EM Le Mans und Vilhelmsborg: Guter Einstieg für deutschen Nachwuchs

Ponydressurreiter auf dem Weg zu Gold

Le Mans/Vilhelmsborg (fn-press). Während sich die deutschen Springreiter in Rio schon über Bronze freuen, hat für die Nachwuchsreiter und -voltigierer der Kampf um die Medaillen erst begonnen. Im dänischen Vilhelmsborg konnten die Ponydressurreiter eine erste Spur Richtung Gold legen und auch den Voltigierern gelang in Le Mans in Frankreich ein guter Start in ihre EM.

Für die Ponydressurreiter ging es heute bereits um die Mannschaftswertung. Nach der ersten Hälfte der Starter liegt Deutschland mit 148,128 Prozent klar in Führung vor den Reitern des Gastgebers Dänemark mit 141,693 Punkten und den Schweden mit 134,795 Punkten. Einen Schreckmoment gab es allerdings. Nach dem Einreiten und Grüßen von Inga Katharina Schuster (Frankfurt) legte deren NK Cyrill zunächst den Rückwärtsgang ein. „Ich weiß auch nicht, was er hatte. Der Schuss ging jedenfalls im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal nach hinten los. Aber als Cyrill dann die Fahrtrichtung gefunden hatte, war es eine richtige gute Prüfung“, sagte Bundestrainerin Conny Endres. Das beweist auch das Ergebnis. Trotz fünf Mal einer „1“ am Anfang, sammelte das Paar im weiteren Verlauf der Prüfung so viele Pluspunkte, dass das Resultat am Ende 73,077 Prozent hieß. Damit übernahm Schuster zunächst die Führung, die ihr später nur Teamkollegin Lucie-Anouk Baumgürtel (Nottuln) mit ZINQ Massimiliano FH abnehmen konnte. „Sie hat hier so einen coolen Job gemacht, als ob sie schon bei fünf Europameisterschaften gewesen wäre. Massimiliano ist durch die Prüfung geschnurrt wie ein Bienchen“, freute sich Endres über die Leistung der Kleinsten und Jüngsten im deutschen Team. Mit 75,051 Prozent übernahm diese die vorläufige Führung. Insgesamt bewerben sich 15 Nationen um die Mannschaftsmedaillen. „So viel noch nie“, sagt Endres. Wer am Ende auf dem Treppchen stehen wird, entscheidet sich morgen nach der zweiten Hälfte der Starter.

Einen guten Einstand gaben auch die Nachwuchsvoltigierer bei ihren Europameisterschaften in Le Mans. In der ersten Pflicht turnten sich die Mitglieder des VFZ Mainz-Ebersheim auf Celebration an der Longe von Alexandra Dietrich mit 6.845 Punkten auf den ersten Platz vor Österreich und der Schweiz, wenn auch mit denkbar knappen Vorsprung. Daher bleibt es spannend, wenn es morgen für die insgesamt zehn Juniorteams erstmals an die Kür geht. In der Damenkonkurrenz, in der heute die erste von insgesamt zwei Pflichtdurchgängen absoviert wurde, geben ebenfalls die Deutschen den Ton an. Mara Xander (Nordheim) auf Luigi (Longenführerin Andrea Blatz) setzte sich mit 7,837 Punkten an die Spitze, vor Franziska Peitzmeier (Langenberg) mit Dorian Gray SN (Anna Brinkmann) mit 7,710 Punkten und Hannah Steverding (Herxheim) mit Cyrano (Doris Marquart) mit 7.710 Punkten. "Alle drei Voltigiererinnen haben heute ihre Bestleistung abgerufen. Bei den Jungs geht allerdings noch was“, fasste Bundestrainerin Ulla Ramge den ersten Wettkampftag zusammen. Nach der ersten Pflicht belegen Gregor Klehe (Grasbrunn) mit Adlon (Alexander Hartl), Konstantin Näser (Gäufelden) mit Cyrano (Doris Marquart) und Leon Hüsgen (Neuss) mit Smarti (Elisabeth Simon) die Plätze drei, vier und acht. Führend ist mit 7,275 Punkten der Österreicher Philipp Clement vor dem Ungarn Akos Kiraly mit 7,147 Punkten. Klehe folgt mit 7,109. „Unsere Herren haben heute einfach noch nicht zu ihrem Rhythmus gefunden. Aber das Feld liegt eng beisammen und es kommen ja noch drei Durchgänge,“ so Ramge. Ab morgen greifen dann auch die „Großen“ ins Geschehen ein. Für Europameister Jannis Drewell und Co. geht es dann um die Vergabe von WM-Medaillen.