Abstand das beste Pferd bei den Teams. Die Neusser könnten an diesem Wochenende eine beeindruckende Serie fortsetzen. Seit 2007 sind sie in Aachen immer mit einem Sieg nach Hause gefahren.

 Dicht vor seiner Titelverteidigung steht auch Erik Oese. Der Sachse setzte sich am Morgen gemeinsam mit seinem Longenführer Andreas Bäßler in der Pflicht auf Platz fünf. Mit seinem Technikprogramm am Abend überholte er schließlich alle Mitstreiter. Dabei deklassierte der Gymnasial-Lehrer mit 8,261 Punkten förmlich die Konkurrenz. 7,979 Punkte Im Gesamtergebnis bilden vor der morgigen finalen Kür einen komfortabler Vorsprung vor dem Franzosen Jacques Ferrari, der auf 7,74 Zähler kam. Der amtierende Europameister, der im Übrigen zuletzt häufig und intensiv mit den Neussern zusammentrainierte, wechselte für den CHIO von seinem etatmäßigen Vierbeiner Poivre Vert auf Remake. Der wiederum steht beim RSV Neuss-Grimlinghausen und wird von Jessica Schmitz longiert. Das deutsch-französische Gespann hatte die Pflicht zum Auftakt gewonnen. Auf Platz drei liegt Viktor Brüsewitz. Der Sportsoldat aus Garbsen verbucht mit Highlander, vorgestellt von Winnie Schlüter, 7,592 Punkte. Es folgen Stefan Csandl aus Wien (CHIO-Sieger 2012), Thomas Brüsewitz aus Garbsen sowie der in Köln lebende Tscheche Lukas Klouda.

 Ihrer Favoritenrolle gerecht wurde einmal mehr Joanne Eccles. Die Zahnärztin aus den schottischen Ochil Hills lag – ebenso wie Oese – nach der Pflicht zunächst nur auf Rang fünf und kämpfte sich schließlich im Technikprogramm an die Spitze. Allerdings hauchdünn. 8,129 Punkte sammelte Eccles, die wie gewohnt mit ihrem Vater John Eccles und WH Bentley in die Soers gereist ist. 8,103 Zähler – und damit verschwindend geringe 0,026 Pünktchen dahinter rangiert Corinna Knauf. Die Kölnerin, deren Stern im vergangenen Jahr beim CHIO erstmals so richtig aufging, verblüffte zuletzt auf Fabiola – longiert von ihrer Schwester Alexandra Knauf – mit einer hohen Konstanz ihrer Leistung. Im CHIO-Zirkel konnte sie sich nun zur Freude von Bundestrainerin noch einmal steigern und setzte sich damit überraschend vor die Weltcup-Siegerin Anna Cavallaro, die auf Harley (Longenführer Nelson Vidoni) voltigierte. Die Italienerin folgt, ebenfalls mit nur knappem Rückstand, auf Rang drei (8,097). Dicht dahinter liegen die Schweizerin Simone Jäiser sowie Pflicht-Siegerin Rikke Laumann aus Dänemark.

 Der morgige Wettkampftag beginnt um 9 Uhr mit dem ersten Umlauf im Pas-de-Deux. Danach folgt ab 10.30 Uhr der mit Spannung erwartete erste Durchgang der Mannschaftsküren. Am Nachmittag beenden die Einzelvoltigierer mit der Kür ihren Wettkampf.

Foto von CHIO Aachen/Daniel Kaiser: Eric Oese