Ehrungen der Medaillengewinner beim FN/DOKR-Championatsball 2015 in Warendorf

Michael Jung, links und Moderator Peter Großmann, rechts

links, Elias Ernst und 2. von rechts, Grischa Ludwig

Michael Jung: Die englischen Royals sind eine pferdesportbegeisterte Familie

Alle Jahre wieder treffen sich am letzten November-Wochenende in der festlich geschmückten Springhalle im Bundesleistungszentrum des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei in Warendorf, die besten und erfolgreichsten Reiterinnen und Reiter um geehrt zu werden – und um anschließend die Erfolge zusammen mit ihren Trainern, Pferdebesitzern, Züchtern, Sponsoren und Funktionären beim traditionellen „Championatsball“ ausgelassen zu feiern.

Nach der Begrüßung der rund 750 Gäste durch den Vize-Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Axel Milkau (Braunschweig), Präsident Breido Graf zu Rantzau (Breitenburg) fehlte aus familiären Gründen, wurden die Ehrungen der Medaillengewinner vorgenommen. „An die 70 Medaillengewinner! – so viele wie diesem Jahr hatten wir noch nie“, freute sich FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach (Bielefeld).

Mit zwei Silbermedaillen in Gepäck kehrte Grischa Ludwig (Bitz) von der Europameisterschaften ins „Ländle“ zurück. Bei den kontinentalen Meisterschaften in Aachen (Ludwig; „Den bestorganisierten, an denen ich je teilgenommen habe“) musste die deutsche Equipe in der Besetzung Volker Schmidt, Stephan Rohde, Elias Ernst und Grischa Ludwig lediglich Italien den Vortritt lassen. „Natürlich hätten wir viel lieber Gold gewonnen“, sagte Ludwig und ergänzte, dass „bei uns leider nicht alles nach Wunsch gelaufen ist – und somit war die Platzierung auch okay“. Ebenfalls akzeptierte der 41-Jährige die Wertnoten in der EM-Einzelwertung, „Giovanni (Masi De Vargas) war mir in der Tat ein klein wenig voraus. Er hatte einen Sahnetag und keinen Fehler, ich hingegen hatte einen kleinen Patzer in meinem Lauf. Trotzdem meine ich, dass sich auch eine Silbermedaille sehen lassen kann. Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass Elias zudem die bronzene Plakette erhalten hat.“

Neben den Erfolgen in der Aachener Soers bei den Senioren überzeugten beim Reiternachwuchs die Junioren und Jungen Reiter auf der CS-Ranch im schweizerischen Givrins. Bei ihrem „Heimspiel“ sicherte sich Gina Maria Schumacher zwei goldene Medaillen. Im Einzel und mit dem Team (Shawn Wagner, Lena-Marie Voss und Jakob Behringer) triumphierte die Tochter von Corinna und Michael Schumacher, und Jakob Behringer feierte zudem in der Einzelwertung Rang drei. Bei den Jungen Reitern belegte die deutsche Mannschaft im Endklassement mit Daniel Kalk, Jennifer Luhmer, Isabeau Riemann und Fabienne Krämer den Silberrang. Damit gewannen die Reiner auf den kontinentalen Championaten zwei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen.     

Rundum zufrieden zeigte sich auf dem Ball in der westfälischen „Reiterstadt“ Vielseitigkeitsreiter Michael Jung (Horb). Der dreifache EM-Doppeleuropameister (2011 Luhmühlen, 2013 Malmö und 2015 Blair Castle) bedankte sich zunächst bei allen seinen Helfern für die „großartige Unterstützung“. Zudem bemerkte der 33-Jährige, dass „ohne der Unterstützung des gesamten Teams Leistungen in dieser Größenordnung nur noch schwerlich zu erreichen sind.“ Nicht unerwähnt ließ der in Bad Soden am Taunus geborene Jung sein persönliches Highlight der Saison: die Siegerehrung bei den Europameisterschaften in Blair Castl (Großbritannien) durch Königin Elizabeth II. „Die zwei/drei Sätze, die wir zusammen gesprochen haben, waren ein unbeschreibliches Erlebnis für mich. Und nicht zu glauben, zudem gratulierte mir die Queen auch noch zu meinem Sieg in Badminton. Unfassbar, aber gleichzeitig eine Bestätigung, dass die englischen Royals tatsächlich eine pferdeportbegeisterte Familie sind.“

Nach dem offiziellen Teil hatte es Grischa Ludwig entgegen seinen üblichen Gewohnheiten sehr eilig, denn schon am Sonntagvormittag ging es in einen zehntägigen Urlaub. Von Frankfurt a. M. aus startete Grischa Ludwig mit dem „Flieger“ über den großen Teich nach Oklahoma City (USA). Im State Fair Park wird er dort die deutschen Teilnehmer auf der NRHA-Futurity anfeuern, aber auch seine Freizeit genießen.  

Auf dem „Heldengedenktag“ in Warendorf, – ein Begriff, den sich „Hipposophen“, Journalisten, die über zig Jahre verbunden sind, haben einfallen lassen, wurden die erfolgreichen Medaillengewinner zu Recht geehrt – und den Mäzenen, Sponsoren sowie Gönnern für ihre finanziellen Unterstützung auch zu Recht Dank gesagt, denn ohne ihre Hilfe wären Erfolge in dieser Anzahl nicht mehr möglich – und zu Recht wurden darüber hinaus auch die ehrenamtlichen Helfer für ihren unermüdlichen Einsatz aus-gezeichnet. Durch das Programm führte wie in drei Jahren zuvor Peter Großmann. Der 52-jährige ARD-Fernsehmoderator und bekennende Borussia-Dortmund-Fan sagte: „Es war wieder ein gelungener Abend. Zudem war es eine Freude zu sehen, wie sich vor allen Dingen der Nachwuchs gefreut hat, vor einer solchen Kulisse für seine Leistungen geehrt zu werden. Das ist sicherlich ein zusätzlicher Motivationsschub für den jungen deutschen Reiternachwuchs.“

Fotos von © fotokaup:
Vielseitigkeit: Michael Jung, links und Moderator Peter Großmann, rechts
Westernreiten: links, Elias Ernst (1x Silber, 1x Bronze), 2. von rechts, Grischa Ludwig (2x Silbermedaille)