Ergebnisse Berlin-Mariendorf vom 03. März 2013: Doppelsiege für Michael Nimczyk und Sarah Kube

Not to Bi trabt die Tagesbestzeit

Mariendorf, 3. März 2013.  Michael Nimczyk hatte schon in den Februarwochen die Hauptakzente auf der Derby-Bahn gesetzt. Am Sonntag war es nicht anders: Der Sechsundzwanzigjährige, der momentan bei 1.152 Fahrersiegen steht, feierte ebenso wie die Berliner Amateurchampionesse Sarah Kube (bisher 157 Treffer) einen Doppelerfolg.

Den Auftakt machte der Bronzehelm mit Giggi. Obwohl die Stute des in Bargteheide lebenden Besitzers Frank Schmidt ihren letzten Mariendorfer Auftritt im November 2012 siegreich beendet hatte, saß die Braune nicht auf dem Favoritenthron, sondern stand am Toto bei erstaunlichen 37:10. Nimczyk servierte Giggi unterwegs ein Idealrennen an vierter Position außen. Auf der Zielgeraden war die Fünfjährige sofort zur Stelle und ging mit sieben Längen Vorsprung auf und davon.

Der zweite Tagestreffer gelang Michael Nimczyk mit Provider. Diesem Erfolg lag allerdings ein hartes Stück Arbeit zugrunde, denn Labano Pit (Manfred Zwiener) erwies sich als zäher Kontrahent. Provider hatte zwar ausgangs des ersten Bogens die Führung übernommen, aber dann erhöhte Labano Pit kontinuierlich den Druck und war Ende der Gegenseite vorbei. Damit waren die Würfel allerdings noch nicht gefallen – denn Provider, der für die Farben von Andrea Friebel läuft, bog den Spieß auf den letzten dreihundert Metern mit viel Energie und kämpferischem Einsatz um.

Mit dem Tipp des Tages, nämlich Eddy Titan (14:10), hatte Nimczyk allerdings weniger Glück. Hinter der erstmalig von Thorsten Tietz gesteuerten Edith M (40:10) belegte der Traber des Rennstalls Mommert nur den zweiten Platz. Die Stute ließ ihrem mit zwanzig Metern Zulage gehandicapten Gegner von der Spitze aus in 17,4/2.000m keinen Stich – doch Eddy Titan brach sich trotzdem keinen Zacken aus der Krone, denn der Wallach war bei seiner Verfolgungsjagd zweimal von springenden Teilnehmer aufgehalten worden.

Das Rennen für die gewinnreichsten Pferde wurde zur sicheren Beute der Berliner Amateur-Championesse Sarah Kube, die mit der 18:10-Favoritin Love Times trotz Zulage vor keinerlei Problemen stand. Auf der ersten Runde der langen 2.500-Meter-Strecke wartete die Amazone noch ab – doch als das Feld das erste Mal am Pfosten vorbeikam, beorderte Kube ihren Schützling entschlossen nach vorne. Ab der letzten Gegenseite setzte zwar Herana (André Pögel) vehement nach, brachte die 1:17,5 min. erzielende Love Times aber nie in Bedrängnis.

Mit dem Wallach Not to Bi war die Berliner Amateurmeisterin dann wenig später sogar noch schneller unterwegs, nämlich in der Tagesbestzeit von 16,8/1.900m. Sarah Kube gab dem Sechsjährigen Mitte der Gegenseite das entscheidende Zeichen. Not to bi stürmte vom Ende des Feldes aus in dritter Spur voran, während der führende Like a Porsche (Werner Schnieder) genau in dieser Phase einen Schwächemoment einlegte. Like a Porsche riss sich danach zwar wieder zusammen und behielt das zweite Geld. Doch Not to Bi gab eindeutig den Takt vor. Der in Italien geborene Wallach wirkt momentan stark wie nie zuvor und wird in dieser Form seine Serie von elf in der Hauptstadt erzielten Siegen weiter ausbauen.

Man sieht sie immer öfter im Winnercircle: Josephine Schiller bewies einmal ihr feines fahrerisches Händchen und steuerte Ribery zu einem überzeugenden Speederfolg. Gleich nach dem Start hatte die Dreiundzwanzigjährige dem Wallach zunächst den zweiten Platz an der Innenkante gesichert. Als das Feld dann auf die Zielgerade stürmte, schienen vor allem Achilles (Thorsten Tietz) und die außen aufmarschierte Afreiha (Daniel Wagner) um den Sieg zu kämpfen – doch wie auf Knopfdruck war Ribery urplötzlich da.

„Vom Körperwuchs her ist er klein – aber sein Kämpferherz ist riesengroß!“, strahlte Angelika Jost-Schick über die Leistung von Apollon. Der wie immer von seinem Trainer Daniel Wagner präsentierte kleine Bruder des Klassehengstes Gaius R.A. hatte sich dieses Lob in der Tat verdient. Denn Apollon lieferte seinem einzigen ernsthaften Gegenspieler Monster Face (Thorsten Tietz) eine ganze Runde lang eine spannende Schlacht und ging trotz des Rennverlaufs in der Außenspur am Ende als klarer Sieger aus diesem Duell hervor.

„Ein Vollbomber – dieses Pferd wird zweifellos seinen Weg machen!“, freute sich Maik Esper über den tollen Auftritt von Let’s Win, der zugleich den ersten Sieg für den dreijährigen Hengst des Rennstalls Vibelzee bedeutete. Esper hatte den Dunkelbraunen zügig an die Spitze beordert und sämtliche Verfolger streckten bereits fünfhundert Meter vor dem Ziel frustriert die Waffen. Let’s Win dagegen zog den Rhythmus perfekt durch. Sein Kilometerschnitt lag zwar nur bei 1:19,4/1.900m. Doch an dieser Zeit sollte man den Hengst keinesfalls messen, denn die Manier war zukunftsweisend. Keine Frage: Von diesem Pferd wird man noch viel hören.

Den sonnendurchfluteten, aber dennoch recht kalten Mariendorfer Nachmittag hatte ein bayrischer Gast mit einem längst verdienten Erfolg eröffnet. Herbert Plankl münzte seine Reise nach Berlin in einen Sieg mit Pic Quick Step um, der zwar seit Oktober 2011 keine Ehrenrunde mehr gedreht, aber dennoch eifrig Platzgelder eingesammelt hatte. Diesmal stieß der Wallach den Bock komplett um. Herbert Plankl schickte seinen Schützling noch auf der Startgeraden an die Latten und aus dem Schlussbogen heraus setzte sich Pic Quick Step souverän mit dreieinhalb Längen Vorsprung von Guidance (Michael Nimczyk) ab.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 94.482,42 Euro – Bahnumsatz: 29.335,00 Euro – Außenumsatz: 65.147,42 Euro

Die nächste Veranstaltung – der große  PMU-Renntag – findet am Freitag, dem 8. März statt. Beginn ist bereits um 16.30 Uhr!