Dressurreiten: Finale des NÜRNBERGER BURG-POKAL 2015 - Interview mit Jessica von Bredow-Werndl

Die Spannung steigt. Beim Internationalen Festhallen Reitturnier in Frankfurt gibt es zwar an vier Tagen hochklassigen Sport zu sehen, aber ein Wettbewerb steht ganz besonders im Focus: Das Finale um den NÜRNBERGER BURG-POKAL. Seit diese Prüfung 1992 auf Initiative von Hans-Peter Schmidt, dem Ehrenaufsichtsrats-vorsitzenden des Namensgebers NÜRNBERGER Versicherung, erstmals durchgeführt wurde, ist die hessische Metropole Gastgeber für das Finale.

Somit wird am kommenden Samstag zum 24. Mal der Finalsieger geehrt. Nachdem sich die 15 starberechtigten Paare am Freitag in der Einlaufprüfung mit der Atmosphäre der Festhalle vertraut machen können, geht es am 19. Dezember ab 11.00 Uhr um den Erfolg im Finale. Im Vorjahr konnte sich Matthias Rath mit seiner Nachwuchshoffnung Samba King durchsetzen.

Für den aktuellen Jahrgang gibt es kein Paar, das den Rest des Teilnehmerfeldes überragt. Zu nahe lagen die in den Qualifikationen gezeigten Leistungen beieinander. Mit 76,536% erreichte die zweimalige Finalsiegerin Carola Koppelmann mit ihrer Nachwuchshoffnung Sandiego bei Pferd International in München-Riem die höchste Wertung aller Ausscheidungen. Damit strebt sie nach 2006 mit Comic Hilltop FRH und 2011 mit Desperado OLD ihren dritten Triumph in der Festhalle an.

Aus der heutigen Turnierlandschaft ist die Turnierreihe nicht mehr wegzudenken. Die Idee von Hans-Peter Schmidt, Präsident des Bayerischen Reit- und Fahrverbands und Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), gilt als weltweit bedeutendste Serie zur Förderung junger Dressurpferde.

Aktuell hat die Serie zahlreiche spätere Olympiasieger, Welt- und Europameister gefördert. Pferde, die im NÜRNBERGER BURG-POKAL erfolgreich waren, sammelten bei diesen Großereignissen bislang 34 Medaillen, davon 12 goldene.

Für Hans-Peter Schmidt ist die Betonung der Partnerschaft von Reiter und Pferd die fundamentale Basis dauerhaften Erfolgs. Der Pferdemann setzt sich mit Nachdruck für einen tadellosen Umgang mit dem Partner Pferd ein.

Dem Sponsoringengagement der NÜRNBERGER Versicherung zugrunde liegt das Motto „Reiten heißt Partner sein“.

Jessica von Bredow –Werndl gewann bereits mit fünf Jahren den NÜRNBERGER BURG-POKAL

Jessica von Bredow-Werndl gehört zu den besten Dressurreiterinnen Deutschlands und ist seit ihrer Kindheit Stammgast in Wettbewerben des NÜRNBERGER BURG-POKAL. Erst am ersten Dezember-Wochenende sorgte sie im Sattel ihres Pferdes Unee in der Weltcup-Kür von Salzburg mit 80,075 Prozent für einen weiteren Glanzpunkt in ihrer Karriere. Die sympathische Pferdefrau stand uns in einem Interview Rede und Antwort.

Frage: Wie sahen Ihre ersten Berührungspunkte mit dem Partner Pferd bzw. dem Reitsport aus?

Jessica von Bredow-Werndl: Als ich 4 Jahre alt war, haben mich meine  Eltern in den Stall zu meiner Tante mitgenommen und ich durfte ab dann einmal in der Woche auf Schulpferden zum Unterricht kommen. Ab da zählte ich die Tage,  bis ich endlich wieder zu den Ponys durfte…

Frage: Wie sehen Sie die Bedeutung des NÜRNBERGER BURG-POKAL für en Dressursport?

Jessica von Bredow-Werndl: Der Nürnberger Burgpokal hat über die Jahre enorm an Bedeutung gewonnen. Wir sehen ihn intern als Deutsche Meisterschaft der Pferde von 7 bis 9 Jahren. Er gilt nicht umsonst als Sprungbrett in den internationalen Dressursport, wie ein Blick in den Championatskader zeigt.  Ich hab bereits in meiner Kindheit Erfahrungen im NÜRNBERGER BURG-POKAL gesammelt. Damals ging es in der Führzügelklasse um einen großen Pokal, den man unbedingt gewinnen wollte. Mit 5 Jahren habe ich den Nürnberger Burgpokal gewonnen und war sehr stolz.

Frage: Einmal abgesehen von sportlichen Erfolgen. Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis im Dressursport oder mit dem Partner Pferd.

Jessica von Bredow-Werndl: Oh,  das ist schwer zu sagen… Es gibt so viele magische Momente mit den Pferden. Das schönste für mich ist es, wenn ich es schaffe, eine echte Einheit mit dem Pferd zu sein und das Gefühl habe, dass wir uns blind verstehen und uns aufeinander verlassen können

Frage: Sie haben sportlich ein tolles und erfolgreiches Jahr gehabt. Wie sehen Ihre Planungen für 2016 aus?

Jessica von Bredow-Werndl: Die Olympiade in Rio ist natürlich ein großes Ziel. Doch auf dem Weg dorthin gibt es Etappenziele, wie beispielsweise die Qualifikation zum Weltcupfinale in Göteborg, die Deutschen Meisterschaften in Balve oder Aachen. Das Wichtigste dabei ist aber, dass meine Pferde und ich gesund bleiben und wir weiter so viel Freude an dem haben, was wir tun.

Frage: Wie verbringt eine der erfolgreichsten deutschen Dressurreiterinnen das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel?

 

Jessica von Bredow-Werndl: Weihnachten selbst genießen wir im kleinen Familienkreis und für Sylvester habe ich noch keine Pläne. Tagsüber bin ich natürlich  an allen Feiertagen im Stall. Damit ermögliche ich unserer Stallmannschaft, dass sie ihre Familien besuchen können.