DM/DJM Distanzreiten: Sybille Markert-Bäumer wird Deutsche Meisterin

 

DM/DJM Distanzreiten:

 

 

Sybille Markert-Bäumer wird Deutsche Meisterin

 

Nörten-Hardenberg (fn-press). Sybille Markert-Bäumer aus Dietmannsried in Bayern ist Deutsche Meisterin im Distanzreiten. Nach dem Vize-Meistertitel im vergangenen Jahr und ihrem Titelgewinn 2009 holte sie sich mit dem neunjährigen Vollblutaraberhengst Estopal Estopa in Nörten-Hardenberg ihren zweiten Deutschen Meistertitel. Anne Wegner (Hann. Münden) sicherte sich über 120 Kilometer den Titel der Deutschen Jugendmeisterin.

Sybille Markert-Bäumer ritt die 160 Kilometer in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 16,49 Kilometern in der Stunde und in einer Gesamtzeit von neun Stunden, 42 Minuten, neun Sekunden. Auf die letzten 30 Kilometer ging sie sogar mit einem Vorsprung von 14 Minuten. Aber Melanie Arnold (Kirchheim) startete mit Shaika Bint Kheoma zur Aufholjagd, doch es reichte nicht zum Sieg. Nur eine gute Minute später als Sybille Markert-Bäumer kam sie ins Ziel und wurde Deutsche Vize-Meisterin (Reitzeit 9:43:15). Bronze ging an Gabi Schreiber (Ofterdingen) mit Pyros (9:56:56).

„Das sind seine ersten 160 Kilometer, es war nicht abzusehen, wie er das schafft und ob er das überhaupt schafft“, sagte die neue Deutsche Meisterin über ihr Pferd Estopal Estopa und freute sich über den Überraschungserfolg. Sie besitzt den gekörten Hengst, der auch als Deckhengst in der Zucht eingesetzt wird, seit fünf Jahren und hat ihn gezielt aufgebaut. Die Tierärzte lobten außerdem bei den medizinischen Checks stets die gute körperliche Verfassung des Pferdes. Am Ende erhielt Markert-Bäumer außerdem den begehrten Best Condition-Preis, den die Tierärzte an das fitteste Pferd des Rittes vergeben.

Auf Platz vier der Deutschen Meisterschaftswertung kam Regina Winiarski (Balve) mit Santana (10:12:53), Platz fünf ging an Claudia Bretthauer (Warburg) mit Altanas Samara (10:12:54). Die Deutsche Meisterschaft fand im Rahmen eines offen ausgeschriebenen internationalen Rittes (CEI***) und eines nationalen Rittes (CEN 160 Kilometer) statt. Die ersten Plätze belegten in der Wertung des CEI auch die drei besten Deutschen: Markert-Bäumer, Arnold und Schreiber.

Die ersten 120 Kilometer hatte noch Kerstin Deichmüller (Sundern) mit ihrem Vollblutaraber Bokal knapp vor Sybille Markert-Bäumer geführt. Beim tierärztlichen Check am vierten Gate qualifizierten sich die beiden aber nicht für die nächste Runde. „Entweder gewinnen oder raus – bei uns war es dann leider raus“, erklärte Deichmüller nachher und so startete Sybille Markert-Bäumer dann von der Spitzenposition aus auf die restliche Strecke. Von den 16 Teilnehmern der DM beendeten acht den Ritt in der Wertung.

Ganz begeistert zeigte sie sich Kerstin Deichmüller von der Strecke, auf die sie um fünf Uhr morgens gestartet war. Sie führte über Forst-, Feld- und Waldwege durch die südniedersächsische Landschaft zwischen Nörten-Hardenberg, Northeim, Gillersheim, Billingshausen und dem Nörtener Wald. „Heute morgen, als die Sonne aufging, ritten wir am Golfplatz und an einem Bach entlang und hatten einen majestätischen Blick über den Ort Northeim“, sagte sie beeindruckt.

Die 13 Teilnehmer der Deutschen Jugend-Meisterschaft mussten am nächsten Tag nicht ganz so früh aufstehen, sie starteten um sieben Uhr ihren 120 Kilometer langen Distanzritt, aber sie bekamen immer wieder starke Regenschauer ab. Die 21-jährige Anne Wegner kam mit ihrem Araber Aicha Addschawad nach sieben Stunden, 18 Minuten und 28 Sekunden ins Ziel. Den Vize-Titel und den Best-Condition-Preis sicherte sich die 19-jährige Jasmin Oeding-Rose (Hamburg) mit Sas Enaya. Platz drei ging an den jüngsten Teilnehmer der DJM, den 14-jährigen Kjell Kiewert (Langenberg), mit Selmann. Insgesamt beendeten sieben Teilnehmer den Ritt in der Wertung.

Anne Wegner hatte sich ein spannendes Finish mit der 16-jährigen Ronja Schreiber aus Ofterdingen in Baden-Württemberg geliefert und hatte sich zuerst eigentlich sogar schon über den Vize-Titel gefreut. Als Erste über die Ziellinie war Ronja Schreiber mit der elfjährigen Araberstute Kleopatra geritten. Schreiber gewann zwar die internationale Wertung, denn die DJM wurde im Rahmen eines CEI-JY ausgetragen. Da sie aber ihr Pferd nach dem Ritt nicht innerhalb von 20 Minuten, wie es laut Reglement der Deutschen Jugendmeisterschaften notwendig gewesen wäre, den Tierärzten im Vet-Gat zur abschließenden Kontrolle vorstellte, schied sie in der DJM aus. Bei einem internationalen Ritt haben die Reiter 30 Minuten Zeit, bis sie ihr Pferd vorführen. Da die Stute innerhalb dieser Zeit präsentiert wurde, siegte Ronja Schreiber nur in der internationalen Wertung (Reitzeit: 7:18:20). Hier ging Platz zwei an Anne Wegner und Platz drei an die Tschechin Nathalie Terberova.

Bereits nach 30 Kilometern endete für Titelverteidigerin Clara Haug (Waren/Müritz) die Deutsche Jugendmeisterschaft. Ihre Stute Zyona erschreckte sich in der Pause, riss sich los und rannte davon. Sie konnte schnell wieder eingefangen werden und wurde dann auf dem Turniergelände tierärztlich versorgt. „Dem Pferd geht es schon wieder ganz gut, sie hat ein paar Schürfwunden“, sagte die 16-jährige Reiterin, die noch leicht geschockt und enttäuscht war. „Die Titelverteidigung war gar nicht in erster Linie das Ziel, Clara sollte erfolgreich in der Wertung den Ritt beenden, um sich längerfristig für den Bundeskader zu empfehlen“, erklärte Elke Kautzmann aus Groß Glevitz in Mecklenburg, die Besitzerin des 13-jährigen Vollblutarabers.         evw

 

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