EM Aachen 2015: Gold für Deutschland im Voltigieren mit Neuss-Grimlinghausen

Bei den FEI Europameisterschaften Aachen 2015 haben die deutschen Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen die Goldmedaille gewonnen. Mit der Gesamt-Endnote von 8,597 setzten sich die Titelverteidiger vor das Team aus der Schweiz mit 8,104. Bronze gab es für die Voltigierer aus Frankreich. Ihre Endnote: 8,062.

Für die Neusser Voltigierer, die amtierenden Welt- und Europameister um Trainerin Jessica Lichtenberg, waren die FEI Europameisterschaften Aachen 2015 der fünfte Championatsstart in Folge. „Die Woche hier in Aachen war großartig“, strahlte Lichtenberg und ergänzte schmunzelnd. „Der Tag heute war aber nicht so großartig. Wir hätten uns alle ein Traumfinale gewünscht, das hat nicht geklappt. Wir hatten aber noch das Glück auf unserer Seite, dass auch die anderen gepatzt haben.“ Allen drei Gruppen, die auf den Medaillenrängen in das heutige Kürfinale gegangen sind, unterliefen Fehler, Stürze, Wackler. „Mit den Fehlern, die heute passiert sind, war das Finale noch mal ein unheimlicher Kampf“, resümierte Lichtenberg. Die Bundestrainerin der deutschen Voltigierer, Ulla Ramge, erklärte: „Die ersten vier Mannschaften haben alle unglaublich schwere Küren und es lag heute ein Knistern in der Luft. Die Atmosphäre war einfach besonders kribbelig.“

Als vorletzte Gruppe liefen die Neusser heute in das Deutsche Bank Stadion ein. Das Stadion war prall gefüllt, die Zuschauer tobten. „Wir lieben dieses Stadion“, betonte Lichtenberg. „Gerade nach den Weltreiterspielen 2006 war es heute noch einmal ein besonders emotionales Highlight, hier zu starten. Diese Atmosphäre hat uns aber eher beflügelt als Druck gemacht.“ Trotz Beflügelung hatte auch die ‚Außerirdische Kür’ der Neusser einige Wackler in sich. Am Ende wurden die Europameister Zweite in der finalen Kür, das genügte in der Endabrechnung zur Titelverteidigung. In Aachen gehörten zum Neusser Goldteam: Julia Dammer, Janika Derks, Leonie Falkenberg, Johannes Kay, Mona Pavetic und Pauline Riedl.

Noch mehr Pech hatte heute das Team aus Lütisburg, Schweiz, um Longenführerin Monika Winkler-Bischofsberger, „Eigentlich können meine Voltigierer diese Kür auf einem Esel turnen“, lachte sie mit der Silbermedaille um den Hals. „Unser Pferd Will be Good lief gut, aber es hat doch nicht geklappt. Wir haben auch noch keine Erklärung, warum.“ Zwei ihrer Voltigierer hatten während der Kür unfreiwillig das Pferd verlassen. Platz fünf in der Kür brachte die vorher sicher geglaubte Silbermedaille der Schweizer somit kurzzeitig ins Wanken, am Ende ließen sie sich erleichtert und froh doch noch die Silbermedaille umhängen

Mit ihrer letzten Kür haben die Voltigierer aus Frankreich noch einen Platz auf dem Treppchen vor dem Team aus Österreich erobert. Vor der finalen Kür lagen sie auf Platz vier, aber die Franzosen waren die einzigen, die ihre ‚Ice World-Kür’ ohne Fehler turnten, siegten damit im finalen Wettbewerb und sicherten sich Bronze. Es ist die vierten Bronzemedaille für das Team Ecurie de la Cigogne von Fabrice Holzberger. „Unsere erste Kür war nicht so gut, aber heute sind wir sehr froh, es hat alles super geklappt“, erklärte der Teamjüngste Christopher Robin Krause in fließendem deutsch und fügte auf die fragenden Blicke um ihn herum an: „Meine Mutter ist Deutsche.“ Longenführer Holzberger freute sich, erklärte Aachen spontan zum ‚schönsten Turnier der Welt’ und genoss nach dem Bronzesieg ein ‚gutes Weizenbier!’

Foto von Aachen 2015/ Michael Strauch: Den siegreichen Mannschaften gratulieren v.l. FEI-Präsident Ingmar de Vos und ALRV-Präsidiumsmitglied Stefanie Peters