Ergebnisse Berlin-Mariendorf vom 02. März 2014: Abano Boy in bärenstarker Manier

 

Heinz Wewering führt den Hengst zu einem imponierenden Sieg und punktet außerdem mit Britany. Daniel Wagner und Sarah Kube feiern ebenfalls Doppelerfolge.  

Mariendorf, 2. März 2014.

Der Top Act des Berliner Nachmittags war ohne Frage das Rennen der internationalen Klasse. Der bei 11:10 glasklar favorisierte Abano Boy stürmte mit seinem Trainer Heinz Wewering aus dem zweiten Band heraus zur Tagesbestzeit von 15,5/2.020m. Für den vierbeinigen Triumphator des Derby-Marathons war es bereits der elfte volle Erfolg seiner Rennlaufbahn. Abano Boy explodierte schon am Start vor Leistungsbereitschaft und hatte seine Zulage schnell wie ein Blitz nach wenigen Metern wettgemacht. Heinz Wewering steuerte den Stallcrack des Besitzers Branislav Jurisic aus dem ersten Bogen heraus konsequent an die Spitze und damit war die Partie frühzeitig entschieden. Der nunmehr bei 74.077 Euro Gewinnsumme stehende Traber zeigte keinen einzigen Schwächemoment. „Ich bin mit dieser Leistung mehr als zufrieden und wenn alles gut geht, werden wir in den kommenden Wochen ein Engagement in der französischen Provinz wahrnehmen“, schilderte Heinz Wewering seine Planungen.

Der zweite Tageserfolg sprang für den 29-maligen Deutschen Meister mit Britany heraus. Heinz Wewering, der aktuell über eine Bilanz von 16.715 Siegen im Sulky verfügt, hatte der Stute des Wiener Besitzers Franz Klampfer einen Traumverlauf an der Innenkante serviert. Auf den letzten Metern zwang Britany den Gegenspieler Chatain (Andrea Lombardo), der durch den Ausfall der von Maik Esper allzu rüde ausparierten Ysvogel unblutig an die Spitze gekommen war, mit einer halben Länge Vorsprung in die Knie und bekam prompt ein dickes Lob von ihrem Trainer verpasst. Heinz Wewering: „Die Stute ist ein sehr erfahrenes und unkompliziertes Rennpferd und sie weiß auf der Bahn ganz genau, was ihre Aufgabe ist. Der Sieg überrascht mich daher nicht, denn Britany hatte ihre klar aufsteigende Form bereits bei ihrem letzten Auftritt unter Beweis gestellt.“      

Im Brennpunkt des Interesses stand natürlich auch Daniel Wagners Start mit dem Seriensieger Vulkan und aufgrund der zuvor gezeigten erstklassigen Leistungen kam das Gespann naturgemäß nicht um die Favoritenrolle herum. Als sich die Pferde hinter das Auto begaben, rangierte der Stallcrack des norddeutschen Ehepaars Ruth und Eberhard Thees bei 14:10. Der Sieg war dennoch ein hartes Stück Arbeit, da der Wallach das Rennen ohne Führpferd durch die zweite Spur bestreiten musste. Doch der Dunkelbraune machte seinem Namen erneut alle Ehre: Vulkan steckte seine Nüstern kurz vor der Linie in 16,4/1.900m in Front und wehrte den spurtfreudigen Rock of Gibraltar (Andrea Lombardo) und die von der Spitze aus bis ins Ziel tapfer durchziehende Karisma Diamant (Klaus Daust) ab. Alle drei Pferde waren nur um eine Halslänge voneinander getrennt.

Gleich danach landete Daniel Wagner – ebenfalls für die Farben des Ehepaars Thees – den zweiten Schlag und diesmal fiel der Erfolg wesentlich deutlicher aus. Nach einem Rennverlauf als sechstes Pferd außen stürmte Pretty Lover ausgangs des Schlussbogens grußlos an seinen Gegnern vorbei und degradierte die Konkurrenten regelrecht zu Statisten. „Das war wirklich imponierend“, strahlte der zweimalige Berliner Champion bei der Siegerehrung. „Ich war mir im Vorfeld des Rennens noch nicht sicher, was der Hengst ad hoc leisten kann und habe ihm deshalb bewusst ein verdecktes Rennen serviert. Pretty Lover hat das wirklich bravourös gemeistert – ich bin begeistert!“

Neben Heinz Wewering und Daniel Wagner kam auch Sarah Kube zu einem Doppelerfolg. Ihren ersten Treffer landete die Amazone im Sulky von Evalina Ray. „Unser Gegner Michael Hamann hat sein Pferd im Finish so angefeuert, dass meine Stute automatisch mitzog und ich mich ganz entspannt im Sulky zurücklehnen konnte“, scherzte die 29-jährige Sportlerin nach dem Sieg. Das Rennen stand in der Tat ganz im Zeichen dieser beiden Duellanten: Die schnell nach vorne gezogene Evalina Ray verkniff sich diesmal alle Launen und präsentierte sich von ihrer Sonnenseite. Die Stute gab zu keinem Zeitpunkt auf und so sehr sich der von Michael Hamann kräftig unterstützte Konkurrent Poison Spin auch abmühte, er kam nur bis auf eine Halslänge heran. Die restlichen Teilnehmer folgten mit Weile-Abstand.

Bei Sarah Kubes zweitem Tageserfolg – diesmal im Sattel – ging es ebenfalls recht eng zu und auf den letzten Metern überschlugen sich sogar die Ereignisse. Denn im Trabreiten schien die Entscheidung um den Sieg zunächst nur zwischen Evita (Saskia Krause) und Velten Top Secret (Cathrin Nimczyk) zu fallen, beide Kontrahenten lieferten sich auf der Schlusshalben ein langgezogenes Gefecht ab. Doch von den Streithähnen fast unbemerkt hatte sich auch Sarah Kubes Schützling Yoran Frisia herangeschlichen. Die Amazone setzte ihren Schützling auf den Punkt genau ein und als dann zu allem Überfluss auch noch Evita mit dem Sieg vor Augen von den Beinen geriet, machte Yoran Frisia die Sensation zur Quote von 163:10 perfekt.

„So könnte es immer laufen!“, strahlte Thorsten Tietz über diesen Doppelerfolg seiner Lebensgefährtin. Aber der bundesdeutsche Vizemeister fuhr natürlich ebenfalls nicht ohne einen Treffer von der Bahn und punktete mit Speedy Rapide, die sich vom Fleck weg die Führung gesichert hatte und nur unmittelbar vor dem Pfosten kurzzeitig durch die fein nachsetzende Lady Florence (Maik Esper) unter Druck geriet. Auch Indigo Guardian gewann von vorne, denn nach einer kurzen Rochade mit der von seinem Vater Uwe gesteuerten Stallgefährtin Zanymeda Fortuna hatte Franz-Josef Stamer seinen Schützling eingangs der Tribünenseite an die Spitze gesteuert. Indigo Guardian drückte der Partie in überlegener Manier den Stempel auf und gewann mit acht Längen Vorsprung. Eine ähnlich offensive Strategie lag dem Erfolg von Remo Petral und Andrea Lombardo zugrunde, denn das Gespann führte das gesamte Rennen über deutlich und geriet durch den vergeblich nachsetzenden Torpedo As (Thorsten Tietz) nicht in Gefahr.  

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 77.089,55 Euro – Bahnumsatz: 26.281,50 Euro – Außenumsatz: 50.808,05 Euro

Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, dem 9. März statt. Beginn ist um 13.30 Uhr!