EM Compiegne: Gold für Johanne Pauline von Danwitz und Habitus

 

Juliette Piotrowski und Sir Diamond gewinnen Silber bei den Jungen Reitern

Compiegne/FRA (fn-press). Erfolgreich ging es heute für die deutschen Nachwuchsreiter bei den Dressur-Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reiter in Compiègne in Frankreich weiter: Johanne Pauline von Danwitz (Tönisvorst) mit Habitus holte Gold bei den Junioren, Juliette Piotrowski (Kaarst) konnte sich mit Sir Diamond die Silbermedaille bei den Jungen Reitern sichern.

Völlig unbeschwert ging Juliette Piotrowski aufs Viereck, hatte sie mit ihrer Startgenehmigung „in letzter Minute“ und Mannschaftssilber ihr Ziel im Grunde schon erreicht. „Das ist wahrscheinlich die beste Strategie“, sagte Oliver Oelrich, der zusammen mit Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen die deutschen Nachwuchsreiter betreut. „Juliette war einfach Spitze, konnte durch exaktes, korrektes und total fehlerfreies Reiten Punkte sammeln.“ Mit einem Ergebnis von 76,421 Prozentpunkten musste die 20-Jährige lediglich der Dänin Cathrine Dufour mit Atterupaards Cassidy den Vortritt lassen (77,789), die damit zum zweiten Mal in Folge den Titel bei den Jungen Reitern holte. Die Bronzemedaille ging an die Niederländerin Stephanie Koijman mit Winston, die am Donnerstag noch mit ihrem Ergebnis für den Sieg ihrer Mannschaft gesorgt hatte. In der Einzelwertung trabte Winston nicht ganz so überzeugend wie in der ersten Prüfung, holte in der Galopptour allerdings auf. Mit 76,395 Prozentpunkten reichte sie allerdings nicht an Piotrowski heran.

Nach ihrem Pech in der Mannschaftsprüfung zeigten sich Florine Kienbaum (Lohmar) und Don Windsor OLD heute wieder von der gewohnten Seite. „Florine ist sehr gut und konzentriert geritten“, sagte Oelrich. Das sahen auch die Richter so und vergaben 72,079 Prozentpunkte – Platz sieben. Gegenüber der Mannschaftsprüfung deutlich steigern konnte sich auch Vivien Niemann (Mannheim) mit Wirsol’s Cipollini. Wenn das Paar auch nicht ganz an die Leistungen bei den Sichtungsprüfungen heranreichen konnte, kam es auf 70,684 Prozentpunkte und landete damit gerade noch in den Top Ten. Nur für Platz elf reichte es für Charlott-Maria Schürmann (Gehrde) mit dem Celler Landbeschäler Edward. Im vergangenen Jahr im Sattel von Burlington mit Mannschaftsgold und zwei Mal Silber belohnt, stand die 20-Jährige unter Druck. So ließ er eine Lektion aus und hatte Fehler in den Dreier-Wechseln. „Ohne diese Patzer hätte es sicher für einen vorderen Platz gereicht“, bedauerte Oelrich. Das beweist das Ergebnis: Immerhin noch 70,579 Prozentpunkte.

Bereits am Vormittag war die Einzelwertung der Junioren zu Ende gegangen. Als letzte Starterin rollte Johanne Pauline von Danwitz mit Habitus das Feld von hinten auf und fügte ihren zahlreichen Siegen in dieser Saison nun auch den Titel in der EM-Einzelwertung hinzu. Mit 75,789 Prozentpunkten verwies sie die Norwegerin Alexandra Gamlemshau Andresen mit Belamour (72,974) und Jeanine Nekeman aus den Niederlanden mit Vlingh (72,921) auf die Plätze. „Das war eine souveräne Leistung. Man merkte Johanne an, dass sie gewinnen wollte“, sagte Oelrich.

Knapp an einer Medaille vorbei, landete Anna-Christina Abbelen (Kempen) mit Fürst on Tour mit 72,5 Prozentpunkten auf Platz vier. „Ein bisschen schade, Anna ist richtig gut geritten“, sagte Oelrich. Etwas Pech hatte heute Claire-Louise Averkorn (Nottuln). Ihr selbst ausgebildeter Condio B war nicht ganz so gelassen wie sonst, sprang vor der Traversale einmal um. Mit 71,763 Prozentpunkten beendeten die beiden ihre EM-Premiere auf Platz neun der Einzelwertung. Jessica Krieg aus Heinsberg, die heute als Erste der vier Deutschen an den Start gegangenen war, erzielte für ihre „sehr harmonische Runde“ 70,263 Prozentpunkte. Damit landete das 16-jährige „Küken“ im deutschen Team auf Platz zwölf.

Die Europameisterschaften enden morgen mit der Kür der besten 15 in beiden Altersklassen. Hier werden noch einmal Medaillen vergeben. Startberechtigt sind allerdings nur maximal drei Paare pro Nation.