Ergebnisse CHIO Aachen 2014: Maximales Ergebnis für Deutschlands Vielseitigkeitsreiter

 

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben im letzten großen Test vor den Weltreiterspielen beim CHIO Aachen ein sensationelles Ergebnis erzielt und das Maximum des Machbaren herausgeholt. Die Mannschaft von Bundestrainer Hans Melzer gewann im DHL-Preis die Nationenwertung mit 129 Minuspunkten deutlich vor Großbritannien (152,4) und Frankreich (137,4). Zusätzlich holten Sandra Auffarth, Ingrid Klimke und Michael Jung in der Einzelwertung die ersten drei Plätze.

Warm war es, aber „die Bedingungen für die Pferde waren optimal“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. Der Boden in einem Top-Zustand, ein fordernder, aber überaus fair gebauter Kurs von Parcoursdesigner Rüdiger Schwarz, dazu fantastische Stimmung unter den zehntausenden Zuschauern: Es war ein perfekter Tag in der Aachener Soers.

Nur drei Reiter blieben bei der abschließenden Prüfung in der Aachener Soers auf der 3.990 Meter langen Strecke in der vorgegebenen Zeit von sieben Minuten und überwanden dabei alle Hindernisse. Alle drei kamen aus Deutschland. Doppel-Olympiasieger Michael Jung aus Horb schaffte das Kunststück, als erster Reiter in 6:57 Minuten. Damit schob sich der 31-Jährige auf seinem 14-jährigen Baden-Württemberger La Biosthetique-Sam FBW noch vom fünften auf den dritten Rang vor. Noch etwas schneller war Ingrid Klimke. Unter dem Jubel der unzähligen Besucher im Gelände ritt sie nach 6:53 Minuten durch das DHL-Ziel im Hauptstadion ein – Rang zwei. Noch eine Sekunde schneller war Sandra Auffarth. Die 27-Jährige aus Ganderkesee und ihr zwölfjähriger Fuchswallach Opgun Louvo komplettierten damit ihren diesjährigen Start-Ziel-Sieg beim CHIO mit der schnellsten Zeit von 6:52 Minuten. Im vergangenen Jahr hatte sie den Sieg um die Winzigkeit von einer Sekunde verpasst. Diesmal blieb die Bundeskader-Athletin nach einem spektakulären Finale auf dem Parcours von Rüdiger Schwarz – kreiert im modernen CIC-Format – mit einer Minuspunktzahl von lediglich 33,80 klar an der Spitze vor Klimke mit FRH Escada JS (40,20) und Jung (41,20).

„Die Stimmung hier in Aachen ist einfach super. Es hat wirklich Spaß gemacht. Ich bin sehr konzentriert geritten und schnell vorangekommen“, sagte die Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von London. Ein kleines Missgeschick war ihr zu Beginn der Prüfung unterlaufen. „Ich hatte vergessen meine Uhr zu stellen als ich losgeritten bin, also wusste ich erst im Stadion, dass ich super gut in der Zeit war und konnte mich etwas entspannen, mir Zeit lassen und richtig genießen. Mein Pferd ist super gelaufen, er war mal wieder sehr geschickt. Ich kann mich total auf ihn verlassen und habe viel Vertrauen in ihn.“

Auch Hans Melzer war angesichts des Dreifachsieges seiner Top-Reiter sehr zufrieden. „Es war wie immer toll, hier in Aachen zu sein und der Erfolg gibt uns jetzt einen großen Motivationsschub. Wir hoffen, solche Leistungen auch bei den Weltreiterspielen abrufen zu können. Die Bedingungen waren wie immer ausgezeichnet. Das Wetter war viel angenehmer als letztes Jahr. Die Hitze macht den Pferden nichts aus. Das waren optimale Bedingungen für unsere Disziplin und eine tolle Werbung für unseren Sport“, so der Nationaltrainer, der sich schon auf den Nationenpreis im kommenden Jahr freut.

Für Michael Jung war es ein optimaler letzter Test vor den Weltmeisterschaften in Frankreich: „Mein Pferd ist super locker galoppiert und ließ sich gut reiten.“ Auch den knapp bemessenen Zeitfaktor empfand der Deutsche als lösbare Aufgabe: „Man muss die Pferde zwischen den Sprüngen gut galoppieren lassen. Es war schwierig, aber zu schaffen.“

Foto von CHIO Aachen/Michael Strauch: Es zeigt v.l. Bundestrainer Hans Melzer, Katja Herbst (DHL Paket Deutschland), Carl Meulenbergh (ALRV-Präsident) und Breido Graf zu Rantzau (Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung). Foto: CHIO Aachen/Michael Strauch.