Dressurreiten: Gelungene Sichtungspremiere in Steyr

 

Vom 09.-11. Mai wurde auf dem traumhaften Areal des Reitclubs Steyr um die Dressursichtung und somit auch um die Startberechtigung auf internationalen Turnieren geritten. Grund genug für viele Reiterinnen und Reiter aus allen Ecken des Landes nach Oberösterreich zu kommen, um sich hier im Viereck vor dem Richterkollegium zu beweisen. Drei Tage lang stand das Sichtungsturnier unter einem straff und perfekt durchorganisierten Zeitplan, um das ausgeschriebene Programm und jede einzelne der 28 Prüfungen auch wirklich bei Tageslicht durchführen zu können. Nicht nur wegen der zwei Austragungs- und drei Abreiteplätze konnte für ein reibungsloses Veranstaltungswochenende gesorgt werden, sondern auch dank der tatkräftigen Unterstützung des gesamten Turnierteams, das sowohl im Vorfeld unermüdlich im Einsatz war als auch während des Turniers rund um die Uhr eifrig gearbeitet hatte.

Eine überragende Resonanz, renommierte Starterfelder und ein zusammengeschweißtes Team, das dem Ansturm an den drei Turniertagen gewachsen war – so lässt sich das Erfolgsrezept des Sichtungsturniers in Steyr zusammenfassen. Über 170 Pferde und 140 Reiter waren in den Osten Oberösterreichs angereist und sorgten am gesamten Wochenende mit 425 Starts für ein volles Haus. Nahezu rund um die Uhr wurde auf zwei Plätzen parallel geritten und jede Stunde bei Tageslicht ausgenutzt.

„Wir sind wirklich überwältigt vom unglaublichen Nennergebnis und können mit dem gesamten Turnier mehr als zufrieden sein. Die Reiter fühlten sich bei uns wohl und lobten nicht nur die Organisation und Abwicklung, sondern auch die hervorragenden Reitbedingungen bei uns.“, resümierten Vereinsobmann Siegfried Bramberger und Turnierleiterin Valerie Hack, die nach etlichen Jahren wieder ein Turnier in dieser Größenordnung veranstaltet hatten. Zum ersten Mal fand in Steyr die Dressursichtung statt und nach den obligatorischen CDN-A-Turnieren hatte der Reitclub Steyr ihre Premiere auf A*-Niveau. Angereist war ein Starterfeld, das seinesgleichen sucht: „Besonders gefreut hatte es uns, dass so viele heimische Reitgrößen bei uns vertreten waren. Es war uns eine Ehre neben dem Schloss Achleiten auch Evelyn Haim-Swarovski, Familie Wünschek, EM-Reiterin Karin Kosak, den Dressurstall Neumayer, Familie Valenta, Caro Kottas-Heldenberg oder Familie Mayr bei uns begrüßen zu dürfen.“, so Valerie Hack, die zum ersten Mal das Amt als Turnierleiterin übernommen hatte und sämtlichen Aufgaben bestens gewachsen war.

Sie konnte hierbei auch auf ein engagiertes Team zurückgreifen, das in der Küche, im Stall oder Gastronomiebereich, als Schreiber, Servicepersonal und Helfer stets um ihre Turniergäste bemüht war. Im Gesamten hatten um die 30 Personen, allesamt Mitglieder des Reitclubs Steyr, bereits Wochen vorher emsig angepackt und diese gelungene Veranstaltung möglich gemacht. Die Sichtung in Steyr stand also ganz im Zeichen eines gemütlichen Vereinsturniers mit hochkarätigen Bedingungen, die man sich von einer Veranstaltung in dieser Größenordnung wünscht.

Besonderen Flair hatten die im herzlichen Rahmen aufgezogenen Siegerehrungen, wo den Arrivierten neben den begehrten Schleifen auch wertvolle Preise überreicht wurden. Nicht nur kunstvoll gestaltete Pokale wurden hier vergeben, sondern auch schmackhafte Sachertorten und ein mit Swarovski-Steinen besetztes Pferd, das von der bekannten Künstlerin Simone Gutsche-Sikora gestaltet wurde.

Highlights waren die Prüfungen der Großen Tour

Zur ganz großen Siegern kürten sich zum einen Evelyn Haim-Swarovski, die am Samstag den Hauptbewerb für sich entscheiden konnte. Die Tirolerin nahm mit „Dorina 17“ den Grand Prix, die ersten Teilprüfung der Großen Tour-Sichtung, in Angriff und triumphierte vor Katharina Wünschek, Karin Kosak und Lokalmatadorin Astrid Neumayer an der Spitze.

Und zum anderen Astrid Neumayer im sonntägigen Grand Prix Special, dem zweiten Teilbewerb der Großen Tour. Mit 67,667 Prozentpunkten wurde am Ende auch eine würdige Siegerin gefunden. Sie löste sämtliche Lektionen der allerhöchsten Klasse in bemerkenswerter Manier und ging somit auch verdient als Gewinnerin vom Platz. Die Rede ist von Astrid Neumayer, die mit ihrem Paradepferd „Rodriguez 4“ das Sichtungsziel vor Augen hatte. Der talentierte Rubinstern Noir-Nachkomme, der mit viel Temperament und Bewegung ausgestattet ist, punktete mit schönen Serienwechsel, gut herausgerittenen Piaffe-Passage-Übergängen und imposanten Verstärkungen. Unterm Strich kam nicht nur eine Endnote von 67,667 Prozentpunkten heraus, sondern auch ein tolles Sichtungsergebnis in der Großen Tour.

Katharina Wünschek in der Mittleren Tour gesichtet

Mit zwei Siegen en suite schaffte die Niederösterreicherin Katharina Wünschek das positive Sichtungsergebnis in der Mittleren Tour und holte somit die offizielle Startberechtigung für internationale Turniere im In- und Ausland. Sowohl in der Intermediaire A als auch in der Intermediaire B konnte sie sich hierbei voll und ganz auf ihren „Amüsant OLD“ vertrauen.

Heimsieg in der Inter-I

Im Rahmen der Kleinen Tour zeichnete sich Astrid Neumayer mit einem glorreichen Triumph aus. Es hatte sich während ihrer Prüfung schon abgezeichnet und bei der Prämierung ordentlich bestätigt: Astrid Neumayer und „Flamenco 5“ waren die Besten in der sonntägigen Intermediaire I. Mussten sie gestern im Prix St. Georg noch bei den Viererwechseln Abzüge hinnehmen, so klappte in der heutigen Runde alles wie an der Schnur und sämtliche Lektionen wie Pirouetten, Zweier-Wechsel und Traversalen wurden hervorragend präsentiert. Das sah auch das Richterkollegium so und klassierte die beiden mit 68,684 Prozentpunkten ganz klar an der Spitze. „Ich bin mehr als zufrieden mit unserem Ergebnis und freue mich, dass wir nun offiziell für die Kleine Tour gesichtet sind. Für Flammi stehen nun zwei Wochen Pause an, dann haben wir die Equus Ovilava im Rahmen der Pferdemesse in Wels geplant, wo wir natürlich an unsere Leistungen anknüpfen wollen.“, strahlte die frischgebackene Gewinnerin Astrid Neumayer bei der Siegerehrung.

Hinter der oberösterreichischen Lokalmatadorin, die in Haag/Hausruck ihren Pramwaldhof und das Reitsportfachgeschäft Neumayer leitet, reihten sich Gabriela Stumpf und Caroline Kottas-Heldenberg auf die hinteren Ränge ein (66,824 & 66,798 Prozentpunkte).

Sandrine Urbanowicz gewann die sonntägige Ponyprüfung

Große Anspannung lag am Sonntagvormittag in der Luft, denn da mussten sich die Jüngsten im Bunde, die aufstrebenden Nachwuchsreiter im Ponysattel, dem zweiten und entscheidenden Sichtungsbewerb stellen. Im Durchschnitt galt es die 65 Prozentmarke zu schlagen, um für ausländische Events gesichtet zu sein, und über 64 Prozentpunkte zu kommen, um Österreich bei heimischen CDI´s vertreten zu dürfen. Die großartige Siegerin in der heutigen Finalprüfung hatte die Kriterien bereits erfüllt und kam als amtierende Staatsmeisterin nach Steyr: Im Sattel von „The Mickle´s Motion“ wurde Sandrine Urbanowicz ihrer Favoritenrolle gerecht und brillierte mit 69,553 Prozentpunkten an der Spitze. Dank ihrer grandiosen Leistungen durften sich Kimberly Wächter und Daria Hohenwarter über ein positives Sichtungsergebnis freuen. Die beiden Ponymädels konnten sich mit 65,772 und 65,325 Prozentpunkten am zweiten und dritten Rang platzieren. Zudem meisterten auch Chiara Pengg und Anna Wischenbart die geforderte Hürde und zählen von nun an zu den gesichteten Nachwuchsreiterinnen Österreichs.

Im August geht’s in Steyr weiter

Die Sichtung im Mai sollte aber für den Reitclub Steyr nicht das einzige Saisonhighlight des Jahres sein, denn vom 08.-10. August werden heuer noch die Landesmeisterschaften Dressur aller Klassen über die Bühne gehen.

Foto von © Pferdenews.eu: Siegerehrung im Grand Prix Special-Turnierleiterin Valerie Hack mit den beiden Gewinnerinnen Astrid Neumayer (Sichtung Große Tour) und Marion Geiger (Offene Wertung)