Dressurreiten: Ann-Cathrin Rieg gewinnt zweites Bundesnachwuchschampionat in Zeiskam

Silber für Annika Rühl , Bronze für Fabienne Schlösser

Zeiskam (fn-press). Die Siegerin im Bundesnachwuchschampionat heißt Ann-Cathrin Rieg und kommt aus Schwäbisch Gmünd. Zwei Jahre nach ihrem Titelgewinn beim Pony-Nachwuchschampionat in Verden wiederholte die Baden-Württembergerin diesen Erfolg jetzt im Rahmen der DJM in Zeiskam auf Pferden. Im Finale mit Pferdewechsel verwies sie die Siegerin der beiden Qualifikationsprüfungen, Annika Rühl, auf Platz zwei. Dritte wurde Fabienne Schlösser aus dem bayerischen Berg.

„Ich weiß auch nicht, woran das liegt. Ich habe mir vorher einfach angeschaut, wie die anderen das machen, mit welcher Technik sie reiten“, sagte die 14-jährige Siegerin. Routine in verschiedenen Sätteln bringt sie jedoch mit, denn neben ihrem eigenen Pferd, dem achtjährigen niederländischen Fuchshengst Bendix (v. Contango) reitet sie noch mehrere Ponys. Darunter auch den Fuchs Lawn Hill, mit dem sie 2012 in Verden Bundesnachwuchschampionesse wurde und mit dem sie parallel auch bei den DJM startete. Den Grundstock für ihren aktuellen Sieg legte sie bereits mit ihrem ersten Ritt mit Bendix, für den die Richter auf Anhieb die höchste Note des Finales vergaben, eine 8,9. Dazu kam zwei Mal die 8,4 für die Vorstellung der Pferde ihrer beiden Mitbewerberinnen, so dass am Ende 25,7 Punkte heraussprangen.

Nicht ganz so glücklich begann der Sonntagmorgen für Annika Rühl. Zwar gefiel den Richtern wie schon an den Vortagen das „gefühlvolle, aber vor allem effektive und energische Reiten", doch gab es einen Punkteabzug für ein Verreiten: 8,3. Die 16-jährige Rheinländerin ist eine entfernte Verwandte von Reitmeister Johann Hinnemann, von dem sie bereits als Zehnjährige ihr erstes Pony bekam. Sie startete mit der zwölfjährigen Westfalenstute Fidelia (v. Feinsinn), die 2008 mit Peter Teeuwen am Springpferde-Bundeschampionat teilnahm und aktuell bis M** in der Dressur platziert ist. Für den Ritt mit Riegs Bendix gab es die 8,4, besonders jedoch überzeugte die Richter Rühls letzter Auftritt mit der sechsjährigen Bayernstute Emilie (v. Fürst Piccolo) von Fabienne Schlösser. Dafür gab es die 8,7. In der Summe - 25,4 – reichte das allerdings nicht aus, um noch an Rieg vorbeizuziehen.

Die hohe Qualität des Bundesnachwuchschampionats spiegelte sich auch in den Ritten der dritten Finalteilnehmerin, Fabienne Schlösser wider. Auch sie blieb bei keinem Ritt unter der Note 8 und hatte am Ende 24,3 Punkte auf dem Konto. Großes Lob zollte Kommentatorin Ann-Kathrin Linsenhoff daher nicht nur den drei Finalistinnen, sondern auch den Ausbildern für die „drei sehr gut ausgebildeten Pferde, die das Finale mit Pferdewechsel sehr gut mitgemacht haben.“ Den Sonderpreis für den Sieger-Ausbilder durfte Holger Schulze in Empfang nehmen.

„Das Bundesnachwuchschampionat hat sich zu einem echten Karriere-Sprungbrett entwickelt“, zog der zuständige Bundestrainer Oliver Oelrich sein Fazit über die Veranstaltung. So wurden in den vergangenen Jahren die Anforderungen von A auf L-Niveau erhöht und die Ritte aufs 20 mal 60 große Viereck verlegt. „Dadurch wird der Übergang zu den Junioren erleichtert“, sagt Oelrich, „aber auch durch die bessere Qualität der Pferde.“ Das Ergebnis ist bereits erkennbar, denn mehr als ein Fünftel des aktuellen Juniorenstarterfeldes Jahrgangs in Zeiskam bestand aus ehemaligen Bundesnachwuchschampionatsteilnehmern, „Und auch aus diesem Jahrgang haben etliche die Perspektive den nächsten Schritt zu machen“, so Oelrich.