Dressurreiten: Zweites Silber für Lisa-Maria Klössinger in Arezzo

Es ist beinahe zehn Jahre her, dass mit den Geschwistern Werndl bayerische Reiter bei Dressureuropameisterschaften der Jungen Reiter am Start waren. In diesem Jahr gelang es Lisa-Maria Klössinger (21) aus dem niederbayerischen Aicha erfolgreich in deren Fußstapfen zu treten. Bei den EM im italienischen Arezzo gewann sie nach Mannschaftsgold und Einzelsilber auch die Silbermedaille in der Kür.

Sie hat das ganz toll gemacht“, lobte Hans-Heinrich Meyer zu Strohen. „Sie war hochkonzentriert und hat als letzte Starterin absolute Nervenstärke bewiesen. Ihre Kür war sehr schwierig und sie ist sie nahezu perfekt geritten.“ Mit 78,825 Punkten kam die Schülerin von Ulla Salzgeber nahe an die 80er Marke heran, die in der Kür nur von einem Paar „geknackt“ werden konnte: Anne Meulendijks aus den Niederlanden, die mit President’s MDH Avanti nach Einzelgold auch Kürgold gewinnen konnte. Für Lisa-Maria Klössinger war es die erste und zugleich die letzte Europameisterschaft als Junge Reiterin. Ihr weiterer Weg ist allerdings schon vorgezeichnet. Im vergangenen Jahr belegte sie mit New Lord beim Finale des Piaff-Förderpreises den dritten Platz und durfte bei den Europameisterschaften in Herning die deutschen Farben in der U25-Tour vertreten. In Arezzo saß sie im Sattel des Baden-Württembergers neunjährigen Baden-Württembergers FBW Daktari von Donautanz.

Bronze in der Kür ging an die Belgierin Jorinde Verwimp mit Tiano mit 75,425 Punkten. Als zweitbeste Deutsche verabschiedete sich Florine Kienbaum (Lohmar) mit Don Windsor OLD mit einem achten Platz in der Kür von der Jungen-Reiter-Zeit. „Im Grunde war das nicht ganz nachzuvollziehen. Florine hat eine gute Kür geritten und keine gravierenden Fehler gemacht“, sagte Meyer zu Strohen. Ihr Ergebnis von 73,45 Punkten zeigt allerdings, wie hoch das Niveau bei dieser Europameisterschaft angesiedelt war. Ein Zehntel hinter seiner Teamkollegin ordnete sich der Preis-der-Besten-Sieger Sönke Rothenberger (Bad Homburg) ein. Sein Cosmo erwies sich nach den Topleistungen in der Mannschafts- und Einzelaufgabe als etwas übermütig. Das konnte den 19-jährigen, auch im Springsattel hoch erfolgreichen Reiter zwar nicht schrecken, kostete jedoch Punkte und bedeutete am Ende Platz neun. Am Tag zuvor hatte das Paar Bronze in der Einzelwertung gewonnen.