Dressur-News: Piaff-Förderpreis und Otto-Lörke-Preis

Stella Charlott Roth gewinnt Finale der U25-Dressurserie

Stuttgart (fn-press). „Das Publikum ist begeistert, denn hier sieht es die neue Olympia-Generation.“ So schwärmte Stuttgarts Turnierleiter Gotthilf Riexinger nach dem Finale des Piaff-Förderpreises, der Serie für die unter 25-jährigen Dressurreiter auf Grand Prix-Niveau. Die Siegerin 2012 heißt Stella-Charlott Roth, die die Olympionikin Diva Royal gesattelt hatte (70,681 Prozent).

Sie ging als klare Favoritin aufs Viereck: Stella Charlott Roth hatte bereits am Donnerstag die Einlaufprüfung haushoch gewonnen – von gespannten Blicken verfolgt. Schließlich saß sie im Sattel der Hannoveranerin Diva Royal, die mit Stellas Trainerin Dorothee Schneider bei den Olympischen Spielen in London zur Silbermedaille des deutschen Teams beigetragen hatte. Seit den Sternstunden an der Themse ist die für Olympia „ausgeliehene“ zehnjährige Rappstute wieder mit ihrer Reiterin Stella Charlott Roth unterwegs. „Natürlich war beim ersten Turnier der Druck groß, das war ja völlig klar. Aber ich war auch überglücklich, dass ich sie endlich wieder reiten konnte.“ Trainerin Dorothee Schneider freute sich jedenfalls aufrichtig, wie gut die Beiden in so kurzer Zeit wieder zueinander gefunden haben. „Im kommenden Jahr peilen wir die internationalen Turniere an“, so Schneider.

Mit ihren 23 Jahren kann Stella Charlott Roth noch zwei Saisons an dem von der Liselott Schindling Stiftung unterstützten Piaff-Förderpreis teilnehmen. Ein vielversprechendes Nachwuchspferd für die U25-Tour steht schon im Stall: Der neunjährige Wallach Rubin Action, ein Vollbruder des erfolgreichen Dressurhengstes Rubin Royal, soll Stellas Partner für den Piaff-Förderpreis 2013 werden.

Auf dem zweiten Platz behauptete sich die 25-jährige Jenny Lang aus Karlsruhe. Nach langer Verletzungspause meldete sich die Siegerin des Piaff-Förderpreises von 2010 eindrucksvoll mit ihrem bewegungsstarken Holsteiner Wallach Loverboy an der Spitze zurück (69,702). In der Einlaufprüfung hatte sie noch Victoria Michalke die silberne Schleife überlassen müssen, im Finale tauschten die beiden Reiterinnen die Plätze. Das Ergebnis für die bei München lebende Victoria (22) auf dem vielversprechenden zehnjährigen Oldenburger Wallach Dance On lautete 69,277 Prozent.             hen

 

Otto-Lörke-Preis für Diva Royal:

 

 

Ehrung für das erfolgreichste junge Dressurpferd

Stuttgart (fn-press). Steiler kann eine Karriere nicht verlaufen: Diva Royal etablierte sich nicht nur binnen weniger Monate auf der ganz großen internationalen Dressurbühne, sondern trug sogar zum Gewinn der Silbermedaille des deutschen Teams bei den Olympischen Spielen in London bei. Diese Leistung wurde in Stuttgart mit dem Otto-Lörke-Preis gewürdigt.

Der Otto-Lörke-Preis hält die Erinnerung an den großen Reiter und Ausbilder (1879-1957) wach, der den Dressursport vor und nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich geprägt hatte. Die Auszeichnung vergibt der Dressurausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) an ein höchstens zehn Jahre altes Grand Prix-Pferd bzw. an dessen Reiter, Ausbilder oder Besitzer.

Die zehnjährige Hannoveranerin Diva Royal ist nun in bester Gesellschaft ehemaliger mit dem Otto-Lörke Preis geehrten Dressurheroen, wie Rembrandt, Gigolo, Rusty, Satchmo oder Farbenfroh. Im vergangenen Jahr hieß der Preisträger Desperados, der wie Diva Royal bei den Olympischen Spielen Silber gewann. Diva Royal aus der Zucht von Heinz Braul (Lehrte) fand mit dem Niederrheiner Tom Berg (Alpen) den Weg in den Turniersport. Als junges Pferd nahm sie am Bundeschampionat teil und wechselte S-platziert in den Besitz der Familie Roth. Stella Charlott Roth reitet die Hannoveranerin, die von Don Frederico-Warkant abstammt, seit Sommer 2009 und will sich mit ihr nun im Seniorenbereich behaupten. Unterstützt wird sie dabei von Dorothee Schneider. Die renommierte Ausbilderin aus Framersheim führte Diva Royal in den internationalen Sport – bekanntlich mit derartigem Erfolg, dass Familie Roth sich entschied, Dorothee Schneider die Stute für die Olympischen Spiele zur Verfügung zu stellen. Nun ist Diva Royal zu ihrer Reiterin Stella Charlott Roth zurückgekehrt. Zwei Tage vor der Verleihung des Otto-Lörke Preises gewann die 25-jährige Dressurreiterin mit Diva Royal das Finale des Piaff-Förderpreises.

Der Otto-Lörke-Preis wird von der Liselott Schindling Stiftung gefördert. Die Reiterinnen Dorothee Schneider und Stella Charlott Roth erhielten einen Ehrenpreis, den FN-Präsidiumsmitglied Madeleine Winter-Schulze und Bundestrainerin Monica Theodorescu überreichten. Ausbilderin Dorothee Schneider bekommt zudem eine Leistungsprämie des DOKR. Für Hauptdarstellerin Diva Royal stiftete die Firma Höveler Spezialfutterwerke eine Tonne Futter.               hen

 

Bundesnachwuchschampionat Ponydressurreiter 2012:

 

 

Sieg für Ann-Cathrin Rieg

Verden (fn-press). Die Siegerin im Bundesnachwuchschampionat der Ponydressurreiter 2012 heißt Ann-Cathrin Rieg (Schwäbisch Gmünd). Mit ihrem zehnjährigen westfälischen Reitpony Lawn Hill gewann die zwölfjährige Baden-Württembergerin souverän die erste Wertungsprüfung mit der Note 8,8. Im der zweiten Wertung der Dressurreiterprüfung Klasse A ritt sie auf Platz vier (8,5) und siegte mit einem Endstand von 17,3 Punkten. Insgesamt gingen 20 Paare beim Bundesnachwuchschampionat in Verden auf dem nationalen Spring- und Dressurturnier, der HGS Jugend-Challenge, an den Start.

Die Siegerin überzeugte die Richter und Kommentator Hans-Heinrich Meyer zu Strohen (Hoya) vor allem durch ihr „gutes Gefühl“. „Du hast ein tolles Pony mit sehr sicheren Grundgangarten, das du sehr einfühlsam vorgestellt hast. Während der Prüfung konntest du dich immer noch weiter steigern“, lobte der Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter in seinem Kommentar. „Ann-Cathrin ist ein sehr fein einwirkendes Mädchen, die hier in Verden reell geritten ist. Ich freue mich schon, die beiden nächstes Jahr in der FEI-Tour zu sehen“, gab die Bundestrainerin der Ponydressurreiter, Cornelia Endres (Dülmen-Buldern) einen Ausblick zur Perspektive der diesjährigen Bundesnachwuchschampionesse im Ponysattel, die von ihrer Heimtrainerin als sehr nervenstark beschrieben wird. „Mein Pony weiß, wann es drauf ankommt. Er hat viel Schwung und ist sehr weich im Maul“, lobte die junge Reiterin ihren vierbeinigen Partner, der seit zwei Jahren im Besitz der Familie Rieg ist. Trainiert wird die Schülerin von Jana Haarlammert, die im Dressurstall Holger Schulze die Ponyreiter betreut. Ihr zweites junges Pony hat Ann-Cathrin Rieg dieses Jahr bereits erfolgreich bei den Bundeschampionaten vorgestellt.

„Du hast einfach eine klasse Partnerin. Das war ein unheimlich sicherer Auftritt von euch beiden“, lobte zu Strohen auch die zweitplatzierte Louisa Marie Engelke (Langenhagen) mit ihrer siebenjährigen holsteinisch gezogenen Reitponystute Grenzhoehes Ivory vom gastgebenden Pferdesportverband Hannover, die sich von der Wertnote 8,1 am Sonntag auf 8,6 (insgesamt 16,7) steigerte. „Louisa und ihre Stute kann ich mir mit diesen gleichmäßig guten Grundgangarten auch sehr gut im 60er Viereck vorstellen. Sie reitet fein und gleichzeitig bestimmt – ein Paar mit Zukunft“, bilanzierte Cornelia Endres. Viel Lob für ihre beiden Auftritte im Viereck (8,0 und 8,6) bekam auch Fabienne Scharn (Meppen) mit dem 14-jährigen Deutschen Reitpony Wallach Sharan. Das Nachwuchstalent aus dem Landesverband Weser-Ems ritt in der zweiten Wertungsprüfung mit Louisa Marie Engelke auf den zweiten Platz und kam ingesamt auf ein Endergebnis von 16,6 Punkten. „Du hast von der Figur die besten Voraussetzungen für eine Dressurreiterin und schwingst sehr schön in der Mittelpositur mit. Heute bist du volles Risiko geritten. Und das hat sich gelohnt“, so der Prüfungs-Kommentar für Fabienne Scharn. „Sharan ist ein bewegungsstarkes Pony, das hier sehr korrekt und solide von ihrer Reiterin vorgestellt wurde“, ergänzte die Bundestrainerin.

Gewonnen hatte die zweite Wertungsprüfung am Sonntag die Westfälin Laura Vendrame (Heiden) mit ihrem Pony Di Jacomo (8,7), die die Richter mit viel „Dynamik und Sitzgefühl“ begeisterte. Das reichte mit der Wertnote aus der ersten Prüfung (7,5) aber insgesamt „nur“ für Platz fünf in der Gesamtwertung (16,2). Vierte wurde Vivien Lou Petermeier (Twistringen) aus dem Landesverband Hannover (8,0/ 8,4)  mit ihrem sechsjährigen westfälischen Reitpony Wallach Designer (16,4), die „sehr engagiert nach vorne ritt“.

„Wir hatten im Vorfeld bei den Sichtungslehrgängen keinen haushohen Favoriten, sondern mindestens sechs junge Paare mit Chancen auf den Titel. Das hohe Niveau im vorderen Drittel spiegelte sich auch in den vielen Achter-Noten heute wieder. Schön, dass wir im Nachwuchsbereich auf so vielversprechende Paare zurückgreifen können. Aber auch die Reiter im Mittelfeld zeigten ansprechende Leistungen, so dass ich sehr zufrieden bin“, zog Cornelia Endres ihr Fazit.               tp