Endstand EM Vierspänner Ungarn 2013: Silber für Deutschland

 

Georg von Stein auf Platz fünf der Einzelwertung

Izsák/HUN (fn-press). „Das war noch eine ganz schöne Zitterpartie“, sagte Cheftrainer Karl-Heinz Geiger (Rechtmehring). Bei den Europameisterschaften der Vierspänner in Izsák in Ungarn hat es das deutsche Team spannend gemacht. Am Ende behielt Georg von Stein aus Modautal in Hessen die Nerven und sicherte dem Team die Silbermedaille mit 287,7 Punkten. Nach dem Weltmeistertitel im vergangenen Jahr holten sich die Niederländer jetzt auch den Europameistertitel (276,1). Bronze ging an die Gastgeber aus Ungarn mit 289,9 Punkten.

Vor dem abschließenden Hindernisfahren lag das deutsche Team mit Georg von Stein, Michael Brauchle (Lauchheim) und Mareike Harm (Negernbötel) bereits auf dem zweiten Rang, aber die Ungarn waren dicht dahinter. Mareike Harm startete als erste für das Team. Ein Pferd trat gegen einen Kegel und ein Ball fiel, so dass sie auf drei Strafpunkte kam. „Sie ist ganz toll gefahren, das war einfach Pech“, so Geiger. Bei Michael Brauchle, der am Vortag Platz zwei in der Geländeprüfung belegt hatte, lief es dann nicht rund im Kegelparcours. Er beendete den Parcours mit 9,31 Punkten für zwei gefallene Bälle und Zeitüberschreitung. „Die Pferde waren schon auf dem Abfahrplatz sehr unruhig und im Parcours kam Michi dann nicht richtig zum Fahren“, erklärte Geiger. Die beiden Ungarn, Vater und Sohn Dobrovitz, waren beide mit jeweils drei Punkten ins Ziel gekommen. Das bedeutete, dass Georg von Stein auf jeden Fall ohne Fehler bleiben musste, damit das deutsche Team nicht hinter die Ungarn auf den Bronzerang abrutschte. „Da musste Georg die Kohlen aus dem Feuer holen“, so Geiger. Und Georg von Stein fuhr eine souveräne Null-Runde und das sogar in der schnellsten Zeit aller Teilnehmer. So sicherte er nicht nur dem deutschen Team Silber, sondern konnte auch noch das Hindernisfahren gewinnen. Insgesamt blieben nur vier der 34 Fahrer fehlerfrei im Parcours. Dazu gehörte auch der Niederländer Theo Timmermann, der Europameister wurde und mit seinen Teamkollegen Koos de Ronde und Ysbrand Chardon noch Mannschafts-Gold gewann. Silber ging an den Schweden Tomas Eriksson und Bronze sicherte sich der Ungar Zoltán Lazar, der einige Wochen zuvor schon Bronze bei der WM der Zweispänner gewonnen hatte.

Bester Deutscher war Georg von Stein auf Platz fünf. Er hatte Platz neun in der Dressur und Platz drei im Gelände belegt. Michael Brauchle, 23-jähriger Sportsoldat, beendete die EM nach Rang neun in der Dressur, Platz zwei im Gelände und Platz 24 im Kegelfahren auf dem siebten Platz. Mit ihren drei Fehlern im Kegelparcours (Platz zehn), einem starken Auftritt im Dressurviereck (Platz fünf) und Platz 24 im Gelände beendete Mareike Harm ihr EM-Debüt auf Rang 13. „Es wäre natürlich schön gewesen, wenn wir noch einen in der Einzelwertung auf dem Treppchen gehabt hätten, aber mit Team-Silber sind wir schon sehr zufrieden“, so das Fazit vom Cheftrainer Geiger. „Die Holländer nehmen uns in der Dressur jedes Mal so viele Punkte ab, das können wir im Gelände dann einfach nicht mehr reinfahren“, sagte er zur niederländischen Dominanz im Vierspänner-Sport. Als Einzelfahrer starteten außerdem noch Christian Plücker (Waldeck) und Ludwig Weinmayr (Fischbachau) bei der EM. Plücker, der in der Dressur noch den zwölften Platz belegt hatte, hatte Pech im Gelände. Er fuhr sich dort fest und musste aufgeben. Im Hindernisfahren kam er auf sechs Strafpunkte (Platz 18). Ludwig Weinmayr beendete die EM nach 9,80 Strafpunkten im Kegelparcours auf Rang 17.

Foto von © Rinaldo de Craen/FEI: Sieger und Platzierte der Vierspänner-EM in Ungarn