Dressurreiten: Dorothee Schneider und Santiago sichern sich die Finale-Teilnahme

(pbb) Weder in der Einlaufprüfung noch in der Qualifikation zum Nürnberger-Burg-Pokal-Finale waren Dorothee Schneider und der achtjährige Hannoveraner Wallach Santiago zu schlagen. Mit 74,439 Prozent siegte die Dressurausbilderin aus Framersheim am Sonntag beim 52. Mannheimer Maimarkt-Turnier überzeugend vor dem Belgier Carl Cuypers mit dem erst sieben Jahre alten Schweden-Wallach Bilan (71,317) und Julia Beckfeld (Mannheim) auf dem neunjährigen Hannoveraner Rapphengst San Gennaro (70,537). Die immer größere Internationalität des Starterfeldes im Nürnberger Burg-Pokal zeigt die große Beliebtheit dieser Serie für sieben- bis neunjährige Dressurpferde. So kam der Brite Sam Duckworth mit dem neunjährigen Fuchshengst Ludwig der Sonnenkönig auf Platz vier (69,707), gefolgt von Vielseitigkeits-Doppel-Olympiasieger Michael Jung mit dem gleichfalls neunjährigen bayerischen Hengst Desandro, deren Note etwas durch ein Verreiten gemindert wurde (69,024). Das Horber Supertalent war zudem mit seinem international erfolgreichen Springpferd Sportsmann im zeitgleich ausgetragenen Championat von Mannheim am Start gewesen.

Die Siegerin Dorothee Schneider, eine der gefragtesten Dressurausbilderinnen Deutschlands, war mehr als glücklich: „Das wird das elfte oder zwölfte Nürnberger-Burg-Pokal-Finale für mich sein, es ist immer wieder ein tolles Gefühl, in der Frankfurter Festhalle zu reiten. Der Wunsch, sich für das Finale zu qualifizieren, ist immer wieder eine große Motivation bei der Ausbildung von jungen Dressurpferden. Ich denke, mit Santiago habe ich ein sehr qualitätsvolles Pferd zur Verfügung, das auch mit der speziellen Atmosphäre in der Festhalle gut zurecht kommen wird, aber das Finale hat natürlich auch immer seine eigenen Gesetze.“

Hocherfreut über den Sieg der Team-Olympia-Zweiten von London zeigte sich auch der Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe und Präsident des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, Hans-Peter Schmidt, der die Prüfung aufmerksam verfolgte. „Ich hatte den Eindruck, dass die Prüfung generell in ihrer Qualität sehr ausgewogen war. Dorothee Schneider und Santiago haben aber zu Recht mit Abstand gewonnen. Ich freue mich, dass wir nach Isabell Werth in Hagen nun bereits den zweiten prominenten Namen unter den Qualifizierten fürs Finale in Frankfurt haben, obwohl die Serie 2015 gerade erst begonnen hat.“

Als besonders positiv erachtet Hans-Peter Schmidt, der die Nachwuchs-Serie gemeinsam mit Dressur-Legende Dr. Reiner Klimke 1991 ins Leben rief, die hervorragende Kombination von Maimarkt-Turnier, das seit 2004 zur Serie zählt, und der Verbraucherausstellung. Diese lockt in elf Tagen jährlich rund 300.000 Zuschauer an. „Diese Verbindung garantiert, dass nicht nur Fachpublikum von der Reitsport-Veranstaltung angezogen wird, sondern – ähnlich wie in Nürnberg mit der Kombination der Konsumenten-Ausstellung Consumenta und dem Reitturnier Faszination Pferd im November – auch ein Publikum, das bisher mit dem Pferdesport nicht in Kontakt kam.“

Menschen zum Pferd zu bringen, ist auch Ziel der Pony-Führzügel-Klasse, die bei allen Qualifikationsorten für den Nürnberger Burg-Pokal ausgetragen wird. „Mit dieser Prüfung gewinnen wir gleich drei Generationen für den Pferdesport, die jungen Reiter, die Führer – meist ein Elternteil – und die Großeltern, die häufig die Besitzer der Ponys sind.“ Und diese Pony-Führzügel-Klasse ist auch beim Publikum äußerst beliebt – sowohl in Mannheim als auch in Nürnberg bleiben viele auf den Rängen sitzen, wenn die Jüngsten ihre ersten Turniererfahrungen sammeln.

Foto von Karl-Heinz Frieler. Dorothee Schneider