DM Zweispänner in Schildau 2013: Michael und Marco Freund sind Deutsche Meister

 

Carola Diener wird Deutsche Vize-Meisterin

Schildau (fn-press). „Mr. Fahrsport“ Michael Freund (Dreieich) ist zum ersten Mal Deutscher Meister der Zweispänner. Der mehrfache Einzel- und Mannschaftsweltmeister der Vierspänner hat seine internationale Karriere zwar 2006 bereits beendet, aber bei der DM in Schildau in Sachsen hat er bewiesen, dass er es noch kann. Zusätzlich hat sein Sohn Marco noch den Meistertitel bei den Pony-Zweispännern erfolgreich verteidigt.

In der Fahrsport-Arena in Schildau lieferte sich Michael Freund mit der amtierenden Weltmeisterin der Zweispänner Carola Diener ein Kopf-an-Kopf-Rennen in den Geländehindernissen. Am Ende hatte Carola Diener die schnelleren Zeiten in den sieben Hindernissen, die alle zentral in der Arena liegen und verschiedene Schildbürgerstreiche als Thema haben. Aber Michael Freund hatte sich durch den Sieg in der Dressur und Platz zwei im Kegelfahren einen Vorsprung von rund acht Punkten herausgefahren, so dass ihm ein achter Platz im Gelände reichte und Carola Diener trotz des zweitbesten Ergebnisses in der Geländeprüfung nicht mehr an ihm vorbeiziehen konnte. „Das war ganz schön anstrengend für einen alten Mann“, lachte Michael Freund als er ins Ziel einfuhr. Als Grund für seinen Start bei der DM hatte er erklärt, dass der Titel nicht das Ziel sei, sondern dass er die Pferde für eine Kundin aus den USA fahre, damit sie Erfahrungen sammeln. Am Ende kam er auf Platz acht in der Geländeprüfung und siegte in der Kombinierten Wertung mit 106,88 Punkten. „Es war toll, dass heute so viele Zuschauer da waren“, lobte Freund die Veranstaltung in Schildau. Carola Diener gewann mit 111,87 Punkten die Silbermedaille. „Ich freue mich auch über den Vize-Titel“, sagte sie.

Ganz knapp war die Entscheidung um Bronze. Mit einem Vorsprung von 0,1 Punkten ging der dritte Platz an Stefan Schottmüller (Kraichtal) mit 116,81 Punkten. Er war im Gelände Fünfter geworden. „Die Pferde waren trotz der Atmosphäre hier sehr cool, ich hatte mir das schwierig vorgestellt“, erklärte er. Den undankbaren vierten Platz mit 116,91 Punkten belegte Thorsten Zarembowicz (Viernheim), der sich durch seine gute Geländefahrt (Platz drei) von Platz fünf vorgearbeitet hatte. Platz fünf (122,14 Punkte) ging an den sechsmaligen Deutschen Meister Sebastian Warneck (Nunsdorf). Platz sechs belegte die 17-jährige Anna Sandmann (Lähden) mit 125,82 Punkten vor Rudolf Huber (Stuhr) mit 126,49 Punkten, der die Geländeprüfung gewonnen hatte. Auf dem achten Rang platzierte sich Arndt Lörcher (Wolfenbüttel) mit 129,56 Punkten.

Eine Schrecksekunde gab es in Schildau als Titelverteidiger Oliver Böhme (Grumbach) bei der Ausfahrt aus Hindernis drei mit seinem Marathonwagen an einen Holzpflock rumpelte und umkippte. Zum Glück blieben er, seine Beifahrerin und auch seine Pferde unbeschadet dabei.

Marco Freund verteidigt Titel bei den Pony-Zweispännern

Mit einer starken Geländefahrt hat der 16-jährige Marco Freund aus Dreieich, Sohn von Michael Freund, den Deutschen Meister-Titel der Pony-Zweispänner nach Hause gefahren. Er hatte am Vortag bereits die Dressur und das Kegelfahren gewonnen. In den sieben Geländehindernissen zeigte er rasante Runden und wurde mit 66,06 Punkten Vierter in der Geländeprüfung. Seinen zweiten nationalen Titel nach 2012 konnte ihm somit keiner mehr nehmen. „Das war super, die Ponys waren abnormal gut und haben alles richtig gemacht, aber ich bin völlig fertig“, lachte er im Ziel. „Das muss eigentlich gereicht haben“, so der Kommentar vom Vater und Trainer Michael Freund als Marco ins Ziel einfuhr. Und er sollte Recht behalten. Mit 106,25 Punkten wird Marco Freund Deutscher Meister. Dieter Baackmann (Emsdetten), amtierender Weltmeister der Zweispänner, war Marco Freund schon nach der Dressur dicht auf den Fersen. Er war im Gelände mit insgesamt 65,89 Punkten sogar noch schneller, aber es reichte nicht, um an Marco Freund vorbeizuziehen. „Es war endlich mal wieder alles perfekt“, freute sich Baackmann über seine Geländefahrt, die ihm den dritten Platz in dieser Teilprüfung einbrachte. Schnellster im Gelände war Steffen Brauchle (Lauchheim). Der amtierende Deutsche Meister der Pony-Vierspänner hatte erstmalig die beiden Ponys Manitou und Dandilo im Gelände zusammen angespannt. „Das haben die super gemacht, ich bin sehr stolz auf meine Jungs“, sagte er. Mit 62,95 Punkten gewann er die Geländeprüfung und schob sich von Rang vier auf den Bronzerang (114,15) vor.

Von Platz drei auf vier (116,03) fiel Christoph Weihe (Petershagen) zurück. „Es lief im Gelände einfach nicht so wie gewohnt, die Ponys hatten zu viel Dampf und ich kam nicht so eng rum“, erklärte er. Er wurde Sechster im Gelände. Seinen fünften Platz halten konnte Jan-Felix Pfeffer (Henstedt-Ulzburg) mit 127,83 Punkten in der Kombinierten Wertung. Er hatte im letzten Hindernis Probleme, das unter dem Motto stand „Wie die Schildbürger ihre Glocke versenkten“ und kam auf Platz zehn in der Geländeprüfung. „Meine Pferde mögen einfach kein Wasser und laufen dann nicht weiter“, sagte Pfeffer. Platz sechs (133,95) ging an den 20-jährigen Niels Kneifel (Wunstorf), der im vergangenen Jahr noch Bronze gewonnen hatte. Durch eine starke Geländefahrt (Platz zwei) von Platz zwölf auf Platz sieben vorgeschoben hat sich Max Berlage (Samern) mit 137,80 Punkten. Achte wurde mit Birgit Kohlweiß (Weil der Stadt) die einzige Frau im 22-köpfigen Teilnehmerfeld mit 141,22 Punkten.