Ergebnisse CAIO Riesenbeck 2013: Sieg für deutsche Zweispänner

Michael Brauchle gewinnt internationales Deutsches Fahrderby

Riesenbeck (fn-press). Das deutsche Team hat in Riesenbeck an der Surenburg den Nationenpreis der Zweispänner gewonnen. Und das sogar sehr souverän. Schon nach der Dressur führten die amtierende Weltmeisterin Carola Diener (Lähden), Arndt Lörcher (Wolfenbüttel) und Thorsten Zarembowicz (Viernheim) mit rund 20 Punkten vor Österreich und den USA. Nach dem Gelände hatten sie ihren Vorsprung sogar auf 40 Punkte ausgebaut, so dass es im Kegelfahren nicht mehr allzu spannend wurde.

„Das ist hier schon die perfekte Mannschaft – wir haben zwei super Dressur-Ergebnisse und zwei super Gelände-Ergebnisse“, sagte Carola Diener nach dem Marathon. Sie hatte mit dem Sieg in der Dressur mit ihrer persönlichen Bestnote von 32,51 Punkten den Grundstein gelegt. Thorsten Zarembowicz war mit 39,36 Punkten Vierter geworden. In den acht Geländehindernissen zeigte dann Arndt Lörcher seine Stärke. Mit 69,02 Punkten gewann er diese Teilprüfung vor seinem Teamkollegen Thorsten Zarembowicz, der mit 71,86 Punkten Zweiter wurde. Carola Diener kam hier auf Rang neun.

In der Einzelwertung lag Carola Diener dann mit lediglich 0,28 Punkten vor Thorsten Zarembowicz, so dass sie sich im Kegelfahren keine Fehler erlauben durfte. Thorsten Zarembowicz beendete den Kegelparcours mit 3,23 Punkten für einen Ball und einen knappe Überschreitung der erlaubten Zeit. Carola Diener hätte sich somit einen Ball erlauben dürfen, aber bei ihr fielen gleich fünf Bälle. Mit 126,15 Gesamtpunkten rutschte sie auf Rang fünf zurück und Thorsten Zarembowicz gewann die Einzelwertung mit 114,45 Punkten vor Sebastian Warneck (Nunsdorf) mit 121,44 Punkten und Anna Sandmann (Lähden) mit 125,85 Punkten. Platz vier ging an Stefan Schottmüller (Kraichtal) mit 125,96 Punkten. Arndt Lörcher, der den Kegelparcours mit 8,05 Punkten beendet hatte, landete auf Rang sechs (128,91). Insgesamt kam das deutsche Team am Ende auf 224,03 Punkte. Platz zwei ging an das Team aus Österreich (270,52) vor dem Team aus Ungarn (285,16). „Das war schon mal eine gute Vorbereitung, allerdings wird es auf der WM doch spannender werden, da zum Beispiel die Holländer gar nicht hier waren“, erklärte der Bundestrainer der Zweispänner Wolfgang Lohrer.

Michael Brauchle gewinnt zum ersten Mal das Fahrderby

Ebenfalls erfolgreich waren auch die deutschen Vierspännerfahrer beim internationalen Deutschen Fahrderby in Riesenbeck. Nach Platz drei in der Dressur, Platz sieben in der Teilprüfung „Jagd um Punkte“ und dem Sieg im Marathon lag Sportsoldat Michael Brauchle (Lauchheim) vor dem Kegelfahren in Führung. Er hätte sich im Parcours sogar fast zehn Strafpunkte erlauben können, fuhr aber blitzsauber bis zum letzten Hindernis. Da fiel dann doch noch ein Ball und am Ende verbuchte er 3,52 Strafpunkte – das reichte aber für den Sieg. „Das Kegelfahren war gut, aber zum letzten Hindernis bin ich einfach schlecht hingefahren, da konnte kein Pferd was dafür“, sagte er nachher selbstkritisch.Ähnlich wie das Hamburger Reitderby hat das Deutsche Fahrderby eine jahrzehntelange Tradition. Das Besondere des Fahrderbys liegt in der Verschiedenartigkeit der Prüfungen. Neben den traditionellen Wettbewerben der üblichen kombinierten Wertung Dressur-, Gelände-, Hindernisfahren mussten die Fahrer auch in einem weiteren Kegelfahren „Jagd um Punkte“ antreten.

Platz zwei im Derby ging an den Niederländer Theo Timmermann. Dritter wurde Christoph Sandmann (Lähden), der sich nach dem Kegelfahren mit 2,77 Punkten noch um zwei Plätze verbessern konnte. Er war in der Dressur Vierter, hatte die „Jagd um Punkte“ gewonnen und war im Gelände Siebter. In der Geländeprüfung hatte er den Wallach Baccara erstmalig in seinem Vierspänner. „Wir haben elf Pferde hier in Riesenbeck dabei. Carola und Anna haben hier Priorität, daher habe ich die Pferde angespannt, die übrig blieben“, sagte er und bezog sich dabei auf den Start seiner Tochter Anna und seiner Angestellten Carola Diener bei den Zweispännern. „Der Kleine hat seinen Job hinten rechts gut gemacht, aber mehr war nicht möglich“, erklärte er nachher. Platz vier der Derbywertung ging an Georg von Stein (Modautal), der nach einem Abwurf im Kegelparcours von Platz zwei auf Platz vier zurückfiel. Platz fünf sicherte sich Mareike Harm (Negernbötel), die als einzige der 31 internationalen Teilnehmer im Kegelfahren fehlerfrei ins Ziel gekommen war. Sechster wurde Daniel Schneiders (Petershagen) vor Ludwig Weinmayr (Fischbachau) und dem Ungarn Joszef Dobrovitz.

DOKR-Ausschuss Fahren benennt Zweispänner für Weltmeisterschaften

Longlist für EM der Vierspänner erstellt

Riesenbeck (fn-press). Im Anschluss an den Nationenpreis der Zweispänner hat der Ausschuss Fahren des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) die Fahrer benannt, die bei den Weltmeisterschaften der Zweispänner vom 28. August bis 1. September in Topolcianky in der Slowakei starten dürfen.

Für das Team fahren Carola Diener (Lähden), Arndt Lörcher (Wolfenbüttel) und Thorsten Zarembowicz (Viernheim). Als Einzelfahrer und gleichzeitig als Reserve für die Mannschaft wird Sebastian Warneck (Nunsdorf) die deutschen Farben bei der WM vertreten. Als zweite Reserve für die Mannschaft oder als Ersatz für den Einzelfahrer wurde Anna Sandmann (Lähden) nominiert.

Außerdem hat der Fahr-Ausschuss auch eine Longlist für die Europameisterschaften der Vierspänner vom 26. bis 29. September in Izsak in Ungarn erstellt. Die Mannschaftsbesetzung steht bereits fest, im Team fahren Michael Brauchle (Lauchheim), Christoph Sandmann (Lähden) und Georg von Stein (Modautal). Auf der Longlist für den Startplatz als Einzelfahrer stehen (in alphabetischer Reihenfolge) Mareike Harm (Negernbötel), Christian Plücker (Waldeck) und Ludwig Weinmayr (Fischbachau). Wer als Einzelfahrer mit zur EM darf, entscheidet sich nach der Deutschen Meisterschaft der Vierspänner vom 12. bis 15. September in Donaueschingen.