EM Aachen 2015: Deutsches Quartett liegt nach Zeitspringen in Führung

Aachen (fn-press). Das war ein Auftakt, der sich sehen lassen konnte: Nach dem Zeitspringen, der ersten Wertungsprüfung der Europameisterschaft der Springreiter in Aachen, liegt das deutsche Team mit Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Christian Ahlmann (Marl), Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) und Daniel Deußer (Mechelen/Belgien) in Führung vor Frankreich und Großbritannien. Dies ist eine gute Ausgangsposition für den Nationenpreis, der am Donnerstag und Freitag in zwei Umläufen über die Mannschaftsmedaillen entscheidet.

Bundestrainer Otto Becker zog nach dem ersten Tag der Europameisterschaft ein rundum positives Zwischenfazit: „Alle Reiter haben sich hervorragend präsentiert. Es war wichtig, dass wir gut in den Wettkampf gestartet sind, darauf können wir jetzt aufbauen. Aber uns ist natürlich klar, dass noch zwei schwere Wettbewerbe vor uns liegen.“ Gleich die Startnummer 1 hatte Meredith Michaels-Beerbaum. Mit dem in Schweden gezogenen Wallach Fibonacci gelang der 45-Jährigen eine fehlerfreie Runde. „Das war ein sehr gutes Gefühl heute“, sagte sie strahlend und meinte damit nicht nur ihren Ritt. Ihr Schlüsselbeinbruch ist völlig ausgeheilt, sie hat keine Schmerzen mehr und kann auf den Rückenprotektor mittlerweile verzichten. Meredith Michaels-Beerbaum rangiert an elfter Stelle und startet mit 2,09 Punkten in die weiteren Wettbewerbe, denn die Zeitdifferenz zum Sieger wird in Punkte umgerechnet. Je weiter man vom Führenden entfernt ist, desto größer die Punktzahl.

Bester Deutscher ist Ludger Beerbaum auf Platz zwei (0,75 Punkte). Seine Holsteiner Contender-Tochter Chiara präsentierte sich wie schon bei Nationenpreisturnier in Mannheim Mitte Juli in bestechender Form und vermied den Stangenkontakt. „Ich hatte schon schlechtere Starts in Championate“, sagte Beerbaum grinsend. Zugleich warnte er vor zu viel Euphorie im deutschen Team. „Der Auftakt ist ziemlich optimal, aber wir wollen das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.“ Auch Christian Ahlmann und dem niederländischen Hengst Taloubet Z gelang eine Nullrunde – Platz acht und 1,56 Punkte. „Taloubet hat nicht so lange Galoppsprünge, das kostet auf dem großen Platz etwas Zeit, aber ich bin sehr zufrieden“, sagte der 40-Jährige. Etwas Pech hatte Daniel Deußer. Sein westfälischer Schimmel Cornet d’Amour patzte an einem luftigen Gatter. Mit Platz 22 und 3,09 Punkten ist aber noch nichts verloren.

Am schnellsten meisterte die Französin Penelope Leprevost mit Flora di Mariposa das Zeitspringen. In der Teamwertung rangiert Deutschland mit 4,4 Punkten an der Spitze. Mit dünnen Abständen folgen die Mannschaften aus Frankreich (5,7), Großbritannien (6,99), Spanien (7,58), Niederlande (7,82), Ukraine (8,03), Italien (9,23), Irland (9,96), Schweden (11,3) und Belgien an zehnter Stelle (11,5). Schlusslicht der 22 Nationen ist die Slovakei, deren Reiter knapp 60 Punkte auf dem Konto haben.