Dressur- und Springturnier Lübars 2011: Großstadtschickeria trifft Landadel

 


Dressur- und Springturnier Lübars 2011:

 

 

Großstadtschickeria trifft Landadel

 

Berlin (jph) Das Dressur- und Springturnier Lübars ist in jedem Jahr ein dickes Kreuz im Eventkalender. Das liegt vor allem daran, dass sich im Norden Berlins in den letzten dreihundert Jahren ein landwirtschaftliches Kleinod entwickelt hat, das durch den Denkmalschutz seine Ursprünglichkeit bis heute erhalten hat. Nirgendwo sonst grenzen an weite Felder und Wiesen die meist aufwendig restaurierten Haupthäuser der Höfe, die wiederum Tür an Tür mit mondänen Stadtvillen stehen. Keine Frage, Lübars ist ein Hingucker  und dabei gerade mal eine gute Reitstunde vom Berliner Stadtzentrum entfernt.

Lübars an sich ist ja relativ übersichtlich und selbst für Ortsunkundige leicht zu überblicken. Der Charme ist aber nicht nur in der Architektur zu entdecken, sondern auch in der Mischung der Menschen, die man auch, aber nicht nur zum Dressur- und Springturnier antreffen kann. Die 30.000-Dollar-Breitling ist in Lübars ebenso zu Hause wie das karierte Hemd des Traktoristen. In Ermangelung von Ascot-tauglichen Hüten fällt trotzdem niemand groß auf oder aus dem Rahmen. Die Spannung bleibt für den Reitsport reserviert.

Für die Zuschauer geht es bei Turnieren immer auch um Bequemlichkeit. Die ausrichtenden Höfe der Familien Qualitz und Kühne-Sironski liegen leider etwas auseinander. In einem eingespielten Joint Venture gibt es die Arbeitsteilung zwischen Kühne-Sironski (Springen) und Qualitz (Dressur). Um die Entfernung zwischen den Höfen entspannt zu überbrücken, gibt es einen exklusiven Shuttle-Service, den man ganztätig nutzen kann. Ein großer Sponsor von um die Ecke hat diese ermöglicht. Bei schönem Wetter kann man den Fahrern allerdings etwas Ruhe gönnen und den kleinen Spaziergang entlang der Allee zu Fuß erledigen. Dauert auch nur sieben Minuten – wenn überhaupt und führt durch den sehenswerten Ortskern.

Sportlich gesehen, trifft sich jede Menge Dressur- und Springprominenz auf den Plätzen und in der Halle. Für Freunde des guten Geschmacks (Männer) sind jede Menge Speise- und Getränkestände am Start. Und für alle anderen Shoppingfanatiker (Frauen) gibt es Angebote für Reiterinnen und Freundinnen der ländlichen Kultur. Es kann also nichts anbrennen in Berlin-Lübars am nächsten Wochenende, wenn es wieder heißt: Großstadtschickeria trifft Landadel!