Dressurreiten: Ergebnisse von der Equus Ovilava 2014

 

Messeturnier in Wels vom 29. Mai-01. Juni 2014

Equus Ovilava – Vier Tage lang fand im Rahmen der Pferd Wels das Messeturnier Equus Ovilava statt. Hochkarätiger Dressursport auf Top-Niveau, nationale Haflinger Challenge im Viereck und Springparcours und spannungsgeladene Horseball-Spiele – das alles wurde vom 29. Mai bis zum 01. Juni geboten und ließ wie in jedem Jahr unzählige Zuschauer in die Messehalle 20 strömen. Der Finaltag garantierte natürlich ein besonderes Programm, das vor allem den Dressurfans gewidmet war: Neben den Musikküren auf M- und S-Niveau fand der finale Bewerb der Mittleren Tour und der Grand Prix Special, die wichtigste Prüfung des Wochenendes, statt. Abgerundet wurde der Veranstaltungstag mit dem ASVÖ Watch & Talk Dressagecorner, wo ein letztes Mal die gezeigten Ritte kritisch analysiert wurden.

Polnischer Sieg in der Intermediaire I

Hauchdünn war Entscheidung in der samstägigen Intermediaire I, der zweiten Teilprüfung der Kleinen Tour. Nur wenige Prozentpunkte machten den Sieg aus und trennten den triumphalen Kozanecki Przemyslaw vom zweitplatzierten Hannes Mayr. Der Pole erhielt für seine Darbietung auf „Belcanto“ 68,684 Prozent, was auch Trainerin Ulla Salzgeber zufrieden stimmte. Im Sattel von „Laquna Z“ beendete der oberösterreichische Lokalmatador Hannes Mayr seine Runde mit 68,553 Prozentpunkten. Dritte wurde eine wie üblich sehr souveräne Juliane Vogt, die ihren „Flipper NRW“ mit 66,974 Prozentpunkten ins Ziel ritt.

Favoritenpaar schlug im Grand Prix zu! Astrid Neumayer und „Rodi“ setzten sich im Hauptbewerb durch

Mit dem Grand Prix kam es am Samstagabend ab 17:20 Uhr zur wichtigsten Prüfung des Tages. Die besten Reiterinnen und Reiter der Equus Ovilava hatten sich in dieser Prüfung der Großen Tour in die Startliste eintragen lassen, präsentierten ihre besten Pferde vor der einzigartigen Kulisse der brechend vollen Messehalle und stellten sich dem Urteil der dreiköpfigen Jury rund um Alice Schwab, Ralph Schmidt und Edith Albrecht. Zu bestaunen gab es Lektionen der allerhöchsten Klasse, die anschließend unter regem Interesse beim ASVÖ Watch & Talk Dressagecorner fachmännisch analysiert und besprochen wurden.

Mit der absoluten Bestnote von 69,667 Prozentpunkten konnte sich eine überglückliche Astrid Neumayer am ersten Rang feiern lassen. Die Grand Prix Special Siegerin der Sichtung in Steyr setzte auf ihr bewährtes Top-Pferd „Rodriguez 6“, der sich trotz der angespannten Atmosphäre sehr konzentriert zeigte. Höhepunkte der Runde waren mit Sicherheit die wunderschönen Pirouetten auf der Mittellinie und ansehnliche, gleichmäßig gerittene Zick-Zack-Traversalen. Abzüge gab es – das hatte sie selbst beim anschließenden Dressagecorner kritisch beurteilt – bei den Zweier-Wechseln, die leider nicht zu hundert Prozent klappten.

Zufrieden zeigte sich auch der am zweiten Rang prämierte Hannes Mayr, der seinen international ausgezeichneten „Scenario“ von Taxateur vorstellte. In bewährt schwungvoller Manier kam er mit knapp 65 Prozent in die Klassierung. Auch er war im Anschluss beim Dressagecorner präsent und stellte seinen Ritt vor Publikum am großen Beamer vor.

Ruth Richter sorgte für einen überragenden Triumph in der M-Kür

Eine Musikkür der Klasse M eröffnete das sportliche Programm am Finaltag der diesjährigen Equus Ovilava. Durch die Bank erlebte hier das Publikum in Wels schöne Darbietungen im Viereck, die von der Jury rund um Chefrichterin Alice Schwab fachkundig bewertet wurden. An der Spitze hatten sie zu Recht Ruth Richter gesehen, die ihren routinierten „Menes“ perfekt in Szene gestellt hatte. Über 73 Prozentpunkte unterstrichen die Leistungen des eingespielten Duos, die bei der Siegerehrung mit großartigem Applaus überhäuft wurden. Am Siegespodest fanden sich mit Sonja Grossauer und Maria Huber zwei großartige Stilistinnen wieder.

Sternstunde in der Inter-B Perfekte Prüfung brachte Astrid Neumayer und „Flamenco 5“ die persönliche Bestmarke

Für Reiter und Pferd gleichermaßen anspruchsvoll gestaltete sich die neue Mittlere Tour, die sämtliche Aufgaben des höchsten Schwierigkeitsgrades beinhaltete und sehr an den Grand Prix angelehnt war. Diese Intermediaire B verlangte sowohl Serienwechsel als auch Piaffe und Passage, Pirouetten und Traversalen im Trab und Galopp. Der Ausbildungsstand der TeilnehmerInnen musste also auf großem Niveau angesiedelt sein und genau dieser hohe Level durfte das Publikum am Sonntagnachmittag auch erleben. Am allerbesten gefallen hatte die unglaublich schöne Vorstellung von Astrid Neumayer. Hatte sie mit ihrem Nachwuchscrack „Flamenco 5“ im Einlaufbewerb noch mit kleinen Störungen zu kämpfen, so zeigte der schicke Wallach, den sie seit Fohlen an ausgebildet hatte, eine beachtliche Prüfung – die beste, die er je abgeliefert hatte, verriet uns die Berufsreiterin vom Pramwaldhof. „Leider war er im ersten Bewerb noch nicht sehr konzentriert und ließ sich von der Kulisse ablenken. Heute hat er mir von der ersten Grußaufstellung an ein sehr, sehr gutes Gefühl gegeben und nach der ersten Trabverstärkung auf der Diagonalen hatte ich gewusst, dass es heute gut werden wird.“, freute sich die sympathische Oberösterreicherin, die am Pramwaldhof ihren eigenen Ausbildungsstall und Reitsportgeschäft betreibt.

Nicht weniger imposant wirkte die Runde der zweitplatzierten Sonja Grossauer, die ihren bildhübschen „Davignio 2“ sattelte. Vor allem in den mächtig wirkenden Verstärkungen punktete der Hengst mit viel Ausdruck und Kraft und holte zu Recht das Top-Ergebnis und Platz zwei.

Titel verteidigt!

Inter I-Kür ging an Wolfgang Himsl

Der Bann schien heute gebrochen: Wolfgang Himsl und „Donner Donnerstag“ gelten in der heimischen Dressurszene als eingespieltes Duo, das schon etliche Siege bis zur schweren Klasse erzielt hatte. Leider schien der Start in die heurige Saison noch nicht ganz nach Plan zu verlaufen, doch der Sprung an die Spitze gelang in Wels, wo er sich ja im vergangenen Jahr das eindrucksvolle Triple holte: Zur genialen Filmmusik von James Bond und Mission Impossible präsentierte der oberösterreichische Tierarzt eine gelungene Kür, die die Richter mit über 71 Prozent belohnte. Rang zwei ging an unseren deutschen Gast Loraine Martin, die knapp 68 Prozent bekam.

Die Überlegenheit blieb!

Astrid Neumayer brillierte auch im Grand Prix Special

Besser hätte das Messeturnier für Lokalmatadorin Astrid Neumayer nicht laufen können: Nach den Triumphen in der Mittleren Tour und im Grand Prix wurde sie auch im finalen Grand Prix Special, der Hauptprüfung des gesamten Wochenendes, ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht. Im Sattel des ausdrucksstarken „Rodriguez 4“, ihrem aktuellen Paradepferd für die Große Tour, zeigte sie dem Welser Publikum eine überragende Runde, die vom Richterkollegium mit knapp 71 Prozentpunkten belohnt wurde. Sämtliche Lektionen klappten wie an der Schnur und wurden voller Harmonie, Schwung und Exaktheit vorgestellt, sodass dem eingespielten Duo, das kommende Woche die Reise zum internationalen Event nach Rimini antritt, lautstarker Applaus und Jubelrufe gewidmet wurde. Sehr zufrieden durfte auch Hannes Mayr sein, der ebenso am gesamten Turnierwochenende solide Leistungen und Top-Ergebnisse ablieferte. Der Oberösterreicher landete im Grand Prix Special hinter seiner Landsfrau am zweiten Rang und konnte sich somit über ein weiteres Spitzenresultat in der Großen Tour freuen.

Foto von © Brunnmayr: Astrid Neumayer