Dressurfestival in Werder auf dem Gestüt Bon Homme: Reiten mit Ambiente

Das Gestüt Bon Homme bei Werder nahe Potsdam ist schon von weitem zu sehen. Das riesige Terracotta-farbene Gebäude mit seinem heraus gestellten Rundbau und dem spitzen Dach ist an sich schon ein Hingucker. Eingebettet in eine gepflegte Landschaft erscheint es in Architektur und Ausstrahlung fast schon deplatziert am Rande der Autobahn. Aber man kann bekanntlich nicht alles haben. Wer sich dem Gelände und den Stallungen nähert, freut sich in erster Linie darüber, wie ordentlich und sauber alles ist. Und manch einer fragt sich, warum er nicht mit geringem Aufwand ein ebenso schönes Ambiente auf dem eigenen Hof gezaubert hat.

Das Gestüt Bon Homme besticht nämlich nicht durch Masse, sondern vor allem durch Klasse. Und die ist nun mal für Geld nicht zu kaufen. Der Rasen ist nicht grüner als in Berlin oder in der Prignitz. Die vereinzelt und dosiert eingesetzten Büsche und Bäume auf dem Gelände stammen auch nicht aus einer Orangerie. Aber das gesamte Ensemble hat Ausstrahlung, die man sonst so in Preußen nur selten findet. Und wer etwas länger verweilen wollte, kam auch auf seine Kosten. Es gab nämlich nicht nur schnöde Stühle und Tische, sondern exquisite Lounge-Möbel, auf denen man einzeln entspannt liegen oder im besten Falle zu zweit oder dritt richtig chillen konnte. Leider war das Wetter nicht immer mit Turnierchefin Rebecca Gutman und so war der beste Platz oftmals entweder unter einem Schirm oder in der Mega-Hüpfburg auf der anderen Seite des Stalls.

Technisch gesehen bot das Dressurfestival wieder alles, was das Herz begehrt. Große Anzeigetafeln und Monitore hielten die Zuschauer und Sportler auf dem Laufenden, das Event wurde per Live Stream übertragen und die Berichterstattung in den Medien ließ ebenfalls keine Wünsche offen.

Am Ende der vier spannenden Tage nahm Hartwig Burfeind vom RV Sandbostel die goldene Trophäe mit nach Hause. Ausschlaggebend für den Gesamtsieg waren seine siegreichen Auftritte in der Kür mit dem 12-jährigen Westfalen-Wallach Richmond (76,050 %) und im Grand Prix (70,638 %). Im Grand Prix Special siegte Hubertus Hufendiek aus Herford mit Darling’s Dream (70,375 %).

In der Qualifikation zum Finale im Nürnberger Burgpokal zum Jahresende in Frankfurt/Main war Jan-Dirk Gießelmann aus Wagenfeld mit Real Dancer der überragende Reiter (73,902 %) vor Ingrid Klimke auf Dresden Mann (72,683 %) und Dorothee Schneider mit Fackeltanz (70,732 %).

Turnierchefin Rebecca Gutman plant schon jetzt für das nächste Jahr und will die großen Wettbewerbe international ausschreiben. Hinter vorgehaltener Hand spricht man schon von Weltmeisterschaften. Bis dahin ist es bestimmt noch ein langer Weg, aber das Gestüt Bon Homme wäre mit Sicherheit ein würdiger Austragungsort.

Weitere Informationen zum Turnier und zum Gestüt finden Sie auf www.gestuet-bonhomme.de